Österreichweite Umfrage

16. April 2018 14:47; Akt: 16.04.2018 14:49 Print

Mehrheit lehnt EU-Beitritt der Türkei vehement ab

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Eine überwältigende Mehrheit der Österreicher spricht sich gegen einen Beitritt der Türkei aus. Steigende Zustimmung für Balkanstaaten.

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Nur ein knappes Viertel (23 Prozent) der Befragten möchte, dass Österreich als Motor für eine Aufnahme der Westbalkan-Länder in die EU auftritt. Knapp sechs von zehn Befragten (58 Prozent) halten das nicht für notwendig, während ein Fünftel in dieser Frage keine Stellungnahme abgeben kann (19 Prozent). Einen EU-Beitritt von begrüßen 31 Prozent der Befragten, 36 Prozent lehnen ihn ab, 24 Prozent ist es - nach eigenen Angaben - egal, ob das Land EU-Mitglied wird. Im Fall von sind es 29 Prozent, die eine EU-Mitgliedschaft des Landes begrüßen würden, während 45 Prozent eine solche ablehnen und 15 Prozent sich indifferent zeigen. Ähnlich gestaltet sich das Meinungsbild, wenn es um einen möglichen Beitritt geht: 26 Prozent würden ihn begrüßen, 41 Prozent ablehnen, 25 Prozent ist es "egal". Nahezu ident ist die Einstellung zu einem potentiellen EU-Zugang : 27 Prozent würden das Land an der Adria als neues EU-Mitglied begrüßen, 39 Prozent jedoch ablehnen, 24 Prozent antworten "egal". Ein etwaiger EU-Beitritt von wird nahezu gleich beurteilt: ... ... Je 23 Prozent würden einen solchen begrüßen, je 22 Prozent wäre es "egal", 45 Prozent bzw. 46 Prozent äußern sich ablehnend. Dagegen könnte sich gegenwärtig nur knapp eine/r von zehn Befragten (9 Prozent) die als EU-Mitglied vorstellen. Drei Viertel der Befragten lehnen einen EU-Beitritt der Türkei jedoch ab (76 Prozent), während sich 13 Prozent indifferent zeigen. Die Umfrage wurde von der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft vom 20. bis 28. März 2018 im Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden österreichweit 514 Personen per Telefon repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahre (Gewichtung nach Geschlecht, Alter und Bildung). Maximale Schwankungsbreite ca. +/- 4,3 Prozent.

Zum Thema
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Am Dienstag will die EU-Kommission wieder ihr jährliches Erweiterungspaket zu den Ländern des Westbalkans und zur Türkei präsentieren. Die Experten der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE) haben die einzelnen Balkanstaaten und die Türkei unter die Lupe genommen und die Österreicher gefragt, wie sie zu einem EU-Beitritt dieser Länder stehen.

Umfrage
Sind Sie für einen EU-Beitritt der Türkei?
7 %
3 %
88 %
2 %
Insgesamt 10328 Teilnehmer

Eines vorweg: Die Begeisterung hält sich seit Jahren – trotz leichten Verbesserungen im Zeitverlauf – in Grenzen. Für die Österreicher ist das Thema Erweiterung seit dem EU-Beitritt Kroatiens 2011 in den Hintergrund gerückt. Ein Land möchte die überwiegende Mehrheit auf keinem Fall in die EU aufgenommen sehen. 514 ÖsterrreicherInnen beteiligten sich bundesweit an der repräsentativen Telefonumfrage der ÖGfE: Wir haben die Ergebnisse für Sie in der Diashow oben zusammengefasst.

Ein Blick auf eine seit dem Jahr 2010 bestehende ÖGfE-Zeitreihe macht deutlich, dass die Werte der expliziten Zustimmung zu den einzelnen Beitrittskandidaten am Westbalkan sich zwar auf niedrigem Niveau bewegen, jedoch ein leichter Trend nach oben festzustellen ist, während die Ablehnung einzelner Länder teils stark rückläufig ist bzw. die Indifferenz steigt. So im Fall von Albanien, Bosnien-Herzegowina, des Kosovo oder Serbiens. Bei Mazedonien (FYROM) und Montenegro schwankt das Meinungsbild etwas stärker, doch auch hier geht die explizite Ablehnung teils stark zurück. Im Fall der Türkei zeigt sich hingegen in den letzten Jahren ein Trend zu stärkerer Ablehnung eines EU-Beitritts.

