Libanon: Le Pen lehnt Kopftuch ab – und geht

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Die Chefin des rechtspopulistischen französischen "Front National", Marine Le Pen, weilt derzeit im Libanon.
Als ein Mitarbeiter des dortigen Großmuftis ihr vor dem Treffen ein Kopftuch reichen wollte, lehnte Le Pen ab. Nach einem kurzen Gespräch ging sie wieder und verzichtete auf das Treffen.

Marine Le Pen traf in der libanesischen Hauptstadt unter anderem das dortige Staatsoberhaupt Michel Aoun sowie mehrere christliche Vertreter. Auf dem Plan stand auch ein Treffen mit dem sunnitischen Großmufti des Libanon, Scheich Abdel-Latif Derian. Als sie beim Treffen eintraf, forderten Mitarbeiter des Großmuftis Le Pen dazu auf, ein Kopftuch zu tragen.

Le Pen, deren Partei im Wahlkampf Stimmung gegen Muslime macht, weigerte sich. Bei einem früheren Treffen mit dem sunnitischen Großmufti des ägyptischen Al-Azhar-Instituts - einem der angesehensten sunnitischen Geistlichen - habe sie auch kein Kopftuch tragen müssen, soll die französische Politikerin gesagt haben. Als die Mitarbeiter ihr erwiderten, dass dies hier anders sei, machte Le Pen kehrt und fuhr wieder davon.

Gegenüber Pressevertretern sagte die Front-National-Chefin, sie habe bereits bei der Vereinbarung des Treffens gesagt, dass sie sich nicht verhüllen werde. "Sie haben das Treffen nicht abgesagt, deshalb habe ich geglaubt, dass sie akzeptieren, dass ich keinen Schleier trage", so Le Pen.

Erst vor kurzem gab es Kritik für einige schwedische Ministerinnen, die sich bei einem Besuch im Iran mit einem Kopftuch verhüllten. (red)

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Libanon

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