Debatte um CoV-Fonds

Corona-Streit mit FP-Mann – Rauch flieht wutentbrannt

Zwischen dem grünen Gesundheitsminister Johannes Rauch und Landesrat Luisser (FP) flogen bei einer Pressekonferenz vor laufender Kamera die Fetzen.

Niederösterreich Heute
Corona-Streit mit FP-Mann – Rauch flieht wutentbrannt
Eklat bei Pressekonferenz zwischen Luisser (r.) und Rauch (M.)
NLK/Burchhart

Unter dem Vorsitz von NÖ fand ein Treffen der Landesgesundheitsreferenten statt. Auch der grüne Gesundheitsminister Johannes Rauch war geladen.

Während zunächst laut "ORF NÖ" die Pressekonferenz noch "ruhig und gemäßigt" verlief, kam es später zu einem Eklat.

CoV-Protokolle

Landesrat Christoph Luisser (FP) machte darauf aufmerksam, dass er den Gesundheitsminister aufgefordert habe, alle CoV-Protokolle und Entscheidungsgrundlagen öffentlich zu machen. Bisher seien laut Luisser "ja nur Empfehlungen veröffentlicht" worden.

"Politisches Spielfeld"

Das brachte den Gesundheitsminister in Rage, er finde es schade, das Treffen "zum politischen Spielfeld" zu machen. Über die Protokolle habe er in "Dutzenden parlamentarischen Anfragebeantwortungen" Auskunft gegeben. Als es schließlich um die Corona-Impfung und deren möglichen Opfer ging, platzte Rauch der Kragen.

Eklat bei Pressekonferenz zwischen Luisser und Rauch

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    Eklat bei Pressekonferenz zwischen Luisser (r.) und Rauch (M.)
    Eklat bei Pressekonferenz zwischen Luisser (r.) und Rauch (M.)
    NLK/Burchhart

    Es sei nur schwer nachvollziehbar, dass ein Verein von Corona-Leugner Martin Rutter, "der nachweisbar gesundheitsgefährdende Propaganda betreibt", in Niederösterreich mit Fördergelder bedacht werden könnte, kritisierte er. Die bei dessen Veranstaltungen getätigten Aussagen seien "dermaßen weit weg von der Wahrheit und der Wirklichkeit" und "eine Verleumdung der Impfung".

    Luisser verteidigte den Rutter-Verein, unterstellte dem Gesundheitsminister vor laufender Kamera Untätigkeit. Es sei "traurig", dass dieser Rauchs Arbeit machen müsse, schoss der Blaue.

    "Eines Landesrates nicht würdig"

    Das Impfschadengesetz vollziehe nach "Punkt und Beistrich", gab der Gesundheitsminister auf Luissers Vorwurf grantig retour. "Wir haben bei 20 Millionen Impfungen, die in Österreich verabreicht wurden, gezählte 200 Impfopfer, die entschädigt worden sind. Nicht mehr."

    "Wenn die Impfbereitschaft in Österreich aufgrund solcher Aussagen zurückgeht, gefährdet das Menschen, besonders Kinder. Wenn der zuständige Landesrat solche Veranstaltungen unterstützt, macht er sich mitschuldig", so Rauch.

    Er sei mit seiner Geduld "am Ende" und die Aussagen des Freiheitlichen "eines Landesrates nicht würdig". "Ich bitte sehr darum, dass aufgehört wird, mit dieser Propaganda, die Impfung hätte zu weitreichenden Schäden geführt. Ich weise das zurück! Das ist bar jeder Wissenschaftlichkeit", donnerte Rauch und stapfte wütend davon.

    FPÖ zeigt Rauch-Kritik nicht

    Die FPÖ hat in der medialen Nachbereitung dieses Vorfalls wenig überraschend eine andere Sicht der Dinge. Rauchs Wutanfall sei "MEGA-PEINLICH", dieser habe sich "fehlendem Schuldbewusstsein nicht stellen" wollen und lasse Impfopfer "eiskalt im Stich", schreibt die Partei auf X.

    Zur Unterstreichung veröffentlichten die Freiheitlichen eine stark verkürzte Videoaufnahme. Darin ist die längste Zeit nur die Ausführung ihres eigenen Landesrates zu sehen, Rauchs inhaltlicher Kritik wollte man sich nicht stellen. Die Aussagen des Ministers dazu wurden in dem 53 Sekunden dauernden Clip samt und sonders herausgeschnitten.

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      Auf den Punkt gebracht

      • Bei einer Pressekonferenz zwischen dem grünen Gesundheitsminister und dem FP-Landesrat Luisser flogen die Fetzen, als Luisser den Minister aufforderte, alle CoV-Protokolle und Entscheidungsgrundlagen öffentlich zu machen
      • Der Minister verließ schließlich die Pressekonferenz, nachdem es zu einem Eklat gekommen war
      red
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