FPÖ-Chef Hofer erklärt, ob Kickl ihn nun stürzen will

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und der FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer.
FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl und der FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer.HANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
Seine "rechte Hand" Herbert Kickl heizt Nachfolge-Spekulationen an. Nun meldet sich FPÖ-Chef Norbert Hofer zu den Ablöse-Gerüchten ganz offen zu Wort.

FPÖ-Parteichef Norbert Hofer steht offenbar im Kreuzfeuer – in der eigenen Partei. Während er sich wegen eines Bandscheibenproblems auf Reha befindet und die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wegen des Verdachts der Geschenkannahme rund um die Bestellung eines Asfinag-Aufsichtsrates ermittelt – es gilt die Unschuldsvermutung –, liebäugelte sein Klubchef Herbert Kickl mit dem FPÖ-Chefposten.

Auch erklärte Kickl, Hofer müsse bei einer Anklage als Dritter Nationalratspräsident zurücktreten. Im Interview mit der "Kronen Zeitung" kommentiert Hofer am Sonntag die Geschehnisse – und ärgert sich über den Zeitpunkt der Diskussion. Man müsse das "zur Kenntnis nehmen", so Hofer, "das in einer Phase zu machen, in der es die ÖVP gerade nicht leicht hat, war handwerklich nicht sehr geschickt". Das wisse auch Kickl, so Hofer, gesprochen habe er mit ihm darüber aber nicht.

"In der Politik ist es wie in der Formel 1. Jeder möchte gerne ins Cockpit"

Und wolle Kickl ihn nun stürzen? "Das hoffe ich doch nicht. Aber in der Politik ist es wie in der Formel 1. Jeder möchte gerne ins Cockpit. Das ist legitim. Gott sei Dank ist das eine begehrte Position", wird Hofer von der "Krone" zitiert. Freundschaft gibt es zwischen den FPÖ-Granden offenbar keine: "Wir sind auch persönlich nicht so eng verbunden. Wir sind Kollegen, aber wir fahren nicht gemeinsam auf Urlaub." Dass es zu einer Anklage gegen ihn kommen werde, glaubt Hofer nicht: "Wenn doch, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Dass er als ruhige Stimme und Kickl als aggressiver Ansager gilt, ist für Hofer sinnvoll: Er sei der Brückenbauer, "der die FPÖ - und das brauchen wir zu diesem Zeitpunkt auch - in ruhigem Wasser hält, um dann mit einem Schiff, das wieder flottgemacht ist, in die Seeschlacht ziehen zu können". Kickls "sehr akzentuierten und harten Ton" brauche man dagegen im Klub. Auf einen Machtanspruch will sich Hofer letztlich nicht festlegen: "Entscheiden müssen es immer die Gremien. (...) Wann immer diese Wahl sein wird - ich glaube, es wird noch ein bisschen dauern - es muss klar sein, mit welchem Kandidaten oder welcher Kandidatin die FPÖ das beste Wahlergebnis erzielt.

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