FPÖ schließt Politiker nach "Like"-Affäre aus

Markus Ripfl ist FPÖ-Gemeinderat. Ein "Like" am Silvesterabend brachte ihn auf Twitter in Erklärungsnot. Und kostete ihn letztlich auch seinen Posten.
Der niederösterreichische FPÖ-Gemeinderat Markus Ripfl kam auf Twitter in eine äußerst peinliche Situation. In der Silvesternacht wurde von seinem YouTube-Account ein "Like" für ein Lied der Neonazi-Band "Division Germania" vergeben.

Über die Benachrichtigungsfunktion von YouTube wurde das vergebene "Like" auf Twitter gepostet. Ein Screenshot des Tweets kursierte daraufhin auf sozialen Medien.

Ripfl löschte das Twitter-Posting und widerrief den "Like" auf YouTube. Auf Twitter erklärte er, jemand habe das Passwort zu seinem Youtube-Zugang gehackt und bewusst das Neonazi-Lied ("von einer mir unbekannten Band", wie er schreibt) geliket um ihm zu schaden.

CommentCreated with Sketch.5 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Diese Erklärung postete er zunächst noch in den frühen Morgenstunden des Neujahrstages, anschließend postete er sie am Nachmittag nochmals.

Am Montagabend teilte die FPÖ Niederösterreich mit, dass "ein Gemeinderat" aus dem Bezirk Gänserndorf wegen "Gefahr in Verzug" aus der Partei ausgeschlossen wurde. Dabei soll es sich um Ripfl handeln. Landesparteisekretär Christian Hafenecker erklärte, der Betroffene sei immer wieder mit rechten Postings ausgefallen und im Dezember verwarnt worden, berichtet der "ORF". Der Gemeinderat sei immer ein "Grenzgänger" gewesen, bei Dingen, "wo wir auch von der FPÖ nicht anstreifen wollen", heißt es weiter. Das Gemeinderatsmandat könne er trotz Parteiausschluss behalten.

Ripfl machte bereits früher mit Nähe zu neonazistischen Symbolen auf sich aufmerksam. Als er noch Wiener Landesobmann des Rings freiheitlicher Studenten (RfS) war, tauchten Fotos aus seiner Jugendzeit auf. Diese zeigten ihn bei einer Keltenkreuz-Fahne (ein verbotenes Neonazi-Symbol) sowie beim sogenannten Kühnen-Gruß.

Der 23-jährige Niederösterreicher, der für die FPÖ in seinem Heimatort Orth an der Donau im Gemeinderat. Seit seinem Studium in Wien ist er Mitglied der deutschnationalen Burschenschaft Olympia, der auch FPÖ-Parlamentarier Martin Graf sowie mehrere Aktivisten der rechtsextremen "Identitären" angehören. (red)

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