Bordell-Wohnungen von Polizei "geschlossen"

Bild: picturedesk.com
Die "Kunden" wurden auf der Straße vor dem Haus angeworben. Nun befestigte die Polizei eine Siegelmarke an die Türen und wechselte die Schlösser aus.
Das Haus im Innsbrucker Viertel Höttinger Au war in der ganzen Stadt bekannt. Es sorgte auch in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. Das Haus Mitterweg 87 galt nämlich als letzte Bastion des illegalen Rotlicht-Millieus in Innsbruck.

Die Bewohner des Hauses berichteten, dass sich in mehreren Wohnungen Mädchen aufhalten würden, die regelmäßig Besuche von Freiern bekommen.

Die Spielregeln im Wohnblock wurden von den Zuhältern vorgegeben, an die sich auch unbeteiligte Mieter halten mussten. So wurde am Abends der Keller des Wohnhauses abgesperrt, um überraschende Polizeibesuche zu verhindern. Wer sich beschwerte, dem wurde mit dem Tod gedroht, berichten Zeugen.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In der Nacht erwachte das Haus zum Leben

Briefträger gingen nicht mehr zu den Wohnungen - aus Angst. Die Briefe enthielten selten guten Nachrichten, waren meist von den Behörden, weshalb die Empfänger oftmals verärgert waren und dem Postboten gegenüber aggressiv wurden.

Die unbeteiligten Mieter mussten das Laufhaus dulden. Die Mieten waren günstig und viel mehr konnten sich die meisten nicht leisten. Gegen den Gestank in der Wohnung und den lauten Geräuschen in der Nacht konnten sie sich bislang nicht wehren.

Keiner weiß, wer der Eigentümer ist

Nun wurden die betroffenen Wohnungen "geschlossen". Die Behörden entschieden, dass sich darin eine "Bordellbetrieb ähnliche Struktur" entwickelt hätte. Einen Verantwortlichen konnte man aber bislang nicht ausfindig machen. Die rund 30 Prostituierten, die auf zehn Wohnungen aufgeteilt waren, behaupteten, sie würden das Geld für die Nutzung der Apartments an einen Bulgaren bezahlen. Ob ihm die Wohnungen aber gehören, konnten sie nicht beantworten.

(ds)

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