Spindelegger und Pröll

17. April 2019 11:17; Akt: 17.04.2019 12:55 Print

Ex-Vizekanzler attackieren Mitterlehner

Nach der Abrechnung des Ex-ÖVP-Chefs Reinhold Mitterlehner mit Sebastian Kurz rücken die ehemaligen Vizekanzler Spindelegger und Pröll zur Verteidigung aus.

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Michael Spindelegger gilt als einer der Förderer von Sebastian Kurz in der ÖVP. Er holte den nunmehrigen Bundeskanzler 2011 als Integrationsstaatssekretär ins Innenministerium. 2013 folgte Kurz auf Spindelegger als Außenminister.

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Spindeleggers Nachfolger als ÖVP-Chef, Reinhold Mitterlehner, wurde wiederum von Kurz abgelöst – und rechnet in einem Buch mit dem Kanzler und seiner Machtübernahme ab.

"Der Abgang von Reinhold Mitterlehner war keine Intrige, sondern die Rettung der Volkspartei", so Spindelegger gegenüber "Heute.at". "Die ÖVP taumelte von einer Wahlniederlage in die nächste und war unter Mitterlehner auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit."

"Rot-Blau verhindert"

Durch die Parteiübernahme habe Kurz die Kanzlerschaft geholt, so viel ÖVP-Politik "wie schon lange nicht mehr" gesichert und eine rot-blaue Koalition unter einem Kanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) verhindert.

"Die ÖVP unter Sebastian Kurz hat heute durch Maßnahmen wie den Familienbonus, ein ausgeglichenes Budget und der Entlastung geringer Einkommen wieder ein klares christlich-soziales Profil", so Spindelegger.

"Verletzte Eitelkeit"

Auch Ex-Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) ist es ein Anliegen, sich zu den Vorwürfen Mitterlehners zu äußern. "Jeder von uns, der in der Politik war, könnte wohl über seine Vorgänger, Weggefährten oder Nachfolger, über mögliche Brüche und persönlichen Enttäuschungen ein Buch schreiben", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber "Heute.at". "Verletzte Eitelkeit ist allerdings die schlechteste Motivation, um ein Buch zu schreiben."

Unter Mitterlehner hätte die ÖVP kein Profil mehr gehabt und sei "immer mehr nach links gerückt".Man hätte damit keine Wahl gewonnen. "Heute wird unter Sebastian Kurz wieder ÖVP-Politik gemacht", so Pröll. "Mit Maßnahmen wie Nulldefizit, Familienbonus oder der Umsetzung jahrelanger Forderungen für den Standort wie Arbeitszeitflexibilisierung ist die ÖVP-Handschrift – gerade auch in wirtschaftlichen Fragen – ganz klar erkennbar. Die Menschen im Land unterstützen diese Arbeit."

In Bildern: Die Biographie von Reinhold Mitterlehner

Reinhold Mitterlehner

Die brisantesten Passagen

Reinhold Mitterlehners Buch "Haltung" ist seit Mittwoch erhältlich. "Heute.at" zitiert ausgewählte Stellen:

Über den Bruch mit Kurz: "Ich sollte für ihn die Koalition aufkündigen und den Schwarzen Peter nehmen, damit er unbefleckt in Neuwahlen gehen könne …" Die Rolle des "Sprengmeisters" habe später der damalige Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) übernommen.

Über die Machtübernahme: "Es wurde publik gemacht, ich hätte meine Partei, allen voran Sebastian Kurz und sein Team, mit meinem Rücktritt völlig überrascht und nahezu überrumpelt. In dankenswerter Weise hätte er daraufhin die Partei in ihrer schwierigen Lage übernommen."

Über die neue ÖVP: "Wahlstrategisch ist es eine richtige Entscheidung, fast ausschließlich auf zentrale Steuerung zu setzen. Aber wenn man von der Partei zur Wahlbewegung, ja zum Wahlverein wird, macht man sich personell vollständig abhängig von einer einzelnen Person."

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Streng G. am 17.04.2019 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Mit den Roten hätte sich die FPÖ sowieso nicht verbündet.So wie es jetzt ist ÖVP/FPÖ ist das schon ok. NIE WIEDER SPÖ!

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  • Susanna am 17.04.2019 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Und das glaubt dem Hrn. Spindelegger auch gleich jeder. War ja auch ein Blindgänger in der Regierung.