"EU-Beitritt Ankaras hat keine realistische Perspektive"

"Kommissionspräsident Juncker hat namentlich Serbien und Montenegro einen möglichen EU-Beitritt im besten Fall für das Jahr 2025 in Aussicht gestellt. Allerdings müssten die beiden Länder bis dahin noch massive Anstrengungen unternehmen, soll dieses Datum einigermaßen erreichbar scheinen. Für alle Beitrittsaspiranten gilt zudem, dass bilaterale Streitpunkte noch vor einer potentiellen EU-Mitgliedschaft beigelegt werden müssen, sodass Konflikte nicht in die Union importiert werden", betont Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE: "Was die Türkei anlangt, so sollten die Gesprächskanäle jedenfalls offen gehalten werden, auch wenn ein EU-Beitritt Ankaras derzeit keine realistische Perspektive darstellt."

"Die EU-Annäherung der Länder am Westbalkan wird seit langem auch von Österreich unterstützt. Die Tatsache, dass sich Österreich kontinuierlich als aktiver Partner des Beitrittsprozesses positioniert, könnte zumindest dazu beigetragen haben, dass die dezidierte Ablehnung einzelner Balkan-Länder über die vergangenen Jahre merklich zurückgegangen ist", hält Schmidt fest.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • seven am 16.04.2018 14:56 Report Diesen Beitrag melden

    Völkermord Armenier

    Eine frechheit das überhaupt irgendwie nur darüber nachgedacht wird. Zuerst müssen die Türken den Völkermord an den christlichen Armeniern zugeben vorher geht überhaupt nichts.

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  • Alex am 16.04.2018 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt immernoch Verhandlungen?

    Von der BR bin ich in diesem Punkt schwer enttäuscht. Mit den türkischen Angriffen auf fremdem Staatsgebiet hätte (a) die EU sofort alle Vertragsgespräche abbrechen müssen und (b) die türkische Botschaft geschlssen werden müssen. ABBRUCH ALLER BEZIEHUNGEN (diplomatisch, wirtschaftlich, usw.) MIT DIESER DIKTATUR!!!

  • Hans am 16.04.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bin nicht begeistert

    Teils sind diese Staaten Pulverfässer. Am ehesten passen noch Serbien und Montenegro in die EU, bei Bosnien nur Srpska. Mazedonien wird gerade von Albanien übernommen, wegen des Verrats ihrer eigenen Sozialdemokraten am mazedonischen Volk. Wie gesagt - mein pers. Meinung. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob sich diese Völker gegen Geld alle ihre Freiheit und Unabhängigkeit abkaufen lassen wollen. Das bezweifle ich sogar bei den Türken. Dort dürfte die Motivation eher im Export ihres Youth Bulge aus Asien nach Europa liegen.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • manu am 17.04.2018 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe

    nich das man da noch immer darüber diskutiert eine türkei hat in der eu absolut nichts verloren

  • Österreichischer Patriot am 17.04.2018 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    EU ist die Zukunft

    In die EU gehören Länder wie Norwegen,Island,die Balkanländer,Weißrussland,Ukraine,Türkei,Aserbeidschan,Armenien und Georgien. Russland wegen der derzeitigen Politik nicht.

  • EU-Patriot am 17.04.2018 13:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind alle Europäer

    Natürlich gehört die Türkei in die EU so schnell wie möglich,genau wie die Balkanländer,Norwegen,Island,Ukraine,Weißrussland,Georgien,Armenien und Aserbeidschan,das ALLES ist Europa. Russland würde auch dazu passen,aber wegen der derzeitigen Politik eher nicht.

  • rudi am 17.04.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    türkei

    im begriff eu steckt das wort europa , darum wird auch nie kongo oder fidschi zur eu kommen

  • Istanbul am 16.04.2018 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Diese Kultur passt nicht zu Europa. Also nicht in die EU.