Vergleich mit "Aula"

07. Mai 2019 15:17; Akt: 09.05.2019 08:02 Print

Kritik für Kurz-Statement zu Gabalier-Verbot

Die SPÖ wollte keine Gabalier-Musik auf ihrer Veranstaltung. Doch dieser eine Wunsch zieht nun eine ganze Polit-Affäre nach sich.

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Andreas Gabaliers Hit "Hulapalu" hat in den vergangenen Tagen für eine Polit-Affäre gesorgt, zu der sich am Montag sogar der Bundeskanzler äußerte.

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"Das rechte Medium Aula beschimpfte Österreichs Song-Contest Teilnehmer Cesár Sampson wegen seiner Hautfarbe", begann Sebastian Kurz (ÖVP) seine Stellungnahme auf Facebook. "Die SPÖ verbietet einer Band, Songs von Andreas Gabalier zu spielen, weil seine politische Haltung nicht geteilt wird. Reicht es nicht, wenn sich politische Parteien gegenseitig oft unwürdig behandeln? Toleranz sollte man nicht nur predigen, sondern auch leben."

Verständnislose User

Neben vereinzelt positiven Rückmeldungen bläst dem Kanzler auch Gegenwind entgegen. Einige User monieren, dass der Vergleich unglücklich gewählt ist. "Einen Musiker rassistisch zu beschimpfen ist Rassismus. Wenn man von einer Cover-Band, die man bucht und bezahlt, gewisse Lieder/Musiker nicht hören will, das ist normal", schreibt eine Userin.

Ein anderer formuliert es direkter: "Wer zahlt, schafft an." Eine weitere Userin stellt einen Vergleich an: "Wenn ich eine Band bezahle, dann sollte sie die Musik spielen, die ich mag. Das hat nichts mit Toleranz zu tun. Ich bestelle ja auch keine Hose und bekomme dann eine Bluse."

Die Vorgeschichte

Doch was war passiert? Bei einer SPÖ-Veranstaltung am 1. Mai in Graz sorgte die Band "4you" für die musikalische Untermalung. Dabei kam es aber, wie berichtet, zum Eklat – die Musiker trällerten "Hulapalu", was den Sozialdemokraten überhaupt nicht schmeckte.

Ein Mitglied der Band berichtete auf Facebook, eine Sprecherin der Partei sei auf die Bühne gestürmt und habe ein Verbot von Gabalier-Liedern gefordert. Laut SPÖ habe man die Band vor dem Auftritt gebeten, keine Lieder des "Volks Rock 'n' Rollers" zu spielen. Die Musiker bestreiten eine solche Abmachung. Gabalier selbst nannte das Vorgehen der SPÖ "Zensur und Faschismus in seiner reinsten Form".

Rassistische Beleidigung

Die von Kurz angesprochene Beschimpfung des letztjährigen österreichischen Song-Contest-Kandidaten Sampson spielte sich auf einer anderen Ebene ab. Die "Aula", ein vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestuftes Magazin, hatte ihn in einem Artikel mit dem Titel "ORF sieht schwarz beim Song Contest" als "Quotenmohr" bezeichnet.

Wenig später wurde die Zeitschrift eingestampft.

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(lu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marie am 07.05.2019 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Das es immer noch Personen gibt die das Verhalten der SPÖ bei dieser Veranstaltung schön reden zeigt einfach was für ein massives bildungsproblem wir in diesem land haben. Zum Glück wählen immer weniger Menschen diese Partei. Einfach nur schrecklich diese "einzelfälle" von denen.

  • LukasT am 07.05.2019 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ausreden, nichts weiter

    Die berühmte "Satire" der Linken, damit sie nach eigenem Glauben machen können was sie wollen. Falsch gedacht!

