Dragovic und Posch ließen Lewandowski alt aussehen

Aleksandar Dragovic lässt Superstar Robert Lewandowski ins Leere laufen.
Aleksandar Dragovic lässt Superstar Robert Lewandowski ins Leere laufen.Bild: GEPA-pictures.com
Die Einzelkritik der ÖFB-Stars nach dem 0:0 in Polen. Österreich war überlegen. Vor allem im Zentrum hatte Polen nichts mitzureden.
Es war eine starke Leistung, aber eine verpasste Chance auf den Sieg und die damit einhergehende Tabellenführung. Darin schienen sich am Montagabend alle einig zu sein. Trainer Franco Foda, seine Spieler Marko Arnautovic, Marcel Sabitzer, David Alaba, Konrad Laimer – sie alle gaben im Grunde fast idente Interviews. Alle waren zufrieden mit dem Gezeigten, weinten mit einem Auge zwei zusätzlichen Punkten hinterher.

Mit 65 Prozent Ballbesitz, 22:7 Schüssen und dem Stangenschuss von Arnautovic ist diese Sichtweise berechtigt. Österreich diktierte zu Gast in Polen das Spiel, musste sich aber mit einem 0:0 zufrieden geben. Die Hausherren sorgten nur durch Konter für Gefahr. Stürmer Robert Lewandowski und Innenverteidiger Kamil Glik vergaben jeweils gute Kopfballchancen. Ansonsten blieb selbst der Bayern-Superstar blass.

Dragovic und Posch dominieren



CommentCreated with Sketch.2 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das war vor allem zwei Personen zu verdanken: Aleksandar Dragovic und Stefan Posch. Posch war für den angeschlagenen Martin Hinteregger in die Startelf gerückt. Der Hoffenheim-Legionär spielte eine souveräne Partie. In Hälfte zwei kratzte er die einzige Großchance Polens per Kopf von der Linie. Posch gewann 71 Prozent seiner Zweikämpfe, war stark in den Aufbau eingebunden und leistete sich dabei nur wenige Fehler.

Ihm half, dass sein Nebenmann eine fast schon gruselige Coolness ausstrahlte. Dragovic ist in Leverkusen oft nur zweite Wahl. Gegen Polen ließ er an diesem Status beim Klub Zweifel aufkommen. Er war ohne Zweifel der stärkste Spieler auf dem Platz.

Niemand spielte so viele Pässe wie Dragovic (85). Niemand brachte so viele davon an (95 Prozent). Der 28-Jährige hatte stets das richtige Timing, fing Bälle durch gute Positionierung schon ab, bevor es überhaupt zum Zweikampf kommen konnte.

Dragovic, Note: 1

Posch, Note: 2+



Cican Stankovic (Tor)

Glanzparade, zum Schluss zwei Unsicherheiten. Geht zu recht davon aus, dass er nächstes Mal wieder spielt, Note: 2.

Stefan Lainer (Rechtsverteidiger)

Viel Offensivdrang, hinten souverän, Note: 2.

Andreas Ulmer (Linksverteidiger)

Gut, fällt international aber ab im Vergleich zu den Legionären. Von Alaba in Defensivarbeit oft allein gelassen, Note: 3.

Konrad Laimer (zentrales Mittelfeld)

Erneut stark, tolles Stellungsspiel, Pech bei Weitschuss, Note: 2+.

Julian Baumgartlinger (zentrales Mittelfeld)

Einige, ungewohnte Fehlpässe. Wenn Xaver Schlager wieder fit ist, muss er um Platz zittern. Laimer hat sich als würdiger Staubsauger-Nachfolger frühzeitig in Position gebracht. Note: 3.

Valentino Lazaro (rechter Flügel)

Zusammen mit Lainer auf rechts ständiger Gefahrenherd. Fand oft den Mitspieler, aber selten die Lücke in der Abwehrreihe. Note: 2-.

David Alaba (linker Flügel)

Fiel im Vergleich mit den Kollegen ab. Schlechte Zweikampfwerte, passables Passspiel. Guter Weitschuss mit dem schwächeren, rechten Fuß. Aber zu viele Fehler im Spiel. 23 Ballverluste sind zu viele. Note: 3-.

Marcel Sabitzer (Zehner)

Er hatte den "Leipzig-Sabitzer" angekündigt. Gegen Lettland folgte prompt das Traumtor. Gegen Polen überzeugte Sabitzer mit seinem Tempo. Note: 2-.

Marko Arnautovic (Stürmer)

Ein durchschnittlicher Auftritt des China-Legionärs, der mit mehr Präzision im Abschluss aber der große Held gewesen wäre. Drei Top-Chancen: ein Mal Stange, zwei Mal Goalie. Laufwege passten nicht immer zu den Ideen der Mitspieler. Schüttelte aber als einziger mehrfach die starke Innenverteidigung Glik-Bednarek ab. Note: 2-.

(A. Klein aus Polen, S. Klein)

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