"Nicht genügend, setzen!"

01. Oktober 2018 16:04; Akt: 01.10.2018 16:04 Print

Schlechte Noten für Faßmanns Bildungs-Paket

Ab dem nächsten Schuljahr wird es wieder eine verpflichtende Notenbeurteilungen geben. Diese Reform kommt jedoch alles andere als gut an.

Opposition kritisiert die Reformen von Faßmann. (Bild: picturedesk.com)

Opposition kritisiert die Reformen von Faßmann. (Bild: picturedesk.com)

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Alles wieder zurück! ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann holt die Schulnoten ab der zweiten Volksstufe wieder zurück. Bislang wurden die Schüler erst ab der vierten Schulstufe mit Noten beurteilt.

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Auch das Sitzenbleiben kommt schon in der zweiten Klasse wieder. Damit wird ein weiterer Punkt der seit dem Schuljahr 2016/17 geltenden Reform zurückgenommen, die ein Ende der Klassenwiederholung in den ersten drei Volksschulklassen gebracht hatte.

Hammerschmid: "Rückkehr in die Nachkriegszeit"

Diese "neue" Reformen, kommen bei der Opposition aber gar nicht gut an. So meint Neos-Bildungssprecher Douglas Hoyos: "Die 50er Jahre haben angerufen, sie wollen ihr Bildungssystem zurück!" Seiner Ansicht nach würde man mit diesen Änderungen kein einiges Problem im "maroden Bildungssystem" lösen. Er warnt zudem, dass bei der nächsten Reform nicht wieder der Rohrstock zurückkommt.

Auch SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kritisiert das Bildungspaket von Faßmann. Ihrer Ansicht nach sind die präsentierten Vorhaben "eine Rückkehr in die Nachkriegszeit". Erst wenn die Leistungsgruppen wegfallen würden, könne man Erfolge erzielen. Dabei weist sie auf Finnland hin, wo Schulnoten erst ab der siebten Schulstufe vergeben werden. In dem skandinavischen Land absolvieren über 90 Prozent der Jugendlichen die dortige Matura. Zum Vergleich: In Österreich sind es derzeit lediglich 40 Prozent.

Eltern hätten sich Abschaffung der Noten gewünscht

Für die Liste Pilz stellt die Rücknahme der vorherigen Maßnahmen lediglich einen parteipolitischen Kampf dar. Bildungssprecherin Stephanie Cox meint: "Wir brauchen eine Bildungspolitik für Kinder, Eltern und Lehrer. " Für sie sei die Wiedereinführung der Noten ein "großer Rückschritt".

Für den Wiener Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) und Bildungsdirektor Heinrich Himmer bedeute das neue Bildungs-Paket einen "Vetrauensentzug für Lehrer und Eltern". Die Abschaffung der Noten sei nämlich ein expliziter Wunsch dieser gewesen.

Haimbucher: "Notenbeurteilung fördert Leistungsanreize

Völlig anders sieht das alles die ÖVP. Für Bildungssprecherin Sabine Schwarz sei das neue Paket "ein wichtiger und richtiger Schritt für die Bildungskarrieren der Schülerinnen und Schüler".

Auch der Landesparteiobmann der FPÖ, Manfred Haimbuchner, begrüßt die Reform. Es sei gut und richtig, dass das bewährte Ziffernotensystem wieder ab der zweiten Volksschule gelten wird. "Notenbeurteilung fördert Leistungsanreize und zeigt auf, wo ein Schüler Stärken aber auch Schwächen hat", so Haimbuchner.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patriot5611 am 01.10.2018 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wurde auch Zeit, dass diese unsinnige

    "Reform", die mit dem Schuljahr 2016/17 beschlossen wurde, jetzt korrigiert wird. Es ist allemal besser, dass das Kind eine Klasse wiederhole, als das es von einem "Deppen-produzier-System" automatisch in die nächste Klasse "gespült" wird, wo es dann sowieso nicht mehr mitkommt, weil ja der Lernstoff der zweiten Klasse auf den der ersten aufgebaut ist bzw. auf diesen zurückgreift. Und so geht es dann Klasse für Klasse weiter und Kinder die weder Deutsch, Lesen, noch die vier Grundrechnungsarten beherrschen, also völlig lebensunfähig sind, verlassen die Schule. PISA lässt grüßen.

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  • Habakuk am 01.10.2018 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Noten? Von wem?

    Schlechte Noten für den Herrn Bildungsminister? Vom wem? Von der SPÖ/GRÜNEN/NEOS/PILZEN? Wenn sich die aufregen, dann handelt der Minister richtig. Das aktuelle "Bildungsniveau" schreit zum Himmel. Fragt doch einen Meisterbetrieb, der einen Lehrling einstellen möchte.

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  • isabell am 01.10.2018 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    es gehören noten in der schule und auch das sitzenbleiben gehört wenn es das alles nicht gäbe dann weiß man nicht ob ein kind gut oder schlecht ist in der schule frau hammerschmid hat die schulreform nur verschlechtert

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ludwig am 02.10.2018 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die 50er

    Na da freuen sich die österreichischen Eltern sicher.

  • Reinhold Sulz am 02.10.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Finnland?

    Da zitiert doch tasächlich wer das Bildungsvorzeigeland Finnland. Längst ist klar, dass Finnland langsam abstürzt - obwohl es dort nur sehr kleine Migrantenzahlen ohne Finnischkenntnisse gibt. Man erklärt sich das daher, dass das sehr sctrenge und altmodische Bildungssystem Finnlands noch lange nachgewirkt hat. Und so dem überaus liberalen neuen System, das bei uns so gern als Beispiel genannt wird, noch lange schöne PISA-Zahlen bescherte.

  • Hansi... am 01.10.2018 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    ...ist...

    ...der Meinung, dass nur ein hartes Notensystem mit Zeugnis über die Leistung des Probanden aussagekräftig ist. Es ist derzeit offensichtlich, dass Eltern (minderbemittelter [-oder sind's die Eltern]) oder zumeist eher stinkfaulen -ach was die meisten sind sogar zu faul zum stinken- dubiose Anwälte anstrengen müssen um ihre Brut eine Klasse weiterzubringen. Viel Spaß beim Schachtelsatz - vor Allem für manche Eltern. )))

  • Franzl am 01.10.2018 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Bildungs-Paket?

    Nur keine konstruktive Weiterentwicklung, am Besten wieder zurück zum Bildungssystem der Maria Theresia. Solange Bildung vererbt wird ist das derzeit gewählte Establishment am sichersten...

  • Lehrer Lempel am 01.10.2018 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Diziplin statt Chaos

    Die Autorität muß dem Lehrkörper zurückgegeben werden. Es geht nicht an, daß zB. eine Lehrerin von einem "Neubürger" mißachtet oder sogar geohrfeigt wird. Die Gewalt in der Schule muß zu drakonischen Strafen führen, und nicht daß die Pädagogen keine Handhabe gegen gemeingefährliche Schüler haben.