Hier das Video!

17. September 2017 17:09; Akt: 17.09.2017 20:04 Print

Wirtschaftsexperte zerlegt VP-Programm

Stephan Schulmeister vom Wifo sieht im VP-Wahlprogramm wenig Gutes. Realität und Wunschvorstellung gingen weit auseinander.

Stephan Schulmeister's Video zum VP-Programm

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Der Ökonom Stephan Schulmeister vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) fordert in einer Videobotschaft alle Wählerinnen und Wähler auf, sich das neue Wahlprogramm der ÖVP zu besorgen.

Das Video stellte er online auf dem SP-nahen Kontrast-Blog. In keinem der anderen Wahlprogramme sei der Unterschied zwischen Versprochenem und Realisierbaren so groß wie in jenem der neuen Volkspartei.

Geplante Steuersenkungen entlasten nur Top-Einkommen:

Für Schulmeister ist klar, dass die von der VP geforderten Steuererleichterungen lediglich den Besserverdienenden zugute kommen würden. Den geringfügigen Steuerentlastungen für niedrige Einkommen würden großflächige Einsparungen im sozialen Bereich gegenüberstehen, welche letztlich zu einer Mehrbelastung für einkommensschwächere Haushalte und eben zu keiner Entlastung führen würden.

Schulmeister rechnet vor: Wenn jemand 14 Mal 2.500 Euro verdient so erspare er sich durch die vorgeschlagenen Steuerentlastungen 700 Euro jährlich, bei einem Monatsgehalt von 6.000 Euro würden nach VP-Vorschlag künftig 1.600 Euro Steuerleistung entfallen.

Besonders bitter für Schulmeister: Jenen 34% der Österreicher, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens ohnehin steuerbefreit sind, würden die Steuerpläne von Sebastian Kurz überhaupt nichts bringen. Im Gegenteil, auf diese Verdienstgruppe würden durch die in der Gegenfinanzierung geplanten Sozialkürzungen sogar finanziell noch härtere Zeiten zukommen. Was das mit neuer Gerechtigkeit zu tun habe könne sich Schulmeister nicht erklären.

Kapitalgesellschaften werden bevorteilt:

Ein weiterer Punkt des VP-Programms der Schulmeister stark aufstößt ist jener der vorsieht, Kapitalgesellschaften künftig die Steuern auf nicht entnommene Gewinne zu ersparen. Darin sieht der Wirtschaftsdozent eine klare Diskriminierung. Während es Kapitalgesellschaften nach dem neuen Wirtschaftsplan der ÖVP künftig möglich wäre eben diese Steuern zu umgehen um beispielsweise am Finanzmarkt Investitionen zu tätigen, würden alle anderen Wirtschaftstreibenden, Arbeitgeber wie Arbeitnehmer, weiterhin an diese Steuerlast gebunden seien. Außerdem würden dem Staat Österreich durch diese Maßnahmen mindestens 4 Milliarden Euro fehlen, viel mehr als die ÖVP selbst angegeben hatte.

"Schöne Bilder, harte Fakten"

"Besorgen Sie sich dieses Wahlprogramm der neuen ÖVP", meint Schulmeister noch einmal als Schlussbotschaft: "Vergleichen Sie die schönen Worte und Bilder mit den harten Fakten und überlegen Sie sich vielleicht, warum Industrielle Hunderttausende Euro aus ihrer Privatschatulle für diese neue ÖVP spenden."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Harald am 17.09.2017 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    ÖVP, das Vorzimmer der Konzerne

    Ich bin Einzelunternehmer und muss 55 % Steuern zahlen, während ein Großkonzern - bisher nur 25 % abführen musste und - mit dem neuen Vorschlag von Kurz völlig steuerfrei gestellt wird. Kein Wunder, dass die KTM AG eine halbe Million Euro für Kurz spendete. Solche Konzerne ersparen sich 4 Mrd., mit Folgewirkungen eingerechnet sogar 6 Mrd. an Steuern! 6 Milliarden, die uns bei Pensionen, im Bildungs- und Gesundheitswesen fehlen. Die ÖVP ist das Vorzimmer der Konzerne.

