Leser ist Opfer

Chat-Abzocke: Miese Betrugsmasche auf Buchungsplattform

Weil die Nachricht über die "Booking.com"-App kam, schien sie glaubwürdig: Betrüger haben diverse Hotel-Chats gekapert, ein Leser ist betroffen.

Chat-Abzocke: Miese Betrugsmasche auf Buchungsplattform
Ein Leser verlor um ein Haar Geld durch eine miese Betrugsmasche auf Booking.com.
Fabian Sommer / dpa / picturedesk.com

Achtung vor Abzocke bei der Buchung von Hotels und Unterkünften! Selbst bei namhaften Reiseportalen kommt es in den letzten Monaten vermehrt zu Betrugsfällen. Gangster wollen an die Daten ahnungsloser Nutzer gelangen – und deren Geld. Gegenüber dem "Heute"-Partnerportal "20 Minuten" berichtet nun ein betroffener Leser.

Kurz vor Urlaubsbeginn erhielt Gustav (Name geändert) eine Nachricht von seinem Hotel über die Booking.com-App. Der 32-Jährige sollte seine Informationen aktualisieren, sonst müsse die Buchung storniert werden. hieß es. Grund seien Probleme mit der Bankkarte.

Sein Misstrauen rettete den Leserreporter

"Natürlich bin ich erst etwas erschrocken und wollte sofort abklären, was mit meiner Karte nicht in Ordnung ist. Eine Stornierung wäre der Worst Case gewesen. Dann hätte ich mitten in der Hochsaison ein neues Hotel suchen müssen und bestimmt auch mehr bezahlt", sagt Gustav. Da jüngst immer wieder Berichte über Betrugsversuche laut geworden sind, sei er aber misstrauisch geworden. "Also habe ich dem Hotel erst geschrieben, was denn das Problem mit meiner Karte sei. Das Hotel war schließlich schon bezahlt."

Kurz darauf meldete sich das Hotel und entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten. "Sie sprachen von 'technischen Schwierigkeiten' bei Booking. Nur wenige Stunden später wurde die Nachricht mit dem Link, unter dem ich meine Kreditkartendaten erneut hätte angeben sollen, aber bereits wieder verschickt. Ich war ziemlich verwirrt", erklärt Gustav.

Eine Anfrage von "20 Minuten" bei Booking.com bringt Klärung: "Einige unserer Unterkunftspartner waren leider von sehr überzeugenden Phishing-E-Mails betroffen, die von professionellen Cyberkriminellen mit der Absicht verschickt wurden, die lokalen Computersysteme der Unterkünfte mit Malware zu übernehmen", heißt es von der Medienstelle. "In einigen Fällen hat dies zu einem unbefugten Zugriff auf das Booking.com-Konto der Unterkünfte geführt, was es den Betrügern ermöglicht, sich vorübergehend als die Unterkunft auszugeben und mit Gästen per Chat zu kommunizieren." Auch die Unterkunft von Leserreporer Gustav sei davon betroffen.

Mit  dieser Nachricht sollte der Leserreporter abgezockt werden:

Das Hotel verschickte erst eine Nachricht mit der Aufforderung, die Zahlungsmethode zu bestätigen. Einen Tag später meldete es «technische Probleme» und stellte klar, dass es sich um «Spam» handle.
Das Hotel verschickte erst eine Nachricht mit der Aufforderung, die Zahlungsmethode zu bestätigen. Einen Tag später meldete es «technische Probleme» und stellte klar, dass es sich um «Spam» handle.
Foto: Leserreporter

Wie viele Unterkünfte betroffen sind, sagt Booking nicht. "Die tatsächliche Anzahl der von diesem Betrug betroffenen Unterkünfte macht nur einen Bruchteil der Unterkünfte auf unserer Plattform aus." Die Auswirkungen hätten durch "verschiedene Maßnahmen" schon "erheblich begrenzt" werden können.

Gustav ist auf jeden Fall froh, hat er den Betrugsversuch erkannt und keine Kreditkartendaten angegeben. "Solche Schäden wären ja vermutlich sogar versichert. Aber dann hätte ich die Karte sperren lassen und mich um eine Anzeige bemühen müssen, was mit viel Aufwand verbunden ist."

Von der Buchungsplattform selber heißt es: "Sollten Kunden jemals Bedenken bezüglich einer Zahlungsnachricht haben, empfehlen wir, die Zahlungsrichtlinien auf der Booking.com-Seite der Unterkunft und in der Buchungsbestätigung sorgfältig zu prüfen oder unseren Kundenservice zu kontaktieren." Kunden würden niemals aufgefordert, Zahlungsinformationen per E-Mail, Chat, SMS, Whatsapp oder Telefon weiterzugeben.

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    ORF, Picturedesk

    Auf den Punkt gebracht

    • Betrüger haben Hotel-Chats auf Buchungsplattformen gekapert, um an die Daten und das Geld ahnungsloser Nutzer zu gelangen
    • Ein betroffener Leser berichtet, dass er eine Nachricht von seinem Hotel über die Booking.com-App erhalten hat, in der er aufgefordert wurde, seine Kreditkartendaten zu aktualisieren
    • Glücklicherweise hat er den Betrugsversuch erkannt und keine Daten angegeben
    • Booking.com bestätigt, dass einige Unterkünfte von Phishing-E-Mails betroffen waren, die zu einem unbefugten Zugriff auf die Booking.com-Konten der Unterkünfte führten
    • Sie empfehlen Kunden, bei Bedenken die Zahlungsrichtlinien sorgfältig zu prüfen oder den Kundenservice zu kontaktieren, und betonen, dass Zahlungsinformationen niemals per E-Mail, Chat, SMS, Whatsapp oder Telefon weitergegeben werden sollten
    20 Minuten, red
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