Affäre um Rathaussprecher: "Darum schlug ich zu"

Wüste Drohungen am Telefon, Videos von Prügelorgien und jetzt auch noch ein Rotlicht-Gerücht. Die Affäre um Dominik Nepps Pressesprecher ist um eine neue Facette reicher. In "Heute"spricht nun ein Mann, der von Werner K. bedroht wurde.

"Ich bin der Staat" – mit diesem Sager ist er zumindest in der Stadt berüchtigt geworden. Werner K. (42), Pressesprecher von FP-Vizebürgermeister Dominik Nepp, stieß ihn in einem Telefonat mit dem Ex-Mann seiner Lebensgefährtin aus. Im "Heute"-Interview rechtfertigte er seinen Anflug von Größenwahn so: "Ich habe nur aus Liebe gedroht." Seine Freundin sei zwangsverheiratet worden und von gleich zwei Ex-Partnern geschlagen worden. Bei "Heute" langte auch tatsächlich ein Prügelvideo ein, das eine Attacke auf jene Frau zeigt, die nun mit dem Magistratsbeamten in einer Beziehung lebt.

"Ja, ich habe hingehaut"

"Heute" konfrontierte Roberto D. am Mittwoch mit dem Vorwurf. "Ja, es stimmt, ich habe hingehaut. Mir ist die Hand ausgerutscht und das bereue ich sehr", so der 33-jährige Gastronom. Und weiter: "Ich habe an diesem Tag ein dunkles Geheimnis über diese Frau, mit der ich 13 Jahre zusammen war und eine gemeinsame Tochter habe, erfahren, das mich zutiefst erschüttert hat."

Gastronom Roberto D.: "Es gäbe viel über die Vergangenheit dieser Frau zu sagen…"
In der Affäre um den Rathaussprecher sprach Roberto D. mit Clemens Oistric ("Heute").
In der Affäre um den Rathaussprecher sprach Roberto D. mit Clemens Oistric ("Heute").
Denise Auer

Spielt er hier etwa auf eine im geleakten Telefonprotokoll angesprochene Rotlicht-Passage an? Roberto D.: "Es gäbe sehr viel über die Vergangenheit dieser Frau zu sagen, aber meine gute Erziehung verbietet es mir, hier öffentlich Schmutzwäsche zu waschen." Doch was auf der Welt kann Schläge gegen eine Frau rechtfertigen, möchte "Heute" wissen. Antwort: "Ich war außer mir. Mir als gläubigem Christen ist eine Welt zusammengebrochen. Sie hat mich laufend beschimpft und bespuckt. Aber ja, es war ein Fehler. Ich hätte sie einfach in der Sekunde verlassen sollen."

Partnerin des Rathaussprechers mit blauem Auge
Partnerin des Rathaussprechers mit blauem Augeprivat

Anwalt Rast: "Nötigung ist Thema"

An dieser Stelle mengt sich auch Nikolaus Rast in das Gespräch. Der Wiener Star-Anwalt vertritt Roberto D. – und ortet ein Ablenkungsmanöver: "Denn Fakt ist", so Jurist Rast, "dass ein Magistratsbeamter glaubt, der Staat zu sein und zumindest drei mir bekannte Männer verbal äußerst grob bedroht hat."

So auch seinen Klienten Roberto D., der ein italienisches Restaurant mit acht Mitarbeitern und einen Sportclub betreibt. "Man will hier auf schäbige Weise von eigenen Verfehlungen ablenken und einen erfolgreichen Unternehmer mundtot machen. Das werde ich nicht zulassen. Wir haben daher Strafanzeige wegen Nötigung erstattet, denn das ist das Thema."

Und was sagen der Rathaussprecher und seine Partnerin zu den Rotlicht-Gerüchten? "Wir kommentieren diese Anschuldigen nicht mehr, das haben Gerichte zu klären. Alles, was wir sagen, können wir auch beweisen. Übergriffe sind etwa bei der Interventionsstelle für Gewalt gegen Frauen dokumentiert."

Verteidiger Nikolaus Rast: "Ein Ablenkungsmanöver. Wir haben jedenfalls Strafanzeige wegen Nötigung erstattet."
Roberto D. wird von Star-Anwalt Nikolaus Rast vertreten.
Roberto D. wird von Star-Anwalt Nikolaus Rast vertreten.
Denise Auer

"Schicke dir Marktamt"

Auch Pizzeria-Betreiber Roberto D. sei von Rathaussprecher Werner K. bedroht worden: "Als ich mit dem Herren vor einem Krankenhaus zusammentraf, hat er mir wüst gedroht. Er meinte: 'Ich sperre dir das Lokal zu und schicke dir jeden Tag das Markt- und das Finanzamt.'" Der Rathaussprecher bestreitet das.

Weitere Anzeige

"Heute" erfuhr indes noch von einer weiteren Anzeige gegen Werner K. Ein Wiener Anwalt soll sich nun gegen wüste Nachrichten via WhatsApp zur Wehr setzen. Der Sprecher von Dominik Nepp soll dem Juristen gedroht haben, beim Präsidenten der Rechtsanwaltskammer ein Berufsverbot gegen ihn zu erwirken.

Übrigens: Auch Werner K. hat nun selbst juristischen Beistand. Er wird von Promi-Verteidiger Alfred Boran vertreten.

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