FPÖ verliert an SPÖ, kleines Plus für die ÖVP

Eine Koalition mit unterschiedlichen Auswirkungen auf die Partner: Während die VP gegenüber dem Wahlergebnis noch zulegen kann, verliert die FP klar.
Würde Österreich am Sonntag wählen, hätte das nur für eine Partei wirklich tragische Folgen: Die Liste Pilz würde aus dem Nationalrat fliegen. Das zeigt die aktuelle "Unique Research"-Umfrage für "Heute". Die Details:

Wahlgewinner wäre wie im Oktober die VP. Sie würde ihr Ergebnis von 31,5 % sogar noch leicht übertreffen und auf 32 % zulegen.

Im Nacken sitzt den Türkisen allerdings die SP. Sie legt um 3,1 Prozentpunkte zu, hat wieder einen Dreier vor dem Ergebnis. Heißt: Bei einer Schwankungsbreite von 3,5 % wäre sogar der Wahlsieg möglich.

Die Regierungsbeteiligung wirkt sich für die FP vorerst negativ aus. Sie könnte die 26 % vom Oktober nicht halten. Das Minus von drei Prozentpunkten entspricht fast exakt dem Zugewinn der SP. "Ob das ein Trend ist oder nur eine kurzfristige Erscheinung, werden erst die nächsten Umfragen zeigen", analysiert Meinungsforscher Peter Hajek dieses Phänomen.



Pinke Freude auslösen dürfte die Umfrage bei Neos-Chef Strolz. Seine Partei käme auf gute 8 % – ein Plus von 2,7 %.

Abschied nehmen vom Hohen Haus müsste die Liste Pilz. Sie verliert mehr als die Hälfte ihrer Wähler, liegt nur mehr bei 2 %.

Eine Zitterpartie wäre der Wahlsonntag für die Grünen. Sie liegen bei 4 %, exakt die Hürde für den Einzug in den Nationalrat. Bleibt das so, könnten wenige Stimmen über ein grünes Sensations-Comeback entscheiden.

Den Kanzlerbonus nützen kann Sebastian Kurz. Der VP-Chef käme bei einer Kanzler-Direktwahl auf 36 %, übertrifft sogar das Parteiergebnis. Zum Vergleich: Im September 2017 lag er bei 31 %. Umgekehrt SP-Chef Christian Kern: Er erreicht 26 %, liegt unter dem Niveau der Partei.

Fazit von Meinungsforscher Peter Hajek: "Im Großen und Ganzen stellt sich die politische Situation nach wie vor als sehr stabil dar. Das trifft auch auf die Kanzlerfrage zu."

Nur Türkis performt besser als erwartet

Als einzige Partei hat die VP seit der Wahl mehr Personen positiv als negativ überrascht. So geben 34 % der 800 Befragten an, dass die Arbeit der Türkisen besser ist als erwartet, 30 % sagen das Gegenteil. Interessant aufgrund des guten SP-Abschneidens bei der Sonntagsfrage: Sie hat die meisten "schlechter als erwartet"-Nennungen

Regierungsarbeit: Jeder 2. zufrieden

Die Arbeit der Regierung spaltet das Land in zwei Lager. 50 % sind damit sehr oder eher zufrieden, 45 % dagegen weniger oder gar nicht. Wenig überraschend die besten Werte gibt es bei VP-Wähler (83 %) vor jenen der FP (71 %). 28 % der SP-Sympathisanten sind zwar gar nicht zufrieden. Aber immerhin jeder vierte Befragte zeigt sich eher zufrieden.

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