Armutskonferenz kritisiert:

31. Juli 2018 06:00; Akt: 30.07.2018 16:21 Print

Zum Leben braucht man mehr als 150 Euro/Monat

Die Kritik am 150-Euro-Sager der Sozialministerin reißt nicht ab. Zum Leben brauche man wesentlich mehr, argumentieren soziale Organisationen.

Das wird knapp: Armutsexperten glauben nicht, dass man von 150 Euro im Monat in Österreich auf Dauer überleben kann. (Bild: iStock)

Das wird knapp: Armutsexperten glauben nicht, dass man von 150 Euro im Monat in Österreich auf Dauer überleben kann. (Bild: iStock)

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Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) hatte erklärt, dass man von 150 Euro im Monat – abzüglich sämtlicher Wohnkosten – leben könne. Dieser Sager sorgt auch heute noch für heftige Kritik. Die Armutskonferenz, ein 1995 gegründetes Netzwerk aus einer Vielzahl von sozialen Organisationen, fordert jetzt von der Politik, die Lebenssituation von Menschen in sozialen Krisen dementsprechend "ernst zu nehmen".

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Schuldnerberatung rechnet mit Bedarf von rund 830€/Monat

Auch die Experten von der Schuldnerberatung können bei der Kostenrechnung der Sozialministerin nur ungläubig den Kopf schütteln. Ihrer eigenen Rechnung nach benötige ein Ein-Personen-Haushalt rund 830 € im Monat um überleben zu können (s. Grafik in der Info-Box). Allerdings: Neben Fixkosten für Lebensmittel, Körperpflege oder Gebühren (wie etwa für Telefon oder Internet) solle man laut Schuldnerberatung auch am Sozialleben teilhaben, wofür die Schuldnerberatung in etwa 130 € im Monat vorsieht.

Nur "unzensuriert.at" könnte von 150 €/Monat leben

Einzig die rechte Online-Plattform "unzensuriert.at" schlägt sich rechnerisch auf die Seite der Ministerin: Sie listet Lebensmitteleinkäufe auf, die sich monatlich auf 125,43 € belaufen würden. Da stehen dann halt so kulinarische Leckerbissen wie 10 Großpackungen Pudding oder 5 kg Hühnerkeulen auf dem Speiseplan für einen ganzen Monat. Man darf gespannt sein, ob die Redakteure der Online-Plattform im Selbstversuch den Beweis für ihre Theorien erbringen werden.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christa am 31.07.2018 07:14 Report Diesen Beitrag melden

    Änderung

    Das Preisniveau für unsere Lebensmittel ist im EU-Durchschnitt um ein drittel höher, als in anderen Ländern, deshalb ist diese Aussage mehr als präpotent, hier wäre die Politik gefragt, dies zu ändern.

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  • Toni am 31.07.2018 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    Habe über 18 Monate nur 490,-- vom AMS erhalten weil ich geheiratet habe und meine Frau 1000,-- netto verdient. Dank einer Gesetzesänderung, die wir SPÖ FPÖ und NEOS zu verdanken haben bekomme ich wieder die volle Notstandshilfe. Es ist fast nicht möglich zu zweit von 1490,-- zu existieren denn Leben ist das keines. Bekomme leider keine Arbeit denn ich bin 57Jahre und meine letzte Firma ging in Konkurs.

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  • fireone am 31.07.2018 07:02 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Regierung

    macht die, in sie gesetzte, Hoffnung zunichte. Manche Minister und Ministerinnen fuhrwerken in ihrem Ressort wie eine Planierraupe herum.

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • isabell am 03.08.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    150 im monat

    reichen ja wohl für unsere gäste , ist genug taschengeld weil sie eh alles andere gratis bekommen also warum diese aufregung

  • Black Cube am 03.08.2018 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Das Ärgste ist ja:

    Daß man über den Schwachsinns-Sager dieser Ministerin überhaupt diskutiert. Man kann ihren Rücktritt fordern aber über 150 Euro im Monat darf man auf keinen Fall ersthaft diskutieren.

  • Humanavox am 31.07.2018 23:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man arbeitslos ist geht es sich nicht aus

    Also ich lebe seit Jahren mit weniger als 150 Euro. Hab aber die Arbeit als Abwechslung. Meine Schwägerin- seit 10Jahren freiwillig arbeitslos - schafft es nicht. Rauchen 1 pkg pro Tag (ich hab in der Arbeit Rauchverbot), Haustier weil ihr so fad ist, Handy (ich hab Firmenhandy), abends jeden Tag weggehen (ich bin nach drr Arbeit müde und lese oder schaue fern). Somit: ich brauch nicht mehr, die Schwägerin hat keine Tagesstruktur, will Spass und braucht ca 700 pro Monat for fun. War bei mir auch so als Student wollt ich jeden Tag Party machen und gab ca 500Euro pro Monat plus Wohnung gebraucht

  • Eli Fix am 31.07.2018 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Des ist hoit ASozialministerin

    Fr. Hartinger-Klein, wenn es so toll und locker ist, mit EUR 150,00/Monat auszukommen (ohne Wohnen) verzichten Sie doch auf ihr mickriges Ministergehalt, und leben selbst mit diesen EUR 150,00 in Saus und Braus !!!

  • Charm am 31.07.2018 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    Reine Ausbeutung

    Dies hat nichts mit dem Artikel zu tun aber eine Frechheit wie man LEBEN verstanden wird , wie man die Menschen ausnutzen, Österreich ist ein schönes Land, gutes Leben hat man auch, aber nur alle Rechnungen bezahlen zu können damit ja nichts übrig bleib, es sollte sich ja lohnen jeden Tag um 4 Uhr in der Früh ausstehen 2 std mit dem Auto zur Arbeit Pendeln, wer kann sich ein Eigentum leisten ohne Kredit? 1200 Netto verdiener sicher nicht!