Handel befürchtet: Butter könnte bald knapp werden

Die massive Butter-Nachfrage hat die Preise um bis zu 141 Prozent in die Höhe getrieben.
Die massive Butter-Nachfrage hat die Preise um bis zu 141 Prozent in die Höhe getrieben.Bild: iStock
Seit Mai 2016 ist Butter in Österreich um bis zu 141 Prozent teurer geworden. Jetzt könnte sie auch noch Mangelware werden.
Spätestens zur weihnachtlichen Backsaison könnte Butter in Österreich zur Mangelware werden. Davor warnt jedenfalls ein Handelsexperte im „Heute"-Gespräch.

Ringen um Butter-Kontingente

Grund ist die massiv gestiegene Nachfrage, die in der kälteren Jahreszeit traditionell noch weiter anzieht. Die Supermarkt-Ketten versuchen deshalb bereits jetzt fieberhaft, sich für kommenden Winter entsprechende Kontingente zu sichern.

Angst vor Palmöl kurbelt Nachfrage an

Eine Hauptquelle des Problems ist die Nahrungsmittelindustrie, die das in Verruf geratene Palmöl vermehrt durch Butter ersetzt. Gleichzeitig essen die Österreicher aktuellen Ernährungstrends folgend wieder mehr tierisches Fett. Ein Umstand, der übrigens auch den Absatz an fettem Joghurt deutlich in die Höhe getrieben hat. Und: Zusätzlich bewog die Milchmarkt-Liberalisierung in der EU zahlreiche Milch-Lieferanten zur Aufgabe.

Preise stiegen um bis zu 141 Prozent

Preislich dürfte der Plafond nicht erreicht sein. Dabei zeigt eine Zeitreihe über die Jahre 2010 bis 2017 von Statistik Austria: Noch nie seit 2010 war Butter so teuer wie heute.

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das bestätigt auch der Handel anhand eines konkreten Beispiels. So kostet etwa das Päckchen Teebutter "Silberfolie" von Pinzgau Milch bereits 2,39 Euro. Im Mai 2016 waren die 250 Gramm noch für 1,29 Euro, im Rahmen einer Aktion sogar für nur 0,99 Euro zu haben. Das entspricht einem Preisanstieg von unglaublichen 85 Prozent bzw. 141 Prozent!

Bio nur noch wenig teurer als Diskont

Ungewöhnlich - aufgrund der Entwicklung ist Diskont-Butter hier zu Lande nur noch um einige Cent billiger als die Bio-Variante. Für letztere müssen Konsumenten derzeit etwa bei Billa 2,59 Euro hinblättern. Ursache für die preisliche Annäherung: Biobutter und Biomilch sind im Gegensatz zu konventionell hergestellten Milchprodukten in ausreichenden Mengen vorhanden. (bart)

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