Du willst ein Haus bauen? Das musst du wissen!

Der Weg bis zum eigenen Haus ist weit. Doch welche Fragen erweisen sich dabei als wichtig?
Der Weg bis zum eigenen Haus ist weit. Doch welche Fragen erweisen sich dabei als wichtig?Bild: Tierra Mallorca / Unsplash.com
Der Bau eines Hauses will gut geplant sein. Aber worauf kommt es bei der Planung eigentlich an? Diese fünf Punkte musst du berücksichtigen.
Hausbau Schritt für Schritt planen: Diese 5 Schritte sind zu beantworten

Die meisten angehenden Hausbesitzer wissen, was sie sich wünschen. Jedoch gibt es etliche Schritte, die vorab überlegt werden müssen, damit das Glück mit dem Einzug perfekt ist. Dieser Artikel zeigt die fünf Punkte auf.

1. Fertighaus oder Massivhaus?

Neben vielen spezialisierten Bauweisen unterscheidet man grob zwischen der Fertigbauweise und der Massivbauweise. Oft ist diese Frage eine der grundlegendsten, denn an ihr hängen nahezu alle weiteren Schritte beim Hausbau.

Einige Punkte auf einen Blick:

- Fertigbau – nach einem schweren Start Mitte des letzten Jahrhunderts ist der moderne Fertigbau nicht mehr mit dem von vor fünfzig Jahren vergleichbar: Er ist hochwertiger und attraktiver geworden. Der Bau eines Fertighauses geht wesentlich schneller als bei einem Massivhaus vonstatten.

Ist die Bodenplatte gegossen, kann das eigentliche Haus in wenigen Tagen vollständig errichtet werden. Fertighäuser sind durch die hohe industrielle Vorfertigung und Standardisierung günstiger als Massivhäuser. Die Kosten sind fix und somit besser kalkulierbar als bei einem Massivhaus. Der Innenausbau nimmt natürlich weiter Zeit und Geld in Anspruch. Kunden können im Vergleich zum Massivhaus nur beschränkt eigene Ideen einbringen – Sonderwünsche kosten Aufpreis.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. - Massivbau – beim Massivhaus oder auch Baumeisterhaus können Kunden individuell planen, da das Haus Stein auf Stein errichtet wird und somit keine fixen Pläne vorhanden sind, nach denen Bauteile vorgefertigt werden. Durch die massive Bauweise verfügt dieser Haustyp über eine sehr gute Wärmespeicherfähigkeit der Außenwände, ein natürliches, angenehmes Raumklima und gute Schallisolierung.

Der Wiederverkaufswert ist bei einem Massivhaus höher als bei einem Fertighaus. Dafür dauert der Bau auch deutlich länger. Die Haltbarkeit der Häuser geht weit über die der Fertighäuser.

Mittlerweile gibt es noch eine Sonderform beider Hausmodelle: Der Fertig-Massivbau. Die Architekten- und Baupläne der Häuser wurden vorentworfen, so dass dieser Arbeitsschritt in der eigentlichen Bauphase entfällt. Das Haus selbst wird jedoch wie ein Massivhaus errichtet.

2. Besondere Energieeffizienz – ja oder nein?

Energieeffizienz ist in den letzten Jahren zu einem immer wichtigeren Thema geworden, da der Klimawandel mehr und mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt. Aus diesem Grund entscheiden sich heute auch mehr Menschen für Häuser, die entsprechende Energiestandards erfüllen. Dazu gehören:

1. Das Niedrigenergiehaus: Der Standard Niedrigenergiehaus zeigt in Österreich Gebäude an, deren Heizwärmebedarf auf maximal 50kWh/m²a begrenzt ist. Damit verbraucht ein Gebäude maximal 4 Liter Öl pro m² und Jahr. Maßnahmen wie eine gute Wärmedämmung können den Niedrigenergiehausstandard in greifbare Nähe rücken.

2. Das 3-Liter-Haus: Hierbei handelt es sich um ein besonders gute Niedrigenergiehaus, welches maximal 3 Liter Heizöl (oder Äquivalente) pro Quadratmeter verbraucht. Zur Erreich dieses Standards wird neben Wärmedämmung oft auch eine moderne Lüftungsanlage verwendet sowie modernste Fenster.

3. Das Passivhaus: Um diesen Standard zu erreichen, darf ein Haus maximal 1,5 Heizöläquivalente pro m² und Jahr verbrauchen. Dies ist oft nur in Verbindung mit einer Heizungsanlage möglich, die einen Großteil des Heizenergiebedarfs aus erneuerbaren Energien bezieht.

