Wie groß wird sie?

09. Januar 2019 09:21; Akt: 09.01.2019 16:57 Print

Zweifel an "größter Steuerreform aller Zeiten"

Rund um die Steuerreform werden derzeit große Reden geschwungen. Aber: Wird es tatsächlich die größte Entlastung aller Zeiten?

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So hoch sind die österreichischen Steuern im internationalen Vergleich.

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Die "größte Steuerreform aller Zeiten": Mit diesen Lorbeeren schmückt sich jede Regierung gern. Schon die Steuerreform unter Schwarz-Blau im Jahr 2004 bezeichnete der damalige Kanzler Wolfgang Schüssel als "größte Steuerreform aller Zeiten". Die rot-schwarze Regierung 2015 mit Werner Faymann an der Spitze sprach dann auch von der "größten Steuerreform der zweiten Republik".

Jetzt wünscht sich Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer (ÖVP) eine neue größte Reform aller Zeiten. Entlastungen von bis zu fünf Milliarden Euro soll es geben.

Durchgerechnet
Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hält diesen geplanten Rekord aber für unwahrscheinlich. Die letzten drei "größten Steuerreformen aller Zeiten" bewegten bis zu 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung (des BIP).

Um die vorherigen Steuerreformen zu übertreffen müsste die aktuelle Reform ab 2020 also um fast 6,3 Millarden Euro senken, rechnet das Wifo vor.

>>>> So viel Steuern zahlen wir im internationalen Vergleich. Hier geht es zur interaktiven Karte.

Ansichtssache
Die angekündigten 5 Milliarden hingegen würden im Jahr 2020 in etwa 1,2 Prozent des BIP entsprechen. Wäre also genau genommen nicht die "größte Steuerreform aller Zeiten" - aber knapp dran. Die Reform 2009/2010 war ungefähr gleich groß, jene von 2004/2005 und 2015/2016 brachten etwas mehr Entlastungen (1,5 Prozent).

Diese Berechnungen sind freilich eine Sache der Perspektive. Denn: die Reform durch die schwarz-blaue Regierung 2004/2005 wurde nur zu einem geringen Teil durch neue Steuern an anderer Stelle gegenfinanziert - während die rot-schwarze Steuerreform fast komplett in anderen Bereichen ausgeglichen wurde.

Reform in Etappen
Die Wirtschaftsexperten halten eine gesamtheitliche große Entlastung für das Jahr 2020 für unwahrscheinlich. So wird es vielleicht auch nicht passieren: Denn die "Presse" berichtet in ihrer Mittwochsausgabe, dass die geplante Reform in Etappen umgesetzt werden soll.

In einer ersten Etappe könnten die Krankenversicherungsbeiträge für Wenigverdiener gesenkt werden, dann 2021 die unteren drei Lohnsteuer-Gruppen. 2022 soll die Körperschaftssteuer von auf 19 oder 20 Prozent gesenkt werden.

Mit der Abschaffung der kalten Progression will man sich bis zum Wahljahr 2022 Zeit lassen. Der Spitzensteuersatz von 55 Prozent soll verlängert werden.

Details am Freitag
Das sind freilich bis jetzt nur Spekulationen. Am Freitag im Rahmen der Regierungsklausur wollen Kurz und seine Minister Details bekanntgeben.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wolfgang am 09.01.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schweigekanzler 2.0

    Da Schwarz Blau 1 alle gewinnbringenden verstaatlichten Unternehmen an ihre Sponsoren verkauft hat wird es schwierig werden eine Steuerreform zu finanzieren.

  • schurkraid am 09.01.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    wer zahlt den das ganze bitte? und wenns so ne reform qird wie 2016 bringt das wieder mal garnix... verdienen die die mehr bekommen wieder um einiges mehr z.b. frau 1200 netto nach reform 1211 11euro bekommen. ich 1400 netto 1450 50 euro mehr. mein vater 2200 netto dann 2320 also 120 euro mehr. er hat also damals das doppelte bekommen als ich und meine freundin. wo ist das ne entlastung wenn dann kinotickets,schwimmbäder usw mehr geld kosten? den gering verdienern bleibt trotzdessen einfach nichts und andere bekommen die tasche gefüllt

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  • Der/Puuuu am 09.01.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Immer Größter

    Größte Steuerreform, bester Innenminister. Größenwahn?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Nil am 09.01.2019 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt

    Wenn sie uns 1 geben nehmen Sie uns wo anders 2 weg. Nur das es über Umwege vollzogen wird und nicht als Steuererhöhungen aussieht bzw sehen darf.

