Österreich erhöht Bußgeld für Raser - Deutschland auch?

Hier wird aktiv auf eine Radarfalle hingewiesen, was bei Blitzern nicht immer der Fall ist. Wer einen Moment nicht aufpasst, in unterschiedlichen Situationen die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht kennt oder zu schnell unterwegs ist, dem drohen empfindliche Strafen.
Hier wird aktiv auf eine Radarfalle hingewiesen, was bei Blitzern nicht immer der Fall ist. Wer einen Moment nicht aufpasst, in unterschiedlichen Situationen die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht kennt oder zu schnell unterwegs ist, dem drohen empfindliche Strafen.@ Pixabay.com, © efes CC0 Public Domain
90 statt 36 Euro für falsches Parken: Der Herbst bringt neue, teurere Bußgelder. Wir verraten dir an dieser Stelle, was sich alles ändern wird.

Was sich in Österreich im Bußgeldkatalog verändert hat

Die Verschärfungen im österreichischen Bußgeldkatalog treffen viele Auto- und Motorradfahrer empfindlich im Portemonnaie. So wird beispielswiese falsches Parken nicht mehr wie bisher mit einer Strafe von 36 Euro, sondern mit satten 90 Euro geahndet.

Die Anonymverfügungen in Österreich sind ebenfalls teurer geworden. Die automatischen Verkehrsüberwachungssysteme stellen Straftaten fest und ahnden diese mit maximal 365 Euro statt bislang 220 Euro.

Im Gegensatz zum Nachbarland, wo ein aktueller Bußgeldkatalog aus Deutschland Gültigkeit besitzt, darf die Polizei in Österreich in einem großen Maße die Höhe der Strafe selbst festlegen. Doch auch in Österreich ist im Rahmen der StVO (Straßenverkehrsordnung) geregelt, für welche Vergehen Bußgelder erhoben werden können bzw. müssen. Neben der österreichischen StVO werden folgende Verordnungen angewendet:

- Führerscheingesetz (FSG)
- Kraftfahrgesetz (KFG)
- Maut-Gesetz

Wo die deutsche Maut für ausländische Verkehrsteilnehmer kläglich an den Vorgaben der EU gescheitert ist, gibt es in Österreich auf Autobahnen, Passstraßen und Tunneln eine Maut für Inländer und Ausländer. Das gesamte Netz aus Schnellstraßen und Autobahnen in Österreich ist bis auf wenige Ausnahmen mautpflichtig, was durch eine Vignette nachgewiesen werden muss. Wer das Schnellstraßen- und Autobahnnetz in Österreich nutzen möchte, sollte sich im Vorfeld mit der Maut auseinandersetzen.

Wer ohne Maut-Nachweis beim Fahren erwischt wird, dem drohen empfindliche Strafen. Dabei kann im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens ein Bußgeld zwischen 300 und 3.000 Euro verhängt werden.

Auch die Vignette verändert sich in Österreich – sie wird 2022 nicht nur marillenfarbig, sondern auch teurer. Die Preiserhöhung orientiert sich am Verbraucherpreisindex und wird um 1,4 Prozent angehoben.

Deutsche Bußgelder werden für diverse Vergehen erhoben

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gibt den sogenannten Bußgeldkatalog heraus, der von Polizei und Ordnungsamt umgesetzt wird. Die komplette Übersicht der möglichen Verstöße gegen die StVO weist in der Anlage BKatV (Bußgeldkatalog-Verordnung) detailliert die dafür fälligen Strafen aus. Hier werden Verstöße in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

– Vorfahrt
– Unfall
– Überholverbot
– Tempoverstoß
– Rotlichtverstoß
– Sicherheitsabstand
– Seitenstreifen
– Rettungsgasse
– Promillegrenze
– Rechtsfahrgebot
– Grüner Pfeil
– Handyverbot
– Gelblichtverstoß
– Durchfahrt verboten
– Anschnallpflicht

