Alternativen bei einem unerfüllten Kinderwunsch

Von einhundert Paaren in Österreich kämpfen zwischen sieben und neun mit einem unerfüllten Kinderwunsch. Es lohnt sich, in dieser Hinsicht alternative Wege zu beschreiten.

Unerfüllter Kinderwunsch: Zwischen Hoffnung und Belastung

Das bedeutet nicht nur Sorge um die eigene Zukunft sowie Traurigkeit, sondern belastet auch die Beziehung. Stellt sich trotz häufiger Versuche keine Schwangerschaft ein, könnte der Weg in eine Kinderwunschklinik die Erlösung sein. Eine solche hat nun Anfang April im ersten Bezirk in Wien eröffnet. Grund genug, die Situation ungewollter Elternlosigkeit näher zu beleuchten.

Und wer es auch in jüngeren Jahren vergeblich versucht, leidet möglicherweise an medizinischen Ursachen wie

~ Endometriose,

~ dem PCO-Syndrom,

~ verschlossenen Eileitern

~ oder auch Störungen der Bildung von Samenzellen.

Dass sich Stress und seelische Schwierigkeiten zudem negativ auf die Erfolgsquote auswirken, kann einen Teufelskreis in Gang setzen. Wer es immer erbitterter versucht und jeden Monat Höllenqualen leidet, belastet nicht nur sich selbst, sondern auch die Partnerschaft sowie die eigene Fruchtbarkeit.

Die eigene Beziehung überlebt einen unerfüllten Kinderwunsch nicht immer unbeschadet. Immerhin können viele Monate ins Land gehen, die von Zweifeln, Streit, Traurigkeit und teilweise sogar Vorwürfen geprägt sind. Im schlimmsten Fall ist über kurz oder lang sogar die gesamte Partenrschaft in Gefahr und es kommt zu Trennungen, Seitensprüngen oder sogar Affären.

Kinderwunschklinik: Doch noch eine Chance?

Über die besondere Situation von Paaren, die ihren Kinderwunsch nicht auf natürlichem Wege erfüllen konnten, weiß das Personal in der Wunschkind Klinik Wien, Dr. Brunbauer Bescheid. Daher gehören zum Behandlungsspektrum nicht nur die klassischen Methoden der künstlichen Befruchtung, sondern auch ergänzende Maßnahmen wie psychologische, ernährungswissenschaftliche und alternativmedizinische Unterstützung.

Das eigene Baby kennenlernen: Wunsch und Hoffnung bei einer Behandlung in Kinderwunschkliniken. (Quelle: RitaE (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Die Wahrscheinlichkeit, im Rahmen einer Behandlung schwanger zu werden, ist indes nicht gering. Dr. med. univ. Mathias Brunbauer, ärztlicher Leiter des Hauses, spricht von einer rund fünfzigprozentigen Chance pro Zyklus sowie einer Geburtenrate von 35 Prozent. Brunbauer, der schon vor der Eröffnung seiner Klnik rund 1.000 Paare auf dem Weg zum Wunschkind begleitet hat, betont die Wichtigkeit einer persönlichen und verständnisvollen Betreuung seiner Patienten ohne ständig wechselnde Ansprechpartner.

Interessant für Paare, die nicht auf natürlichem Wege schwanger werden können, ist der IVF-Fonds, der schon seit 2000 existiert. Erfüllen Paare die entsprechenden Voraussetzungen, müssen sie nur noch dreißig Prozent der entstehenden Kosten zahlen.

Dass der IVF-Fonds indes gut angenommen wird, zeigen Zahlen der IVF Gesellschaft: So erfüllte sich 2016 in rund 26 Vertragskrankenanstalten, die mit dem IVF-Fonds zusammenarbeiten, bei rund 2.092 Paaren der Wunsch nach einer Schwangerschaft. Die Grundlage für die Voraussetzungen liefert das Fortpflanzungsmedizingesetz.

Es seht sowohl heterosexuelle als auch homosexuelle Paare in Ehen, Lebenspartnerschaften oder eingetragenen Partnerschaften als theoretisch berechtigt. Darüber hinaus gibt es weitere Voraussetzungen, die im Gesetzestext nachgelesen werden können.

Wenn nichts mehr hilft: Wunden heilen, Perspektiven schaffen

Das Aufsuchen einer Kinderwunschklinik wie der von Dr. med. univ. Mathias Brunbauer ist für viele Paare ein glücklicher Wendepunkt im Leben. Dass es mit einer Schwangerschaft doch noch funktionieren kann, schafft Hoffnung und gibt Zuversicht. Was aber, wenn ein Paar die persönlichen Voraussetzungen nicht erfüllt, oder im Rahmen der Kinderwunschbehandlung kein Erfolg erzielt wird?

Für manche Paare erfüllt sich der Kinderwunsch später im Leben auf alternativen Wegen. (Quelle: smpratt90 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

Dann heißt es für die meisten, zunächst Abschied zu nehmen von der Zukunftsvision Familie. Sowohl Männer als auch Frauen trifft das hart, denn sie müssen ihre gesamte Lebensplanung überdenken und nach neuen Wegen suchen. Nicht immer gelingt das, weswegen eine dauerhaft ausbleibende Schwangerschaft durchaus Grund für Trennungen sein kann.

Insbesondere Partner, die selbst Kinder zeugen oder bekommen könnten, suchen nicht selten in neuen Beziehungen ihr Glück und gründen doch noch eine Familie. Der Zurückbleibende fällt in ein tiefes Loch.

Doch es gibt auch Paare, die sich vom ausbleibenden Familientraum nicht auseinander treiben lassen. Für sie ist es wichtig, sich aktiv um eine stabile Basis zu bemühen, dem gemeinsamen Leben einen (neuen) Sinn zu geben und nach einer ersten Trauerphase wieder nach vorne zu blicken.

Auch eine Adoption könnte ein kinderloses Paar in der Zukunft doch noch zu Eltern machen. Wer das ins Auge fasst, muss sich zunächst an das zuständige Jugendamt wenden und sich einer eingehenden Eignungsprüfung unterziehen. Möglich sind sowohl Inlands-als auch Auslandsadoptionen. Weiterführende Informationen finden Paare auf der Webseite des Landes Salzburg.

Und dennoch: Der Weg zum Wunschkind kann lang und beschwerlich sein. Die bereits erwähnte psychologische Betreuung betroffener Paare spielt daher eine entscheidende Rolle. So kann auch ein Prozess, der sich über viele Jahre hinweg erstreckt, zum Glück führen und damit enden, dass das eigene Kind in die Arme geschlossen wird.

(ib)

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