  • Vorstadtmama am 17.04.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Große Koalition endlich beendet..

    Kurz hat das Drama Große Koalition beendet. Dafür bin ich ihm dankbar und verzeihe dieser Regierung auch den einen oder anderen Fehler.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Peter am 18.04.2019 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Kurz ist zum SPEI .. N.

    Mit der Forderung die IDENTITAEREN zu verbieten hat Kurz sein wahres, leider gtaessliches, Gesicht gezeigt. Was kann man von einem Kanzler halten der Patrioten bekaempft und Feinden Oesterreichs wie George Soros die Tueren aufmacht? Kurz ist zum Spei... n.

  • des Kaisers neue Kleider am 18.04.2019 14:06 Report Diesen Beitrag melden

    ÖVP-Helden von gestern

    Zum Glück ist der Durschnitts-Austrialopithecus superschnell im Vergessen aber eins ist mir aufgefallen: Hat sich Maria Fekter gar nicht zu Wort gemeldet?

  • Ehemaliger Övp Wähler am 18.04.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht mit dieser ÖVP

    Dass die Leute lieber einen Kanzler ohne Berufserfahrung haben, der sich nur versteckt und schweigt als einen Kanzler Kern, dem Kurz an Erfolgen und Erfahrung in der Wirtschaft niemals das Wasser reichen kann, zeigt wie die Österreicher ticken. Zumindest die Hälfte der Wähler. Und Mitterlehner und Kern haben und hätten auch weiterhin gut zusammengearbeitet. Für mich ist die Övp jetzt nicht mehr wählbar.

  • Rosa am 17.04.2019 20:49 Report Diesen Beitrag melden

    Alle wussten Bescheid

    Warum sagt Kurz nichts? Aja, weil er weiß, dass Mitterlehner recht hat. Auch alle ÖVPler in der Regierung wissen das, haben Sie doch alle brav mitgemacht.

    • Salzburgerin am 18.04.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rosa

      Finden Sie es war bei Fayman anders? SPÖler haben auch gewusst was abläuft und haben mitgemacht, haben ihn sogar öffentlich ausgebuht und verspottet. Es fällt mir schwer einen Roten zu loben, aber Fayman hatte es nicht nötig öffentlich zu flennen wie eine Memme.

    • des Kaisers neue Kleider am 18.04.2019 14:08 Report Diesen Beitrag melden

      Kurz muss nichts sagen

      Er wirkt durch seine bloße Anwesenheit. Schweigen ist Gold, das wußte schon sein Mentor Schüssel.

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  • Susanne Kienast am 17.04.2019 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Herr Bundeskanzler

    Sebastian, du bist Weltklasse, gibst deinen blauen Steigbügelhaltern alle Freiheiten die zu ihren Fähigkeiten passen. Kickl darf sich um lahme Gäule kümmern, Strache gibt seiner Frau einen von uns bezahlten Job als Kampfhund-Anwältin und Vilimsky darf zum Wolf um sich die Sauna zu ersparen, einfach nur tierisch, nur blöd dass diese nicht wählen dürfen. Das Volk aber schon und das sieht die totale Unfähigkeit dieser blauen Burscherl. Danke Herr Bundeskanzler, du hast dem Volk die Augen geöffnet.

    • Patriot5611 am 17.04.2019 21:17 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne Kienast

      Falsch, der Wolf darf wählen, aber sicher nie die blauen Burscherl.

    • Einheitsbrei am 17.04.2019 22:32 Report Diesen Beitrag melden

      Fön

      Frustrierter, völlig sinnbefreiter Kommentar. Thema verfehlt setzen und nein, ich bin kein Blauwähler!

    • Opa gegen Links am 18.04.2019 06:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Susanne Kienast

      Nach Jahrzehnten von Chaos durch die roten Genossen ist alles andere eine echte Wohltat.

    • Erwin am 18.04.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

      @Opi

      2000-2007 ÖVP FPÖ Regierung! Was genau ist jetzt eine Wohltat? Die 12/60 Stunden, die nicht vorhandenen Grenzkontrollen, die Zehntausenden die immer noch kommen, der Postenschacher, die Isolierung des BVT, die teurere Zusammenlegung der Krankenkassen, die Millionenerhöhung der Parteienförderung,,,,,,,,,,,,?

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