Mit dem Vierbeiner gegen den inneren Schweinehund

Gut wer einen Vierbeiner hat, der einen mit seiner feuchten Nase anstupst, um Bescheid zu sagen, dass es mal wieder an der Zeit ist mit ihm rauszugehen.

Regelmäßige Bewegung ist gesund und hält fit. Doch wenn im Winter die Tage kürzer und dunkler werden, fällt es nicht leicht sich dazu aufzuraffen. Die Wahl zwischen einem Spaziergang oder einer Joggingrunde und einem gemütlichen Fernsehabend auf der Couch, fällt dann meist zu Gunsten des Fernsehabends aus.

Gut wer da einen Vierbeiner hat, der einen mit seiner feuchten Nase anstupst, um Bescheid zu sagen, dass es mal wieder an der Zeit ist mit ihm rauszugehen.

Radfahren oder besser Joggen?

Der natürliche Bewegungsdrang des Hundes, veranlasst auch sein Herrchen dem Bedürfnis nach Bewegung nachzugehen. Nicht zuletzt der auffordernde Blick und das freudige Schwanzwedeln, wenn nach der Leine gegriffen wird, erleichtert die Entscheidung vor die Tür zu gehen.

Dies ist dann der optimale Zeitpunkt, die Gelegenheit beim Schopf zu ergreifen. Statt einem einfachen Spaziergang, wird einfach ein Gang hochgeschaltet. In der Regel kommt das höhere Tempo beim Hund gut an.

Selbstverständlich sollte beim Tempo auch an die Hunderasse gedacht werden. Ein Mops ist von seiner Züchtung her nicht für eine hohe Auslastung geeignet und kann beim Joggen oder Fahrradfahren schnell einen Hitzschlag erleiden. Auch andere kleine Hunderassen sollte man nicht überfordern.

Ob Fahrradfahren oder Joggen, sollte daher nicht nur von den eigenen Vorlieben, sondern auch von der der Hunderasse beziehungsweise der Fitness des eigenen Hundes abhängig gemacht werden. Den meisten mittelgroßen Hunden wie Border Collie oder Golden Retriever macht beides nichts aus. Im Gegenteil werden sie sich im Normalfall über das Mehr an Bewegung freuen.

Eine weitere Entscheidungsgrundlage zwischen Joggen und Radfahren sollte auch der Gehorsam des Hundes spielen. Meist ist es gerade beim Radfahren schwierig den Hund an der Leine zu führen. Hier sollten also Wege genutzt werden, die wenig frequentiert werden und nicht neben vielbefahrenen Straßen entlangführen.

Ein kleiner Hundeparcours wertet jeden Spaziergang auf und bringt Hund und Herrchen jede Menge Spaß. (Bild: Fotolia/alexei_tm)

In beiden Fällen gilt jedoch:Langsam anfangen und nicht übertreiben. Im Gegensatz zum Herrchen hat der Hund ein wärmendes Fell und kann nicht schwitzen. Somit muss die gesamte überschüssige Wärme durch das Hecheln abgegeben werden.

Agility und Dogdancing: Abwechslung für Hund und Herrchen

Genauso spannend ist es, den Spaziergang mit Elementen aus den verschiedenen Hundesportarten aufzupeppen. Der Vorteil hier: Mehr Spaß für Hund und Herrchen und neben der sportlichen Betätigung eine kognitive Förderung.

Diese geistige Herausforderung ist besonders bei intelligenten Hunderassen sehr beliebt und auch wichtig, um die Tiere nicht dauerhaft zu unterfordern.

Agility, Dogdancing und andere Hundesportarten sind hauptsächlich darauf ausgerichtet, die Kommunikation zwischen dem Vierbeiner und seinem Besitzer zu verbessern.

Agility selbst, gilt dabei als die bekannteste Sportart. Der Hund muss dabei einen Parcours aus Hindernissen wie Tunnel oder Hürden überwinden und Gegenstände im Slalom umlaufen.

Üblicherweise findet dieser Sport auf einem großen Platz statt, auf dem die Hindernisse aufgebaut sind und fehlerfrei, der Reihe nach vom Hund absolviert werden müssen. Das Herrchen läuft neben den Hindernissen her, um dem Tier zu zeigen, was es als nächstes tun muss.

Kleinere Kunststücke wie "Give Five" lassen sich später in Dogdancing Choreografien einbauen.(Bild: Fotolia/DoraZett)

Solche Elemente lassen sich ohne weiteres beim täglichen Spaziergang einbauen. Ein eigener, selbst entwickelter Parcours, bei dem der Hund einige Meter über eine niedrige Gartenmauer läuft, an einer bestimmten Stelle einen Hang hinauf und wieder hinunterläuft, über einen umgefallenen Baumstamm springt oder in einer Acht eine Parkbank mit danebenstehendem Mülleimer umkreist, lässt sich ohne großen Aufwand umsetzen und bringt gleichzeitig jede Menge Spaß.

Sehr beliebt ist auch Dogdancing, das aus den USA nach Europa übergeschwappt ist. Hierzu wird allerdings Musik benötigt. Im Grunde handelt es sich um Tanzeinlagen, kleine Kunststücke, die passend zur Musik durchgeführt werden.