Hier einige Entscheidungshilfen:

- Förderungen – es gibt Fördermaßnahmen für energieeffiziente Häuser. Das Passivhaus als das »Haus der Zukunft«. Wichtig ist, dass die vollständigen Förderungen für jegliche Haustypen nur abgerufen werden können, wenn das Haus die jeweiligen Anforderungen erfüllt.

- Kosten – die Baukosten eines Passivhauses sind oft höher. Doch relativieren sich die Mehrkosten auf Dauer gesehen, da das Haus so gut wie keinen externen Heizenergiebedarf aufweist.

3. Keller oder keinen Keller?

Wenn die Bodenverhältnisse es erlauben, sollte man in Erwägung ziehen, einen Keller zu errichten. Das bedeutet zwar Mehrkosten und einen höheren zeitlichen Aufwand, doch ist ein Keller sehr nützlich:

- Dämmung – zwischen Erdreich und Erdgeschoss liegt nun noch eine weitere isolierende Ebene. Der Fußboden im Wohnraum ist dadurch schlichtweg wärmer.

- Raum für Haustechnik und Hauswirtschaft – ist eine Heizung vorhanden, benötigt sie ihren Platz. Im Keller hat sie oft ihren eigenen Raum, ohne Wohnfläche zu vergeuden. Das Gleiche gilt für den sogenannten Hauswirtschaftsraum. Er kann zum Beispiel als Lagerraum für Mülltrennung, als Speise- und Vorratskammer oder als Waschküche (Waschmaschine, Trockner, Bügelbrett) fungieren. Die Waschmaschine im Keller richtet bei einem Defekt zudem einen geringeren Schaden an, als wenn sie im Wohnbereich ausläuft.

- Zusätzliche Wohnfläche – ist die Fläche für das zu bauende Gebäude eingeschränkt, lässt sich durch einen Keller mehr Wohnraum schaffen. Je nach Bedarf haben hier ein Arbeitszimmer, ein Hobbyraum, eine Werkstatt oder gar ein Gästezimmer Platz.

4. Eigenleistung oder nicht?

Als Eigenleistung, auch Muskelhypothek genannt, werden Arbeiten bezeichnet, die der Bauherr selbst übernimmt. Die Entscheidung muss jeder für sich anhand seiner Fähigkeiten und zur Verfügung stehenden Zeit beantworten. Allgemein gilt:

- Eigenleistung spart Kosten – Kreditinstitute erkennen Eigenleistung oft als Eigenkapital an. So können Bauherren bessere Konditionen bei der Kreditvergabe erhalten. Schon wer Aufgaben im Innenausbau wie das Tapezieren oder Streichen selbst übernimmt, kann viel Geld sparen.

- Vorsicht bei Sanitär- oder Elektrik-Arbeiten – alles, was mit Elektrik, Wasser und Heizung zusammenhängt, sollte von einem Fachmann übernommen werden. Er hat sowohl das fachliche, aber auch das rechtliche Wissen. Fehler können hier zu großen Schäden und Folgekosten führen.

Eigenleistung ist auch mit großer Verantwortung verbunden. Sind beispielsweise vorab genau terminierte Arbeiten nicht erledigt, können sich weitere Arbeiten und somit der gesamte Bau verzögern. Im schlimmsten Fall drohen sogar Vertragsstrafen gegenüber dem Generalunternehmer.

5. Garage oder nicht?

Eine Garage schützt das Auto vor der Witterung und macht die Suche nach einem Parkplatz in der Nachbarschaft überflüssig. Je nach Größe bietet sie zusätzlichen Raum, zum Beispiel als Lager für Reifen oder als Hobbyraum. Oft lassen sich Garagen durch Carports ersetzen, die günstiger und schneller errichtet sind. Die Grundstücksgröße, das Budget und eventuell bauliche Auflagen entscheiden zumeist über die Stellplatzplanung.

Fazit – Checkliste erstellen

Bei der Hausplanung hilft die gute Checkliste immens weiter. Anhand ihrer lassen sich nun die wichtigsten Fragen klären. Es hilft auch, sich bezüglich der Frage, ob ein Fertighaus oder Massivhaus gewünscht wird, verschiedene Häuser anzuschauen. Das kann in Musterdörfern stattfinden, aber auch im Bekanntenkreis.
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