Jagd auf Wale färbt das Meer blutig rot

Hunderte Wale und Delfine werden jedes Jahr bei der traditionellen 'Grindadráp' auf den Färöer-Inseln gejagt und getötet. Die Bilder davon schockieren die Welt.
Jedes Jahr ziehen bis zu 1.000 Grindwale (Globicephala melas) durch die engen Fjorde de Färöer-Inseln. In dem Protektorat der dänischen Krone hat die Jagd auf die Meeressäuger wird "Grindadráp" genannt und hat eine lange Tradition.

Die internationale Tierschutzorganisation "Sea Shepherd" hat direkt vor Ort undercover Agenten eingeschleust, die diese grausame Jagd dokumentieren sollten – "Operation Bloody Fjords" war geboren. Die Fotos, die die Aktivisten im Anschluss veröffentlichten (siehe Diashow oben), sind nichts für schwache Nerven.

Bei neun verschiedenen Jagdfahrten sollen Informanten der Tierschützer dabei gewesen sein. Die Tiere werden zu Dutzenden von Fischerbooten mit spezieller Grind-Ausrüstung (Fanghaken, Taue und Grindwal-Messer) zu bestimmten Stränden getrieben.

1.691 Grindwale und Delfine getötet

Weil keine Schusswaffen verwendet werden dürfen, müssen die Fischer mit jedem einzelnen Tier im eiskalten Wasser kämpfen. Erst wird der Fanghaken in das Blasloch des Wals eingeführt und dieser damit an Land gezogen, wo er mit dem "Grindaknívur" getötet wird. Dieses Grindwal-Messer hat eine Klingenlänge von bis zu 20 Zentimeter und dient dazu, das Rückenmark zu durchtrennen. Mit diesem werden die Wale anschließend auch zerlegt. Das Meer färbt sich dabei an den Stränden blutig rot.

Doch nicht nur Grindwale werden auf den Färöer gejagt. Auch hunderte Weißseitendelfine (Lagenorhynchus acutus) wurden von den Fischern auf ähnliche Weise erlegt.

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Nach Angaben von "Sea Shepherd" wurden bei der Grindadráp dieses Jahr insgesamt 1.691 Grindwale und Delfine getötet. Die Organisation fordert das Aus dieser "barbarischen Tradition" und hat diesbezüglich eine offizielle Anfrage an die EU-Kommission gestellt. Für die Einwohner der Färöer-Inseln hat der Walfang allerdings nicht nur Tradition, sondern ist auch eine günstige und wichtige Nahrungsquelle – das Fleisch wird nicht verkauft, sondern auf alle Bewohner der Inselgruppe nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt. (rcp)



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