  • Silvestermundl am 09.01.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit

    Körperschaftssteuer gehört gesenkt, ebenso der Steuersatz für mittlere und hohe Einkommen. Sehe nicht ein, warum jemand, der nichts zahl, auch noch begünstigt wird. Die Verteilerei nach unten muss einmal ein Ende haben, sonst gehen alle, die was können wo anders hin.

    • Kritischer Geist am 10.01.2019 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      @Silvestermundl

      Das ist ja jetzt bereits der Fall. Dafür wandern jedes Jahr Zehntausende Sozialleistungsempfänger ein, die zwar nichts zu bieten, dafür aber viel zu fordern haben. Multikulti hurra!

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  • schurkraid am 09.01.2019 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja

    wer zahlt den das ganze bitte? und wenns so ne reform qird wie 2016 bringt das wieder mal garnix... verdienen die die mehr bekommen wieder um einiges mehr z.b. frau 1200 netto nach reform 1211 11euro bekommen. ich 1400 netto 1450 50 euro mehr. mein vater 2200 netto dann 2320 also 120 euro mehr. er hat also damals das doppelte bekommen als ich und meine freundin. wo ist das ne entlastung wenn dann kinotickets,schwimmbäder usw mehr geld kosten? den gering verdienern bleibt trotzdessen einfach nichts und andere bekommen die tasche gefüllt

    • Kritischer Geist am 09.01.2019 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      @schurkraid

      Wenn Sie 1200 netto bekommen, zahlen Sie ohnehin praktisch keine Steuern. Deshalb profitieren Sie auch von Steuerbegünstigungen nicht. Ihre Kritik lässt sich nur so erklären, dass Sie offenbar nicht verstehen, dass diejenigen entlastet werden sollen, die diesen Staat finanzieren. Es geht nicht darum, Menschen Geld zu schenken, die zur Finanzierung unseres Staates ohnehin nichts beitragen.

    • LupoVino am 09.01.2019 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Nur so zum

      Nachdenken an Kritischen Geist ! Wer nur 1.200 verdient, hat fast keine Möglichkeit etwas zu sparen und pumpt alles wieder in die Wirtschaft. Auf fast alles wird 20% Mwst. draufgeschoben - also zahlt der mit 1200 mehr als genug Steuern.

    • kritischer Geist am 09.01.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      @LupoVino

      Nur so zum Nachdenken an LupoVino. Ihr Hinweis trifft zu, aber Besserverdiener geben noch mehr Geld aus und pumpen damit noch mehr von ihrem Geld in die Wirtschaft als weniger gut Verdienende. Von mir aus kann man auch gerne über eine Senkung der MWSt. nachdenken, aber die würde ebenfalls wieder eher die Besserverdiener entlasten. Egal welche Steuern man senkt, man wird IMMER eher die entlasten, die mehr Steuern bezahlen. Und das ist auch gut so.

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  • Wolfgang am 09.01.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schweigekanzler 2.0

    Da Schwarz Blau 1 alle gewinnbringenden verstaatlichten Unternehmen an ihre Sponsoren verkauft hat wird es schwierig werden eine Steuerreform zu finanzieren.

  • Der/Puuuu am 09.01.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Immer Größter

    Größte Steuerreform, bester Innenminister. Größenwahn?

    • Kritischer Geist am 09.01.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Der/Puuu

      Dass es einer großen Steuerreform überhaupt bedarf und eines Innenministers, der hart durchgreift, ist doch der beste Beweis dafür, dass die einstige linke Politik gewaltige Fehler gemacht hat. Oder etwa nicht?

    • LupoVino am 09.01.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Parteitrolle

      und Arxxxxkriecher sollte ihre Bildungsstandards zuerst verbessern und dann posten - die türkis-schwarzen sind weit über 30 Jahre in der Regierung und die blaunen waren auch schon dran - außer gewaltige Schulden habens auch nix zusammengebracht. Und wenns dieses Jahr schon in einer Apotheke waren, dann werdens draufkommen, daß gewisse Medikamente ( Blutdruck ) nicht mehr von der Kasse gezahlt werden, weil türkis-blau das Geld für die ganzen neuen Posten bei der Kassenzusammenlegung braucht.

    • Kritischer Geist am 09.01.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

      @LupoVino

      Ich bin Arzt, aber dass gewisse Blutdruck-Medikamente jetzt nicht mehr von den gesetzlichen Sozialversicherungen übernommen werden, wäre mir neu. Wenn es tatsächlich gewisse (längst überfällige) Einsparungen bei rezeptpflichtigen Medikamente gibt, dann am ehesten bei denen, deren Wirkung ohnehin fraglich ist. Wir haben unter Regierungsbeteiligung der Roten IMMER mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Wer glaubt, dass das langfristig gut gehen kann, ist selber Schuld.

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