Darüber hinaus können auch noch Verstöße im ruhenden Verkehr, also beim Parken begangen werden. Auch das Fahrzeug selbst kann aufgrund seiner Beschaffenheit dazu führen, dass ein Bußgeld verhängt wird. Was vielfach vergessen wird: Nicht nur Auto- und Lkw-Fahrer müssen sich an die Regeln der StVO halten. Auch für Fußgänger und Radfahrer gelten im Straßenverkehr klare Regeln. Nur leider werden viele dieser Regeln nicht eingehalten, denn vielfach sind die Behörden für Kontrollen nicht gut genug besetzt.

Das Handy am Ohr des Radfahrers, der gerade auf der Straße oder im Park achtlos und unaufmerksam Passanten und Pkw stört – kaum jemand konnte einmal beobachten, dass eine Polizeistreife hier eingeschritten wäre. Für den Staat bzw. für Städte und Gemeinden ist die Überwachung von Parkplätzen allerdings auch wesentlich einfacher umzusetzen. Parken ohne Ticket, Überschreiten der Parkzeit oder das Fehlen einer Parkuhr in der Windschutzscheibe – diese Verstöße sind schnell entdeckt und lassen sich bequem mit einem Bußgeld bestrafen.

Kinder auf dem Fahrrad hingegen werden auf dem Schulweg gerne kontrolliert. Wer sein Licht am Fahrrad nicht eingeschaltet hat oder bei wem das Licht kaputt ist, der muss eine Strafe zahlen und sein Fahrrad schieben. Diese Maßnahmen werden dann als Verkehrserziehung des Staates verbucht.

Die letzte Novelle der Straßenverkehrsordnung ist im April 2021 ausgehandelt worden. Darin einigten sich Bund und Länder zunächst darauf, viele Bußgelder für Raser zu verdoppeln, aber keine weiteren Fahrverbote durchzusetzen.

Wie sich Bußgelder in Deutschland verändern werden

Der deutsche Bundesrat entschied sich am 08. Oktober 2021 für die neue Bußgeldkatalog-Verordnung. Diese Verordnung hat erneut überwiegend Falschparker und Raser im Visier, was beispielsweise zu folgenden Veränderungen führen wird:

– Parken auf Schwerbehinderten-Parkplätzen, Parken und Halten in zweiter Reihe, verbotswidriges Parken auf Geh- und Radwegen: Bisher 35 Euro, bald 55 Euro
– Parken in Feuerwehrzufahren: Bisher 65 Euro, bald 100 Euro
– Einfacher Parkverstoß: Vorher 15 Euro, bald bis zu 55 Euro.

Man kann also erneut erkennen, dass gerade der ruhende Verkehr stärker zur Kasse gebeten werden soll. Gerade in überfüllten Großstädten werden diese Maßnahmen allerdings auch den Verkehrsfluss verbessern.

Ganz neu im Bußgeldkatalog wird eine Strafe für das Parken auf Lade-Parkplätzen für E-Autos oder auf Carsharing-Parkplätzen eingeführt, wo Strafen von 55 Euro fällig werden. Fahrzeuge auf Gehwegen müssen in Zukunft wohl bis zu 100 Euro statt bislang 25 Euro zahlen. Hier geht man auf die vermehrt im Straßenverkehr fahrenden E-Roller ein.

Bußgelder für die Handynutzung im Fahrzeug kann man heute leicht umgehen. Freisprecheinrichtungen und Schnittstellen wie Bluetooth machen es möglich, auf verkehrssichere Art und Weise auch im Auto erreichbar zu bleiben.
Bußgelder für die Handynutzung im Fahrzeug kann man heute leicht umgehen. Freisprecheinrichtungen und Schnittstellen wie Bluetooth machen es möglich, auf verkehrssichere Art und Weise auch im Auto erreichbar zu bleiben.@ Pixabay.com, © Reynaldo Amadeu Dal Lin Junior Juba CC0 Public Domain
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