Voodoo-Skandal: Stadt will Geld von Heiler zurück

Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) fordert nun die volle Aufklärung des Esoterik-Falls. Außerdem will man prüfen, ob man das Geld zurück bekommen kann.
Gleich zu Beginn der Pressekonferenz erklärte die Stadträtin, dass sie über den "Esoterik-Auftrag" entsetzt sei. Außerdem meinte sie, dass sie zunächst nur einen Zwischenbericht abgeben könnte - "mehr ist es nicht".

Gemeinsam mit dem Vorstand des Krankenanstaltenverbunds stellte sie klar, dass man die volle Aufklärung des Falles fordere. Auch ein U-Ausschuss sei möglich: ""Alles was der Aufklärung dient, ist richtig und gut."

Weiters meint Frauenberger, dass es ihr bewusst war, dass die Kosten mit der Dauer des Baus steigen würden, "aber mit so etwas rechnet man nicht, dass Geld für Humbug rausgeschmissen wird." Ihr sei es deshalb auch wichtig herauszufinden, welche Aufträge es noch gegeben hat.

CommentCreated with Sketch.33 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Kein Schutzring? Dann Geld zurück

KAV-Direktor Herwig Wetzlinger ist aber noch etwas anderes wichtig: Und zwar das Geld zurück zu bekommen. Im Vorfeld wurden dem Esoteriker Christoph Fasching 95.000 Euro bezahlt, damit dieser einen "Energie-Schutzring" um das Krankenhaus Wien-Nord legt. Im Dezember vergangenen Jahres hätte man zunächst 35.000 Euro an den "Bewusstseinsforscher" gezahlt, im Jänner nochmal weiter 60.000 Euro.

Für die Rückforderung seien nun zwei Aspekte wichtig: Die im Angebot beschriebene Wirkung muss nachgewiesen werden, ansonsten könne man das Geld zurück verlangen. Weiters müsste der Esoteriker einen Gewerbeschein vorweisen können, da er die Tätigkeit ansonsten gar nicht hätte ausführen dürfen.

Verantwortlichen von Funktion enthoben

Wetzlinger erklärte in der Pressekonferenz jedoch, dass Fasching in seiner Funktion als "Berater" bezahlt wurde. Daher könnte es schwierig sein, das Geld im vollen Umfang zurück zu bekommen, da er wohl eine Ausbildung zum Coach gemacht hat.

Der KAV-Direktor beteuert auch, dass die Projektleitung in keiner Sitzung von den Aufträgen berichtet hätte. Sein Kollege Michael Binder dazu: "Es ist wichtig, dass so ein Gebäude physikalisch abgeschirmt ist - das hat aber mit Energetik nichts zu tun!" Er distanzierte sich dabei auch klar von allen naturwissenschaftlichen nicht begründbaren Vorgängen.

Gemeinsam werde man aber trotzdem an dem Projekt KH-Nord festhalten. Die Verantwortlichen wurden bereits von ihrer Funktion enthoben. Ob man sie auch suspendieren kann wird nun geprüft. Die Staatsanwaltschaft wurde jedenfalls bereits benachrichtigt.

Das Krankenhaus Nord - hier in Fotos:

(slo)

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