SOS Mitmensch schlägt Alarm

03. September 2018 09:09; Akt: 03.09.2018 09:18 Print

Weniger Deutschförderung für Mehrheit der Kinder

An vielen Schulen drohen mit Schulbeginn massive Einschnitte bei der Deutschförderung.

 (Bild: picturedesk.com/APA)

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In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beginnt am Montag, 3. September, für rund 475.000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr.

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Mit dem neuen Schuljahr starten die umstrittenen separaten Deutschförderklassen für Schulanfänger und Quereinsteiger, die wegen schlechter Deutschkenntnisse dem normalen Unterricht noch nicht folgen können. Österreichweit soll es rund 700 solcher Extraklassen geben; in Fächern wie Zeichnen, Musik oder Turnen findet der Unterricht allerdings gemeinsam mit Schülern der Regelklasse statt.

Mehr als die Hälfte der Kinder mit Förderbedarf erhält vom Bildungsministerium deutlich weniger Deutschförderung als bisher, so die Menschenrechtsorganisation. SOS Mitmensch fordert die Rücknahme der Kürzungen bei der Sprachförderung.

„Alle Augen richten sich auf die Kinder, die in die separaten Deutschklassen kommen und dort mehr Deutschstunden als bisher erhalten. Dabei droht jene Mehrheit an Kindern in Vergessenheit zu geraten, die bereits im Schulsystem ist und deren Förderstunden von 11 auf 6 Stunden nahezu halbiert werden. Die Bildungschancen dieser Kinder werden verschlechtert“, kritisiert Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

Die Kürzung der Sprachförderung für Schulkinder mit Förderbedarf sei definitiv keine Maßnahme, die das Sprachenlernen unterstütze, so Pollak. Darüber hinaus seien auch Kinder, die neu in separate Deutschklassen kommen, von Verschlechterungen betroffen, so Pollak. "Die betroffenen Kinder werden während ihrer Zeit in der separaten Deutschklasse weniger Kontakt zu gut deutschsprechenden Gleichaltrigen haben als bisher und es drohen auch Einbußen beim Betreuungsverhältnis. Denn bisher sind die Sprachfördergruppen klein gewesen und haben oft weniger als 12 Kinder umfasst, doch jetzt sollen deutlich mehr Kinder in den separaten Deutschklassen sitzen. Das werde es für die Lehrpersonen schwieriger machen, auf die einzelnen Kinder einzugehen", befürchtet Pollak.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frohnatur am 03.09.2018 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kinder

    Was nützen die Förderklassen für Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen, wenn zu Hause nur in der Muttersprache gesprochen wird. Diese Eltern sollten auch DEUTSCH lernen. Kenne genug die mehr als 10 Jahre bei uns sind und immer noch nicht Deutsch können.

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  • Luna mit U am 03.09.2018 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltbild der linken

    Was ist los mit SOS Mitmensch wir können nicht alles bezahlen und überhaupt. Oder zahlt mir jetzt Spanien auch ein Spanisch-Kurs ? Wenn ich nach Spanien möchte und England den Englischkurs ?

  • Altwien am 03.09.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaraffenland für Migranten

    Früher hatten wir auch sogenannte Flüchtlinge, die mußten unsere Sprache allerdings allein erlernen oder den Kurs selbst bezahlen!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • e.e. am 04.09.2018 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Parallelgesellschaft ist vorprogrammiert

    Leider ist die Anzahl der Emigranten so groß, dass es keine Druck gibt Deutsch zu lernen. Sie finden genügend Gesprächspartner und Sozialhilfe gibt es auch ohne Deutschkenntnisse.

  • nicht immer die Hand aufhalten am 04.09.2018 05:05 Report Diesen Beitrag melden

    eine schöne nachhaltige würdevolle Geste

    kann man mal in den übrigen EU-Ländern nachfragen wie die das mit den Asyl- u. Migrantenkindern machen. Wie schaut die Unterstützung dort aus, insbesondere der Förderunterricht; Nur es haben halt die wenigsten Länder so einen hohen Ausländeranteil wie Ö es hat. vielleicht könnten die ganzen Hilfsvereine in Ö den Kindern gratis Deutschunterricht geben ohne dass der Steuerzahler was dafür zahlen muss, das wäre eine schöne Geste.

  • Mia am 03.09.2018 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bei uns

    leben will, soll sich gefälligst selbst darum kümmern dass er Deutsch lernt. In jedem anderen Land ist es Voraussetzung dass du die Landessprache beherrscht wenn du dort leben willst. Nur in Österreich und Deutschland wird den Neubürgern alles am Tablett vorgesetzt und bezahlt und nach 20 Jahren können sie noch immer kein richtiges Deutsch.

  • Christian am 03.09.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Looser

    Wer den Ausführungen des Lehrers nicht uneingeschränkt folgen kann, hat in einer normalen Schulklasse sowieso nichts zu suchen ! Nicht die Lehrer oder die österreichische Gesellschaft ist dafür verantwortlich, sondern die Eltern ! Wenn diese das Ganze nicht auf die Reihe bekommen, werden die Kinder eben dieselben Looser wie sie selbst !

  • Bert am 03.09.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schulbeginn heute in Wien

    Habe mal heute aus Langeweile und weil ich noch Urlaub habe, die Taferlklassler in meinem Wohnbezirk (23. Mauer) abgestoppt. Geschätzter Anteil deutsch sprechender Kinder: 5-15%, der Rest; Kinder von Migranten. Einzug: 3-4 Volkschulen. An der Bus und Bimhaltestelle hörte man alles mögliche an Sprachen, nur kein Deutsch. Und da will man uns erklären es reichen österreichweit 700 Deutschförderklassen ? Die 700 reichen ja nichtmal für Wien.

    • Clever am 03.09.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

      Bertl

      Was ist daran schlimm, eine andere Sprache zu hören/lernen?

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