So grausam werden Rinder für Burger gequält

Undercover-Aufnahmen des SOKO Tierschutzes zeigen schwere Misshandlungen in einem Bio-Schlachthof. McDonald's kündigte die Zusammenarbeit.
Laut dem SOKO Tierschutz kann das Fleisch dieser Rinder potenziell in jedem Supermarkt, Bio-Laden, Restaurant, Burger oder beim Metzger liegen. Ziemlich sicher auch in Österreich, wie Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz berichtet. Erst am vergangenen Freitag holte ein 40-Tonner mit österreichischem Kennzeichen Fleisch aus dem Betrieb ab.

Es stammt von dem deutschen Schlachthof Hynek – einem Fleischlieferanten von Fast-Food-Läden. Diese Undercover-Aufnahmen zeigen, wie grausam Rinder dort gequält werden. "Kein Einzelfall, sondern System", sagt SOKO Tierschutz. In diesem Fall sogar mit Bio-Kennzeichnung.

Videos zeigen Tierquälerei

Rinder, die bei unzureichender Betäubungen zuckend zum Entbluten auf dem Schlachthaken hängen. Elektroschocks ins Gesicht oder den Anus. Unnötige Gewalt und Schläge mit Eisenstöcken - diese und andere Verstöße gegen den Tierschutz zeigen jüngst veröffentlichte Undercover-Aufnahmen des Vereins SOKO Tierschutz.

Überwachungskameras sinnlos, Tierärzte untätig

Kaum zu glauben: Oftmals steht ein Veterinärmediziner unmittelbar daneben wenn ein Tier misshandelt wird – sieht die Verstöße, bleibt dennoch untätig.

SOKO Tierschutz
Web:www.soko-tierschutz.org

Quelle:
Spiegel-TV
Ebenso wenig erweisen sich die vom Schlachthof selbst installierten Überwachungskameras als geeigneter Schutz vor Tierquälerei. Jeder Verstoß wurde dokumentiert. Doch wo kein Kläger,...

CommentCreated with Sketch.12 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Die Aufnahmen stammen aus dem Schlachthof Hynek in Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg/Deutschland). Mitglieder des Vereins SOKO Tierschutz montierten darin versteckte Kameras. Der Betrieb gehört "OSI Food Solutions Germany".

Das deutsche TV-Format Spiegel TV veröffentlichte im Februar 2018 das schockierende Video-Material. Laut mehreren Medienberichten wurde der Schlachthof in Tauberbischofsheim nach der Ausstrahlung geschlossen. Wie Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz berichtet, wird dort jedoch nach wie vor gearbeitet. Erst vergangen Freitag holte ein Kühllaster mit österreichischem Kennzeichen Fleisch aus dem Betrieb ab.

McDonald's reagierte auf Aufdecker-Video

Der Fast-Food-Konzern stellte nach Bekanntwerden des Videos die Lieferbeziehung zum Schlachthof ein: "Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel. Wir haben den Bezug von Fleisch von besagtem Schlachthof unmittelbar nach Kenntnis der Vorwürfe bis auf weiteres einstellen lassen", heißt es von McDonald's.

Hier lesen Sie die Stellungnahme von McDonald's zu den Enthüllungen.

Tierquälerei auch in anderen Betrieben



Wie weitere Video-Aufnahmen verdeckter Ermittlungen des SOKO Tierschutzes zeigen, ist dies kein Einzelfall.

Im Oktober und November 2017 ermittelte der SOKO Tierschutz undercover im Schlachthof Frenken in Düres (Deutschland). Die Aufnahmen verstören. Obwohl der Schlachtbetrieb bio-zertifiziert ist und über ein sechsköpfiges Veterinärteam verfügt.

(mp)

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