  • Schwarzbuch ÖVP am 17.09.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfluss von Raiffeisen

    Jeder sechste ÖVPler bezieht Sold von Raiffeisen. Damit hat Raiffeisen auf 15,7 % oder rund 200.000 Stimmen Einfluss. Das ist so viel, wie die ÖVP 2008 an Stimmen in der Steiermark erzielte. Ein ganzes Bundesland! Raiffeisen hat 99 % Marktanteil bei Milch, 95 % bei Butter, 85 % Bei Frischkäse, 66 % bei Hartkäse, 80 % bei Fruchtjoghurt. Die mediale Macht von Raiffeisen: APA, Kurier, News, Trend, Profil, Mediaprint, Krone Hit, NÖN, BVZ, K&B, LVZ, LHZ, SAT1 und 40 % des ORF.

  • Aufwachen Leute am 17.09.2017 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    ÖVP ist keine Partei

    Sie besteht aus Interessengemeinschaften: Bauernbund, Wirtschaftsbund, Gewerkschaft öffentlicher Dienst, Industriellenverienigung und natürlich Raiffeisen. Landesorgansiation und Landeshauptleute sind diesen "Interessen" untergeordnet und machen das, was diese Herren vorgeben. Jeder kann versuchen, ob er sich in einer dieser Gruppen wieder findet und seine Interessen vertreten werden. Diese Minderheit regiert eine Mehrheit, nämlich das Volk!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Demokrit am 18.09.2017 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    War doch zu erwarten

    Was hätte man von einem Wirtschaftsexperten, der durch und durch ein roter SPÖler ist anderes erwarten können. Es ist vergeudete Zeit, seine Erkenntnisse durchzulesen, weil man weiss, was er schreiben wird.

  • Pferdetaxi am 18.09.2017 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer der die Tatsache erkannt hat!

    Daher ist es unverständlich, warum bei Umfragen Kurz vorne liegt! Jeder normale Bürger sollte selbstständig erkennen, dass man hier aufs "falsche Pferd" setzt!

  • Hermann Bahr am 17.09.2017 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wusste gar nicht,

    dass die ÖVP ein eigenes Wahlprogramm hat. Hat sie das?

    • PS am 17.09.2017 19:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hermann Bahr

      Die ÖVP eh nicht, es ist die "Neue ÖVP", die mit dem Programm !

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  • Werner Hoch am 17.09.2017 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Irrtum!

    Schulmeister? Soll wohl ein Scherz sein. Der ist Linksideologe und von seriös weit entfernt. Das istvso als ob man Trump als Experte für faire Wahlkämpfe bezeichnen würde.

    • PS am 17.09.2017 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner Hoch

      Bitte um Erklärung was "seriös" in diesem Zusammenhang ist.

    • Anonym am 18.09.2017 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Werner Hoch

      Warum prangert er an, dass die Niedrigverdiener, die keine Lohnsteuer zahlen, keinen Steuervorteil hätten? Viele, die keinen Beruf erlernt haben, gehören dazu und sind selbst schuld! Habe viele in meiner Jugend beneidet, die nach der Schule in der Gegend herumgezogen sind während ich lernen musste. Heute beneide ich sie nicht und sie tun mir auch nicht leid!

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  • Schwarzbuch ÖVP am 17.09.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einfluss von Raiffeisen

    Jeder sechste ÖVPler bezieht Sold von Raiffeisen. Damit hat Raiffeisen auf 15,7 % oder rund 200.000 Stimmen Einfluss. Das ist so viel, wie die ÖVP 2008 an Stimmen in der Steiermark erzielte. Ein ganzes Bundesland! Raiffeisen hat 99 % Marktanteil bei Milch, 95 % bei Butter, 85 % Bei Frischkäse, 66 % bei Hartkäse, 80 % bei Fruchtjoghurt. Die mediale Macht von Raiffeisen: APA, Kurier, News, Trend, Profil, Mediaprint, Krone Hit, NÖN, BVZ, K&B, LVZ, LHZ, SAT1 und 40 % des ORF.