"Grant" auf Bildungsminister: Schüler beklagt PCR-Mangel

Der Villacher Jugendrat und Maturant Paul Kofler kritisiert das Bildungsministerium scharf.
Der Villacher Jugendrat und Maturant Paul Kofler kritisiert das Bildungsministerium scharf.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Die Omikron-Welle zieht längst über Österreich hinweg – trotzdem bleiben PCR-Tests an Schulen oft Mangelware. Jetzt spricht ein Schüler aus Villach.

Seit Montag sitzen Österreichs Schülerinnen und Schüler wieder im Unterricht. Unter "strengen Regeln", wie Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) gleich mehrfach betonte. Dreimal pro Woche soll an den Schulen getestet werden – denn "nur durch regelmäßiges Testen können wir das Infektionsgeschehen genau beobachten, rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und die Schulen möglichst sicher halten“, erklärt Polaschek Ende vergangener Woche.

Dass das mancherorts eher lockerer gehandhabt wird, zeigt jetzt ein Schüler aus dem Kärntner Villach auf. In einem Twitter-Posting beklagt der 18-Jährige – der in seiner Heimatstadt als Jugendrat tätig ist – dass an seiner Schule erst am Mittwoch per PCR-Test getestet wurde. Und nicht schon zu Schulbeginn am Montag, wie es eigentlich zielführend gewesen wäre.

Meist Antigen-Schnelltests statt PCR-Goldstandard

"Im Endeffekt gibt's unter den Schüler:innen einen ziemlichen "Grant" auf das Bildungsministerium und Minister Polaschek", erzählt Kofler gegenüber Heute. Die Testvorgaben würden sich immer wieder, oft ganz spontan, ändern. "Auch die Schulleitung wird meist erst spätabends über Neuerungen in Kenntnis gesetzt, die sind daher nicht in der Schuld".

Aktuell wird an Koflers Schulewöchentlich zweimal per Antigen- und nur einmal per verlässlichem PCR-Test getestet. Dabei wurden ihm und seinen Mitschülern schon Wochen vor den Weihnachtsferien ein zweiter PCR-Test pro Woche versprochen. Das ist jedoch noch immer nicht der Fall. Noch dazu sei es bereits vorgekommen, dass die Ergebnisse der gesamten Klasse erst gar nicht ausgewertet wurden. "Wir mussten uns mittels Antigen 'nachtesten'", schildert der Schüler.

Polaschek verspricht mehr PCR-Tests ab 17. Jänner

Diese Woche wurde von Montag bis Mittwoch je ein eher als unzuverlässig einzustufender Schnelltest gemacht. Am Mittwoch gab es zusätzlich einen PCR-Test. Weitere Tests sind diese Woche aber nicht mehr vorgesehen. "Kurz und knapp: Es ist ein einziges Chaos und das Ministerium verkauft die Teststrategie als super ausgeklügelt und ohne gröbere Fehler. Dem ist aber, zumindest in unserem Fall, absolut nicht so."

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Bildungsminister Martin Polaschek hat inzwischen angekündigt, die PCR-Testkapazitäten an den Schulen zu erhöhen. Ab 17. Jänner soll in allen Klassen zweimal per verlässlichem PCR-Test getestet werden. Ob das angesichts der bereits überschwappenden Omikron-Welle nicht bereits zu spät ist, sei dahingestellt.

Schulschließungen 

Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Höchststand von landesweit mehr als 17.000 Neuinfektionen rückt auch das Thema Schulschließungen wieder in den Vordergrund. Während der Bildungsminister die Schulen nicht zumachen will, spricht sich Jugendrat Kofler gegen ein Offenhalten um jeden Preis aus: "Es ist in meinen Augen unvertretbar, Schüler:innen zu durchseuchen, da gerade bei ganz Jungen die Hospitalisierungen bei Omikron viel höher sind, als bei Delta."

Auch in Hinblick auf Long Covid sei noch nicht ausreichend geklärt, ob die Impfung vor Folgeerkrankungen, wie etwa dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS), schützt. "Man setzt uns also einer gegebenenfalls chronischen Krankheit aus und ich selbst finde das vom Minister unverantwortlich", zeigt sich der 18-jährige Maturant besorgt.

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