Ehepaar in in Betrugsprozess schuldig gesprochen

Bild: keine Quellenangabe

Ein Ehepaar, das einem Oberösterreicher mit vorgekaukelten Leidensgeschichten rund 1,8 Millionen Euro herausgelockt und damit unter anderem Immobilien und Autos gekauft haben soll, ist Dienstagnachmittag im Landesgericht Linz schuldig gesprochen worden. Beim gutgläubigen Opfer stand nach dem Verkauf eines Hauses und der Aufnahme eines Kredits zugunsten der Betrüger der Exekutor vor der Türe.

Die 48-jährige Angeklagte fasste für die laut Staatsanwalt "unzähligen Täuschungshandlungen" drei Jahre - davon eines unbedingt - aus, ihr mitbeschuldigter 50-jähriger Ehemann zehn Monate bedingt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig - die Anklage hat Berufung eingelegt.

Gefühle für Betrügerin machten Betroffenen blind

Bereits 2002 begann die Beschuldigte damit, die Zuneigung des 46-Jährigen auszunutzen. Zunächst ging es noch um kleinere Beträge, bald um Zehntausende Euro. Zwei, drei Jahre später täuschte sie vor, kurz vor der Scheidung zu stehen und das Betrugsopfer heiraten zu wollen.

Sie ließ sich immer wieder neue Geschichten einfallen. 2007 - die Frau wohnte noch immer mit ihrem Ehemann und den drei Kindern unter einem Dach - behauptete sie, ihre jüngere Tochter sei schwer krank und brauche Geld für ein Spenderherz und eine Spenderlunge. Im Herbst 2012 hieß es schließlich, dass der Freund der älteren Tochter bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei und sie im Koma liege. Zudem prozessiere sie mit ihrem Vater wegen eines Unternehmens.

Opfer verkaufte Haus und nahm Kredit auf

Um der Frau zu helfen, nahm der barmherzige Samariter alles in Kauf. Er verkaufte unter anderem ein Haus um 150.000 Euro, Anteile an Grundstücken und nahm 60.000 Euro Kredit auf. Schließlich habe es geheißen, "dass sie niemandem mehr hat, ihr keiner hilft", schilderte das Betrugsopfer. "Ich weiß eh, dass ich ein Trottel war", gab der 46-Jährige zu Protokoll.

Geschädigter: "Ich weiß eh, dass ich ein Trottel war"

Das Opfer war "am Limit" und habe manchmal mit drei Euro eine ganze Woche auskommen müssen, sollte das Geld aber wieder zurückerhalten. Die Betrügerin half ihm jedoch lediglich mit läppischen 10.000 Euro wegen Exekutionen und für Miete und Gas aus.

Die Hauptangeklagte konnte ihre dreiste Vorgangsweise nicht erklären, übernahm aber die Verantwortung für einen Betrag von 1,1 Millionen Euro, über diese Summe wurde ein Vergleich geschlossen: Liegenschaften, zwei Handys, Bargeld und ein Sparbuch gehen an die Geschwister des Opfers, die ihm mit Geld ausgeholfen haben.

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