Dieses Balkan-Land verliert pro Jahr eine ganze Stadt

In Tuzla (BiH) flüchten hunderte Menschen in eine ungewisse Zukunft.
In Tuzla (BiH) flüchten hunderte Menschen in eine ungewisse Zukunft.Dnevni Avaz / Ramski Vjesnik
Selbst nach der Weihnachtszeit sammeln sich in Bosnien-Herzegowina täglich hunderte Passagiere, die ins Ausland reisen – viele davon ohne Rückfahrt.

Alarmierende Studienergebnisse sorgen für Aufruhr am Balkan! Geht es nach neuesten demografischen Erkenntnissen, so verliert der Balkan-Staat Bosnien-Herzegowina Menschen in der Größenordnung einer ganzen Stadt pro Jahr. Am Sonntag spielten sich in Tuzla, der drittgrößten Stadt Bosniens, Szenen ab, die solche Befürchtungen bestätigen: Über 400 Menschen fuhren allein an einem Tag mit Bussen davon – die meisten davon zieht es für immer nach Deutschland.

Angst vor "Pensionisten-Land"

An der Haupthaltestelle in Tuzla herrschte nicht erst seit Weihnachten enormer Andrang – "Heute" berichtete über volle Balkan-Grenzen während des Jahreswechsels. Über 400 Bosnier fuhren am Sonntagabend Richtung Ausland, sieben Busse begaben sich laut örtlichen Medien nach Deutschland (Video unten). Laut Einschätzungen der UN könnte Bosnien bis 2070 die Hälfte seiner Bevölkerung verlieren und dann nur mehr 1,6 Millionen Einwohner zählen.

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Laut lokalen Medien wie Dnevni Avaz oder Ramski Vjesnik gibt es bislang keine genauen Zahlen über die Anzahl der flüchtenden Bewohner Bosniens. Laut einer Umfrage der kroatischen Agentur "Piksel" liegt Bosnien-Herzegowina jedoch an einsamer Spitze aller Länder, die den größten Bevölkerungsschwund haben – Experten befürchten, dass die junge Generation weiterhin ins Ausland flüchtet und Bosnien zum "Pensionisten-Staat" mutiert.

Auch andere Balkan-Staaten in Top 10 der "Flüchtlings"-Liste

Hochrechnungen zufolge verliert der Balkan-Staat bei anhaltenden Ausreise-Wellen Einwohner in der Größenordnung einer ganzen Stadt. Vor allem der Durchschnittslohn von rund 575 Euro in Bosnien sowie fehlende Zukunfts- und Arbeitsperspektiven setzen vielen Bevölkerungsschichten seit dem Beginn der Preis-Teuerungen und der rasant angestiegenen Inflation immens zu. Brisant: Auch die Balkan-Länder Kroatien und Serbien liegen bei der "Abgänger-Liste" unter den Top 10. 

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