Meteoritenkrater größer als Paris entdeckt

Dieses Foto der NASA zeigt den Hiawatha-Gletscher: Unter dem Eis wurde ein Einschlagskrater entdeckt, der größer als Paris ist.
Dieses Foto der NASA zeigt den Hiawatha-Gletscher: Unter dem Eis wurde ein Einschlagskrater entdeckt, der größer als Paris ist.Bild: picturedesk.com/AFP/NASA/John Sonntag
Jahrtausende war er unter einer dicken Eisschicht verborgen: Jetzt haben Forscher einen der größten Krater der Welt in Grönland gefunden.
In Grönland (Dänemark) haben Wissenschaftler einen massiven Einschlagkrater eines Meteoriten entdeckt. Wie das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven am Mittwoch mitteilte, liegt der Krater mit einem Durchmesser von 31 Kilometern unter einer dicken Eisschicht. Damit gehöre der Krater zu den 25 größten Einschlagkratern der Erde.

Das internationale Forscherteam um den Dänen Kurt H. Kjaer vom Zentrum für GeoGenetics am Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen publizierte seine Erkenntnisse im Fachjournal "Science Advances".

NASA lieferte erste Hinweise

Die Wissenschaftler hatten bereits im Juli 2015 eine große kreisförmige Vertiefung unter dem Hiawatha-Gletscher in Norden Grönlands ausgemacht. Allerdings waren die NASA-Aufnahmen zur Langzeitbeobachtung von Grönlands Eisdecke nicht dazu geeignet, den Ursprung der Vertiefung auszumachen.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das mit einem neuen Eisradar ausgestattete Forschungsflugzeug Polar 6 des Alfred-Wegener-Instituts überflog deshalb im Mai 2016 den Hiawatha-Gletscher, um die nötigen Daten zu liefern.

Krater sehr gut erhalten

Die Bilder aus Bremerhaven bestätigten die Vermutung der Forscher, dass ein Meteorit die Riesendelle mit einer Grundfläche größer als Paris verursachte. Die hohe Auflösung des an der US-Universität Kansas entwickelten Eisradars machte nach Angaben des Instituts alle denkbaren Merkmale sichtbar: "Alles, was einen Meteoriteneinschlag auszeichnet, ist da", erklärte der Eisforscher Olaf Eisen vom Alfred-Wegener-Institut.

Weil der Krater trotz des beständig fließenden Gletscherschmelzwassers gut erhalten ist, vermuten die Wissenschaftler den Einschlag in – nach Erdmaßstäben – jüngerer Zeit. "Möglicherweise entstand er sogar erst vor zwölftausend Jahren, also gegen Ende der letzten Kaltzeit", erklärte Studienleiter Kjaer.

Um den Einschlag genauer datieren zu können, wollen die Wissenschaftler versuchen, Proben vom Krater zu nehmen. Das Datum des Meteoriteneinschlags zu ermitteln, sei "entscheidend, wenn wir verstehen wollen, wie sich der Einschlag auf das Leben auf der Erde auswirkte", erklärte Kjaer. Das Klima und das Leben auf der Erde wurde immer wieder stark durch Meteoriteneinschläge geprägt.

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