TV-Konfrontationen

16. Mai 2019 06:00; Akt: 17.05.2019 08:16 Print

"Sie sind verlassen. Das ist das Problem"

Am Mittwoch gingen die zweiten TV-Duelle zur EU-Wahl im ORF über die Runde. "Heute.at" analysiert die acht direkten Duelle der Spitzenkandidaten.

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Weniger hitzig als erwartet ging es in der zweiten Runde der Speed-Duelle gestern Abend am Küniglberg zu. Einigermaßen verwunderlich, duellierten sich doch auch die Kandidaten der drei großen Parteien miteinander.

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Claudia Gamon war diesmal nicht die einzige Frau im Ring. Die VP schickte Staatssekretärin Edtstadler ins Duell mit FP-Kandidat Vilimsky. Der war gleich drei Mal im Einsatz – und wie vergangene Woche fast nur auf Samtpfoten unterwegs.

Auf ein Duell wartete man vergeblich: das VP-interne zwischen Edtstadler und Othmar Karas. Laut bösen Zungen wäre das sicher spannend gewesen.

Vilimsky gegen Voggenhuber - Duell mit Anleihen bei den Gebrüdern Grimm

Wenig gemeinsam hatten erwartungsgemäß Harald Vilimsky (FP) und Johannes Voggenhuber (Jetzt). Besonders deutlich wurde das bei den EU-Kompetenzen. Ersterer will diese von der EU „zurückholen“, Zweiterer will sie ausweiten. Auffällig: Vilimsky zeigte sich erneut kuschelweich. Von Voggenhuber gab’s dafür „Kreide für die Stimme“.

Karas gegen Kogler - Bürokratie-Monster und viel Frittiertes

Die viel zitierte „Pommes-Verordnung“ prägte das Duell Karas (VP) gegen Kogler (Grüne). Er habe seine Meinung in Sachen EUReform nicht geändert, beharrte Karas: „Auf Othmar Karas ist Verlass.“ Kogler konterte: „Sie sind verlassen. Das ist das Problem.“ Welche 1.000 EU-Verordnungen die VP abschaffen will, konnte Karas nicht sagen.

Schieder gegen Vilimsky - Ein zahmer Blauer und ein reimender Roter

Voggenhubers Kreide wirkte bei Vilimsky (FP) bereits, so zahm trat er auf. Kreideweich, aber böse das „Lob“ von Schieder (SP) für Vilimsky: Der wolle die EU zerstören, sei dabei (anders als die VP) „ehrlich, aber gefährlich“. Vilimsky wollte mit Schieder auf ein Bier gehen, dieser lud stattdessen reimend FP-Wähler ein: „SP voten statt identitäre Chaoten“.

Gamon gegen Kogler - Neos und Grüne schenkten sich nichts

Intesives Duell der Europa-Fans: Claudia Gamon (Neos) und Werner Kogler (Grüne) betonten zwar viele Gemeinsamkeiten, vor allem bei der „Vertiefung der EU“. Unterschiede zeigten sich aber beim Thema Handel: Gamon warf dem Grünen stetige „NeinSagerei“ vor, etwa bei CETA. Der konterte: Handel gäbe es auch ohne „giftige“ Abkommen.

Schieder gegen Karas - Ein großer Abwesender und wieder die Pommes

Fast ein Abziehbild des Duells Karas gegen Kogler war das von Karas gegen Schieder. Wieder musste der VP-Kandidat die EUKritik seines Parteichefs rechtfertigen. Schieder tat Karas wegen der Widersprüche zu Kurz fast schon leid: „Als ehrlicher Europäer: Wie lange werden Sie da noch mitmachen?“ Karas: „Ich werde immer weiterkämpfen.“

Gamon gegen Voggenhuber - Kandidaten (fast) wie Pech und Schwefel

In den ersten Minuten wollte das Rendezvous von Gamon (Neos) und Voggenhuber (Jetzt) nicht zum Duell werden, es dominierte die verzweifelte Suche nach einem kontroversen Thema. Erst als die Wirtschaftspolitik (Schulden, Euro etc.) zur Sprache kam, wachten die beiden auf. Zu einem richtigen Streit konnten sie sich aber nicht durchringen.

Vilimsky gegen Edtstadler - Koalitionsduell mit vielen Gemeinheiten

Im einzigen Duell mit VP-Staatssekretärin Edtstadler hagelte es Untergriffe. Vilimsky attestierte der VP wegen Karas „Zerrissenheit“, meinte gar: „Eigentlich müssten sie in meinem Team sein!“ Die antwortete: „Schenken sie ihren Wählern reinen Wein ein. Ihre Freunde wollen die EU zerstören“. Highlight: Vilimsky´s „umfallender“ Karas-Aufsteller.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • EU Wähler am 16.05.2019 08:12 Report Diesen Beitrag melden

    Original ist Original,

    daher bekommt die FPÖ meine Stimme. Da können sich die anderen jetzt plötzlich drehen und wenden wie sie wollen - sie sind durchschaut.

  • stealth71 am 16.05.2019 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es schon Schieder sagt,

    dann wird was dran sein, dass Vilimsky einer der ehrlichsten Kandidaten ist. Zumindest widerspricht er nicht seiner Parteilinie, so wie Schieder und Karas.

  • homo austriacus debilus am 16.05.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Ehrlichkeit währt am längsten. Vilimsky steht zu Österreich und dazu was an der EU zu kritisieren ist und wofür er in der EU arbeitet um die Europapllitik zu verbessern. Schlimm ist die kritiklose Europahaltung der Deutschen, wenn der ARD-Korrespondent meint FPÖ und ÖVP überbieten sich in europafeindlicher Haltung oder so ähnlich.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Statistiker am 16.05.2019 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Vilimsky niemals

    Eine einzigartige Katastrophe dieser Vilimsky, dreht sich wie ein Aal, unglaubwürdig, unfähig, unwählbar.

  • karin am 16.05.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es nervt

    Den sie wissen nicht was sie tun , immer anpassen nie Linie halten ,mal so mal so geht mir auf den Zeiger.

  • Elias Weintraub jun. am 16.05.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist unmöglich in der EU

    Sogar ein deutsches Freilandei kann von einem polnischen Hahn in einen ukrainischen Käfig gelegt werden.

  • Andreas am 16.05.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weg!

    die Claudia G. sollte unbedingt gehen, nicht ohne grund ist eine Partri schon untergegangen wo sie tätig war. so Inkompetent ist nicht mal die FPÖ.. und das mag was heißen!!!.

  • homo austriacus debilus am 16.05.2019 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlichkeit

    Ehrlichkeit währt am längsten. Vilimsky steht zu Österreich und dazu was an der EU zu kritisieren ist und wofür er in der EU arbeitet um die Europapllitik zu verbessern. Schlimm ist die kritiklose Europahaltung der Deutschen, wenn der ARD-Korrespondent meint FPÖ und ÖVP überbieten sich in europafeindlicher Haltung oder so ähnlich.