Dabei kann es ein vorwärts oder rückwärts Slalomlaufen durch die Beine des Herrchens sein, ein Anspringen oder Umkreisen der Person. Auch das stückweise Laufen auf zwei Beinen oder das Überspringen des ausgestreckten Arms in Hockposition kann Bestandteil der Choreographie sein.

Diese Tanzeinlagen lassen sich auch an jeweils bestimmten Orten auf dem Spazierweg einbauen. Wichtig für das erfolgreiche Umsetzten, ist die volle Aufmerksamkeit des Tieres.

Das Schöne am Einbau dieser Elemente aus dem Hundesport ist, dass dadurch die Verbindung zwischen Hund und Mensch nochmal verstärkt wird. Und neben zusätzlicher Bewegung wird gleichzeitig Aufmerksamkeit, Koordination und Geschick trainiert.



Grundregeln für den Sport mit Hund


Egal für welche Bewegungsform mit dem Hund sich das Herrchen entscheidet, es gibt einige Grundregeln, die in jedem Fall eingehalten werden sollten. Die Form und Intensität der Bewegung beziehungsweise des Sports, sollte an der eigenen sowie auch an der Fitness des Tieres orientiert werden.

Grundkommandos wie "Sitz" und "Fuß" sollen beherrscht werden.(Bild: Fotolia/izaya)

Bei höheren Belastungen wie Jogging oder Laufen ist es durchaus sinnvoll auch vorher einen ärztlichen Checkup machen zu lassen. Dies gilt für den Hund wie auch für einen selbst. Gerade ab einem Alter von 35 Jahren, sind sowieso Gesundheits-Checkups angeraten, da Zivilisationskrankheiten zunehmen und so Einschränkungen im Bewegungsapparat oder Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems rechtzeitig erkannt werden können.

Bei dem Hund ist ebenfalls an das Alter zu denken. Ganz junge und betagte Tiere sind weniger leistungsfähig. Damit die Bewegung den Vierbeiner nicht überstrapaziert und den Ausflug für ihn zur Qual macht, sollte Radfahren nur im geringen Tempo und Laufen nicht über eine zu lange Strecke durchgeführt werden.

Werden bei einem Spaziergang Elemente aus dem Hundesport eingebracht, sollte auch hier Rücksicht auf das Alter des Tieres genommen werden.

Allerdings gibt es hier viele Übungen, die auch für betagtere und nicht so fitte Begleiter noch gut geeignet sind. Auf einem Baumstamm oder einer Mauer balancieren und kleinere Sprünge zu absolvieren bekommt meist jeder Hund noch hin, vorausgesetzt er verfügt nicht über Verletzungen an Hüfte oder Wirbelsäule.

Ein zweiter Punkt ist der Grundgehorsam des Tieres. Damit der gemeinsame Sport stressfrei funktioniert, muss das Tier über die Basics im Gehorsam verfügen. Kommandos wie "bei Fuß" oder "Sitz" sollten reibungslos funktionieren. Nichts ist anstrengender, als immer hinterher sein zu müssen, dass das eigene Tier nicht anderen Hunden hinterherläuft oder einfach andere Passanten anspringt.

Tipps für den besseren Gehorsam

Am einfachsten ist der gemeinsame Sport, wenn das Tier ohne Leine frei nebenher laufen kann. Damit es dann auch mit dem Gehorsam klappt, sollten im Vorfeld die Basics geübt werden. Als einer der ersten Befehle sollte das "bei Fuß" gehen geübt werden.

Hierbei macht es Sinn, sich von Anfang an für eine Seite zu entscheiden, an die der Hund kommen soll.

Weiß der Hund, "bei Fuß" bedeutet immer auf der linken Seite neben dem Herrchen zu laufen, ist es später beim gemeinsamen Radfahren oder Joggen einfacher und die Gefahr gegenseitig übereinander zu stolpern geringer, da von Anfang an klar ist, auf welcher Seite der Hund läuft.

Geübt wird zu Anfang immer mit der Leine. Der Hund soll die ganze Zeit "bei Fuß" gehen, sprich neben einem herlaufen. Die Leine sollte in dem Zustand locker durchhängen. Durch das Lob für den nebenherlaufenden Hund lernt er schnell, was das Herrchen bei einem "bei Fuß" von einem möchte.

Weitere wichtige Kommandos sind "Stopp" beziehungsweise "Bleib" und "Komm". Diese gehören zu den sieben Grundkommandos, die der Hund beherrschen sollte. Vorausgehen sollte das Beherrschen des Kommandos „"Sitz". So ist es meist erfolgreicher, wenn sich der Hund bei dem „"Bleib" Kommando in der Sitzposition befindet. Andernfalls neigt er, einem doch noch schnell nachzulaufen.

Wichtig ist auch ein "Stopp"-Kommando. Damit ist gewährleistet, dass er auch beim Vorlaufen direkt stehen bleibt, wenn das Herrchen ruft. Alle weiteren Kommandos können dann nach und nach erlernt werden.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
Good NewsGesundheitSport-TippsPro-Hund Initiative

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen