Demo gegen Gentechnik

13. März 2019 09:51; Akt: 13.03.2019 11:15 Print

Schweinischer Protest vor dem Kanzleramt

Am Mittwoch erwecken 15 lebensgroße Schweine-Attrappen vor dem Bundeskanzleramt in Wien das Aufsehen mancher Passanten. Eine Demo von Greenpeace steckt dahinter.

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Greenpeace protestiert mit insgesamt 15 lebensgroßen Schweine-Attrappen bei der Ministerratssitzung vor dem Bundeskanzleramt gegen Gentechnik-Futtermittel bei AMA-Schweinen.

"Denn trotz überwältigender Ablehnung von Gentechnik durch die Bevölkerung wird der Großteil der Schweine mit dem staatlichen AMA-Gütesiegel mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert", bekrittelt die Organisation und fordert Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger auf, Gentechnik im AMA-Schweinetrog zu verbieten.

Ein entsprechender parlamentarischer Antrag wird am Donnerstag im Landwirtschaftsausschuss des Nationalrats diskutiert.

(Quelle. Video3)

Gesetzlich erlaubt

Ein Test der Umweltschutzorganisation vom Ende letzten Jahres hat gezeigt, dass auch Schweinefleisch mit dem rot-weiß-roten Siegel mit gentechnisch verändertem Soja produziert wird. Gesetzlich steht dem bislang nichts im Wege.

"Für die KonsumentInnen ist das Gentech-Soja im Schweinefleisch jedoch nicht nachvollziehbar, denn auf den Verpackungen im Supermarktregal fehlt jeglicher Hinweis. Zudem stammen die Futtermittel oft aus Ländern wie Brasilien oder Argentinien und sind mit Regenwaldzerstörung verbunden", bemängelt Greenpeace.

Geht auch anders

Dass es auch anders geht, beweisen die österreichische Milchwirtschaft und die Eierproduzenten, die im Jahr 2010 komplett auf gentechnikfreie Fütterung umgestellt haben. Die heimischen Hühnerfleischproduzenten folgten diesem Beispiel im Jahr 2012. Bei Schweinefleisch ist hingegen nur Bio-Schweinefleisch, und Schweinefleisch mit dem grün-weißen "Ohne Gentechnik"-Siegel garantiert gentechnikfrei.

"Es ist höchste Zeit, dass Bundesministerin Köstinger aktiv wird. Sie muss endlich den völligen Ausstieg aus Gentechnik-Futtermitteln in der österreichischen Lebensmittelproduktion umsetzen, beginnend mit der AMA", forderte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Sebastian Theissing-Matei angesichts der Test-Ergebnisse.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • harri am 13.03.2019 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Schwein gehabt

    schrecklich, dass das Futtermittel klima/umweltschädlichst über tausende kilometer mit dem Schiff/LKW her nach Österr. transportiert wird; Das gleiche wie beim Palmöl; Die EU Zentrale hätte solche Möglichkeiten schon längst verbieten sollen, auch im Hinblick auf die Vorreiterrolle beim nachhaltigen Klima/Umweltschutz. Weiters auch die ganzen Massen an Plastikverpackungen bei allen Getränken/Milch/Joghurts/Fleisch/Käse/Süssigkeiten/

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  • helmar am 13.03.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wird der Geldeingang durch Spenden ....

    Weniger? Schaut ganz so aus. Also muss man wieder mal öffentlichkeitswirksam vor dem Parlament auf treten.....seltsam.....für ein Schächtverbot steht nicht eine dieser Organisationen. Egal ob Tierschutzgruppen oder Umweltgruppen.

  • Roman Polz am 13.03.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    zum Glück nur attrappen und kein viehtransport. des wär da nächste Aufreger! Scherz!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • manola am 13.03.2019 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    erschreckend

    Generell erschreckend was sich alles in den Lebensmitteln befindet trotzdem oft Österreich drauf steht .Wir hätten vieles absolut nicht notwendig gehabt , aber da gehen andere Prioritäten wohl eher vor Gesundheit .

  • Unhöflicher Rüpel am 13.03.2019 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Ich habe Österreicher immer ausgelacht als sie sagten Österreich wäre Gentechnikfrei was Lebensmittel betrifft. Viele wussten nicht einmal das Österreichs Vieh mit Genmanipuliertem Saatgut gefüttert wird.

  • helmar am 13.03.2019 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Wird der Geldeingang durch Spenden ....

    Weniger? Schaut ganz so aus. Also muss man wieder mal öffentlichkeitswirksam vor dem Parlament auf treten.....seltsam.....für ein Schächtverbot steht nicht eine dieser Organisationen. Egal ob Tierschutzgruppen oder Umweltgruppen.

  • Vorstadtmama am 13.03.2019 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht hier nicht um Gentechnik

    Sondern um das "wie". Man hat die Sojapflanzen "Roundup ready" gemacht. Das heißt, sie sind jetzt gegen das umstrittene Pflanzengift "Roundup" immun. Ob dieses Gift für den Menschen krebserregend ist, ist noch nicht ganz geklärt.

    • Vorstadtmama am 13.03.2019 15:48 Report Diesen Beitrag melden

      Natur überlistet

      Normalerweise würden Pflanzen durch das Gift sterben, also gar nicht in den Nahrungskreislauf gelangen. Durch die Gentechnik kann man das Gift nun in hohen Dosen einsetzen. Und genau das finde ich eigentlich bedenklich. Auf der ganzen Welt laufen Verfahren gegen den Konzern Monsanto. Ein Prozess in Kalifornien ist schon zugunsten des Klägers ausgegangen. So unbegründet sind also die Sogen nicht..

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  • Kritischer Geist am 13.03.2019 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Hysterie

    Könnt ihr euch noch erinnern, als uns Greenpeace einreden wollte, dass man von Handymaster Hirntumore bekommt? Heute können wir über solche Märchen nur noch lachen. Und in Zukunft wird man lachen über die überzogenen Ängste vor Gentechnik. Als die erste Eisenbahn ihren Betrieb aufnahm, glaubten die Menschen, durch die hohen Geschwindigkeiten würde man Gehirnkrankheiten bekommen. So lange sich kein schädlicher Einfluss durch genmanipulierte Nahrung nachweisen lässt, bleibt die Furcht vor Gentechnik reine Hysterie.

    • Vorstadtmama am 13.03.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Ernster Hintergrund..

      Das Soja wird gentechnisch gegen Pflanzengift immun gemacht. Dieses Gift ist für den Menschen in hohen Dosen schädlich, Bauern müssen beim Hantieren Schutzkleidung tragen. Im Fleisch ist dieses Gift zwar nicht mehr nachweisbar, aber mir wäre es lieber, wenn es nicht auf meinem Teller landen würde.

    • Kritischer Geist am 13.03.2019 14:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Vorstadtmama

      Sie verstehen ganz grundsätzliche Dinge nicht: Durch die gentechnische Veränderung einer Pflanze entsteht KEIN Gift sondern eine andere Pflanze. Genau so wie durch Kreuzung oder all die anderen botanischen Techniken, die die Menschen seit Jahrtausenden in der Landwirtschaft anwenden.

    • Vorstadtmama am 13.03.2019 15:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Durch die Gentechnik wurde die Natur hier überlistet. Normalerweise würde das Gift gar nicht in den Nahrungskreislauf gelangen, weil die Pflanzen vorher absterben. Es gibt bereits mehrere Klagen in aller Welt, in denen behauptet wird, dass dieses Gift Missbildungen verursacht, also das Erbgut bei Tier und Mensch schädigt. Eine Klage eines Krebspatienten gegen den Konzern Monsanto in Kalifornien war schon erfolgreich... Der Verdacht ist meiner Ansicht nach also durchaus begründet.

    • Karl Max am 13.03.2019 18:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Kritischer Geist

      Ich selbst bin fest davon überzeugt, dass jeder Eingriff in die Natur nicht gut sein kann. Hier geht es aber einzig und allein darum, wie und wo diese Futtermittel hergestellt werden und dass es nicht deklariert sein muss, womit die Tiere gefüttert werden. Es bleibt jedem selber überlassen, was er kauft und isst. Ich für meinen Teil, möchte jedoch wissen, was ich esse und woher es kommt

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