Niederösterreich

"Hungere" – Paula lebt von einer 19-Cent-Semmel am Tag

Pensionistin Paula will nicht mehr hungern. Wegen den Teuerungen bleibt ihr kein Geld für Essen übrig. Sie suchte Rat bei der Caritas.

Tanja Horaczek
Wie viele Niederösterreicher kommt auch Pensionistin Paula mit ihrem Geld nicht mehr aus. (Symbolbild)
Wie viele Niederösterreicher kommt auch Pensionistin Paula mit ihrem Geld nicht mehr aus. (Symbolbild)
Getty Images/iStockphoto

Pensionistin Paula (Name geändert) befindet sich in einer verzweifelten Lage. Wegen den Teuerungen bleibt ihr kein Geld für Essen übrig. Jetzt steht sie vor der schweren Entscheidung: Entweder bleibt sie in ihrer Wohnung oder geht in Pflegeheim, wo sie wenigsten täglich ein Essen bekommt.

Viele leben in Armut

So wie Paula geht es vielen Menschen in Niederösterreich. Die steigenden Miet- und Stromkosten sowie die steigenden Lebensmittelpreise treiben viele in die Armut. Trotz regelmäßigem Einkommen kann das tägliche Leben nicht mehr bestritten werden. Urlaube, Essen gehen oder Kino werden zum Luxus. Paula hat bei der Sozialberatung der Caritas angerufen und ihre Lage geschildert.

Ihr Essen: 19-Cent-Semmel und ein Stück Hartwurst

"Ich habe jetzt eine Mieterhöhung von 75 Euro bekommen. Bei einer Pension von knapp 1.000 Euro bleibt abzüglich der Fixkosten nicht mehr viel zum Leben" schildert sie. Vor zwei Monaten ging ihr Herd kaputt, einen neuen kann sie sich nicht leisten. "Für gesunde und vollwertige Lebensmittel bleibt mit fast kein Geld. Ich hab mir die 19-Cent-Semmeln und ein Stück Hartwurst gekauft. Das ist alles, was sich ausging. Das ist kein Leben. Ich mag in meinem Alter nicht mehr hungern müssen", sagt sie zerknirscht.

"Ich fühle mich so alleine. Und schäme mich vor meinen Freunden."

An Urlaub denkt sie schon lange nicht mehr. Vor 29 Jahren war sie das letzte Mal weg. Auch ins Kaffeehaus mit Freunden gehen fällt aus. Sie schämt sich ihnen sagen zu müssen, dass sie kein Geld hat. "Ich fühle mich so alleine", teilt sie der Beraterin der Caritas mit. Jetzt steht sie jedoch vor einer extrem schwierigen Entscheidung: Paula überlegt ihre Wohnung aufzugeben und ins Pflegeheim zu gehen. "Da müsste ich wenigstens nicht hungern", so ihr Fazit.

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Pensionistin wartet auf Wohnbeihilfe

Sie wartet jetzt noch auf den Bescheid für Wohnbeihilfe. Vielleicht gibt es ja noch eine Chance. Die Caritas hätte sie jetzt mit Lebensmittelgutscheine unterstützt. Doch die Senioren wehrte ab: "Nein, nein! Ich wollte mich jetzt nur mal erkundigen, an wen ich mich wenden kann, wenn es wieder so eng wird. Die Hilfe spar ich mir noch auf, denn ich weiß ich werde sie noch benötigen! Danke, dass ich mit Ihnen sprechen konnte."

Die Leiterin der Sozialberatung kann nur jedem, der sich in einer ähnlichen Lange wie Paula befindet, raten: "Ruft einfach bei uns an und fragt nach. Zusammen finden wir eine Lösung."  

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