Lunacek: "Ich bleibe auch nach der Wahl in Wien"

Von der Wiener Ringstraße bis Breitensee ging's mit der Grünen Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek. Themen: Asyl, Bildung – und ihr Radunfall.
„Immer dann, wenn ich nicht mit dem Rad fahre oder ein Taxi nehme, weil ich es sehr eilig habe, fahre ich öffentlich – in Wien ist man so am schnellsten", meint Ulrike Lunacek beim Einsteigen in die Straßenbahn.



Wir fahren zur abendlichen Stoßzeit – draußen Nieselregen, drinnen Gedränge. Lunacek ist trotzdem gut gelaunt, sie grüßt Fahrgäste, erklärt der Wienerin Nada (19) ihre Pläne für den Bildungsbereich, springt dann plötzlich mitten im Interview auf, um einer alten Dame Platz zu machen. „Das ist ein Reflex", erklärt die Grüne.

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Ihr politisches Ziel ist klar: „Ich arbeite darauf hin, in der nächsten Regierung mitzureden. Das ist der Plan." Eine Regierungsbeteiligung um jeden Preis wird es aber nicht geben. Ein klares Nein dafür zu einer Koalition mit der FPÖ. Es gelte, Schwarz-Blau zu verhindern.

Die Umfragen sind für die Grünen nicht rosig: Was, wenn sich Mitregieren nicht ausgeht? „Ich werde Klubobfrau, bleibe in Wien. Mein Mandat im EU-Parlament lege ich zurück." Derzeit ist Lunacek Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments, spricht bei Themen oft die europäische Dimension an.



Etwa beim Klimaschutz: „Hier ist Österreich hinten nach, was die Treibhausgas-Emmissionen angeht. Da müssen wir mehr tun – mehr umsteigen auf öffentlichen Verkehr. Und: Diesel und Benzin sollen gleich viel kosten." In der Asylpolitik will sie, dass „Flüchtlinge auch legal nach Europa kommen können, über die Botschaften." Bei den „Migrationsströmen" will sie „Ordnung ins Chaos bringen": „Ich bin keine, die Ängste schürt, das machen die anderen."



Traurig ist für die bekennend lesbische Politikerin, dass ihre sexuelle Ausrichtung bis heute für Angriffe sorgt – „vor allem in den Sozialen Medien". Das sei aber nicht der Grund, warum ihre Lebensgefährtin nicht im Wahlkampf auftritt: „Sie will keine Rolle spielen. Das respektiere ich."

Mehr über die Grüne Spitzenpolitikerin erfahren Sie auch im Wordrap. Hier erzählt sie, ob sie Peter Pilz vermisst und wie schlimm ihr Radunfall in Wien war.

(uha)

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