Polaschek plant Reform

Matura-Hammer: Vorwissenschaftliche Arbeit vor dem Aus?

Schülerinnen und Schüler nutzen für die VWA immer häufiger KI-Anwendungen. Bildungsminister Polaschek stellt die Arbeit nun auf den Prüfstand.

David Winter
Matura-Hammer: Vorwissenschaftliche Arbeit vor dem Aus?
Bildungsminister Polaschek lässt nun eine Weiterentwicklung der VWA prüfen.
"Heute"-Montage, APA-Picturedesk, iStock/Getty Images

Seit neun Jahren muss jeder Maturant an einer AHS eine vorwissenschaftliche Arbeit  schreiben. Immer häufiger nutzen Schülerinnen und Schüler KI-basierte Anwendungen wie "ChatGPT". Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) will die VWA nun auf den Prüfstand stellen.

"Verändert alle Bereiche"

Die VWA ist neben den schriftlichen Arbeiten und der mündlichen Matura die dritte Säule  "Standardisierten kompetenzorientierten Reife- und Diplomprüfung". Seit 2015 gibt es diese an den AHS und 2016 an den BHS. Zu einem bestimmen Themen müssen in der Regel 40.000 bis 60.000 Zeichen angefertigt werden. Auch Präsentation und Diskussion sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.

Was wird nun mit der Vorwissenschaftlichen Arbeit? "Die Optionen reichen von einer Reform der VWA über eine Wahlmöglichkeit bis hin zu deren Abschaffung", erklärte Polaschek am Dienstag gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten".

VWA: Abschaffen oder nicht?

Wie "Heute" erfuhr, hat der Ressortchef im Bildungsministerium nun eine Taskforce ins Leben gerufen. "Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Vorschläge für die Weiterentwicklung der VWA auszuarbeiten", erklärte Polaschek auf "Heute"-Anfrage. "Die Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. KI verändert dabei alle Bereiche unserer Gesellschaft - auch die Arbeit und das Lernen an unseren Schulen."

Erst vor einigen Wochen hatten AHS-Lehrer ein Aus für die verpflichtende VWA gefordert. Diese sei sozial ungerecht, weil Jugendliche aus bildungsferneren Haushalten auf weniger Unterstützung zählen können, argumentieren die Vertreter. Durch den KI-Einsatz brauche es eine noch intensivere Begleitung, diese würde das Lehrpersonal in Zeiten des Lehrermangels zusätzlich zum Unterricht überlasten, heißt es.

Die Bundesschülervertretung stand einer Abschaffung kürzlich kritisch gegenüber. Neben klassischen Schulwissen fördere die VWA auch Eigenverantwortlichkeit, Zeitmanagement, und das wissenschaftliche Arbeiten. Diese Kompetenzen seien auch für die spätere Berufswelt wichtig.

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    Auf den Punkt gebracht

    • Bildungsminister Polaschek prüft die Zukunft der vorwissenschaftlichen Arbeit (VWA), da Schüler vermehrt KI-Anwendungen wie "ChatGPT" nutzen
    • Es gibt Diskussionen über eine mögliche Reform, Wahlfreiheit oder Abschaffung der VWA, da die KI-Nutzung zusätzliche Betreuung erfordert und soziale Ungerechtigkeiten hervorrufen könnte
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