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  • Reinhard am 08.05.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    In Wirklichkeit geht niemand das

    Programm einer Band durch wenn er sie bucht. Man weiß in etwa welches Genre die jeweilige Band spielt und bucht sie eben. Argumente die da lauten "wer zahlt, schafft an" entsprechen daher nicht der Wahrheit!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Ludwig F. am 08.05.2019 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Umfrage

    Komisch, da gibt es jetzt 4 Punkte bei der Umfrage zum Ankreuzen, aber für mich trifft keiner zu. Und -Ist mir komplett egal - als eigenen Punkt anzuführen, ist schon ein bisschen "grenzwertig". Mir gefällt ein Lied "Amoi sehn ma uns wieder" ansonsten bin ich nicht so auf der Kommerzschiene unterwegs, hab aber große Sympathie für jemanden, der für seine eigenständige Meinung andauernd von linkslinken Moralaposteln drangsaliert wird. Wo gibt es diesen Punkt?

  • Reinhard am 08.05.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

    In Wirklichkeit geht niemand das

    Programm einer Band durch wenn er sie bucht. Man weiß in etwa welches Genre die jeweilige Band spielt und bucht sie eben. Argumente die da lauten "wer zahlt, schafft an" entsprechen daher nicht der Wahrheit!

  • Hackler am 07.05.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Freunde

    Also ich habe in meinem Freundeskreis noch ein paar SPÖ-Sympathisanten, aber die hören auch Gabaliers Lieder. Die werden jetzt wohl auch die Farbe wechseln müssen!

    • LupoVino am 07.05.2019 23:33 Report Diesen Beitrag melden

      Ehrlich, wer

      seine politische Einstellung mit Schneutztüchl-Lieder verwechselt, dem ist sowieso nicht zu helfen !!

    • Censorship am 08.05.2019 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      @LupoVino

      Sagen sie das der AKP 2.0 (SPÖ) Bonzin, die Frauenfeindlichkeit gegeifert hat, als "Begründung"... ;)

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  • Cindy am 07.05.2019 18:03 Report Diesen Beitrag melden

    Man muss nicht Gabalier hören

    Wenn wir Party machen, darf auch kein Gabalier gespielt werden. Einfach weil es nicht unser Musikgeschmack ist. So wie wir gar keine Schlager und Volksmusik mögen. Das kann man zum Glück frei entscheiden, welche Musik man spielt und welche nicht. Das wär ja noch schöner, wenn man Gabalier hören muss, per gesetzlicher Verordnung vielleicht auch noch. Hätte sich jemand aufgeregt, wenn diese coverband Led Zeppelin gespielt hätten und es wäre jemand auf die Bühne gestürmt und hätte gesagt: kein heavy metal. ? Wohl kaum. Gscheiter wärs aber, man macht im Vorfeld aus, was gespielt wird.

  • Florian am 07.05.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gabelier Zwang

    Schreibt die ÖVPFPÖ Regierung nur der Opposition vor Gabelier zu spielen auf Veranstaltungen der Opposition? Oder müssen auch unpolitische Vereine Gabelier spielen? Gabelier zielt auf eine ländliche konservative Zielgruppe ab, eine Zielgruppe die nicht alle Parteien und Vereine, Unternehmen und Veranstaltungen als Zielgruppe haben. Die SPÖ ist eher eine Stadtpartei, keine Jodel Bergbauernpartei. FAK und SCR wollen als Wiener Vereine wahrscheinlich auch keinen Gabelier auf ihren Veranstaltungen da sie eher zu eine Verein aus einer ländlichen gebirgigen Gegend passt.

    • Kritischer Geist am 08.05.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Florian

      Man kann es auch anders formulieren: Die SPÖ toleriert konservative, rechte oder liberale Künstler einfach nicht. Das muss man auch nicht, aber dann sollte man sich auch nicht bei jeder Gelegenheit als der Vorzeige-Tolerante verkaufen. Denn wenn die SPÖ etwas NICHT ist, dann ist sie NICHT TOLERANT. Aber wie soll eine Klassenkampfideologie auch tolerant sein?

    • G Heim am 08.05.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Kritischer

      Und welche Bands spielen ausser Otti bei FP-Veranstaltungen FREIWILLIG? Nur Volksdümmliche Schlagerbands

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