Frankreich

Neue Klimaklage: Ökos gegen Ölriese TotalEnergies

Umweltschützer haben den französischen Energieriesen TotalEnergies wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung vor dem Hintergrund der Klimakrise verklagt.

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Neue Klimaklage: Ökos gegen Ölriese TotalEnergies
Umweltschützer haben eine Klimaklage gegen TotalEnergies in Frankreich eingebracht.
REUTERS

Drei Umweltschutzorganisationen und acht Einzelpersonen haben am Dienstag beim Pariser Strafgericht eine Klage gegen den französischen Ölriesen TotalEnergies eingereicht. Die Klage richtet sich gegen die Unternehmensführung und die Aktionäre. Die Kläger beschuldigten sie unter anderem des Totschlags. Sie wollen den Ölkonzern für seinen mutmaßlichen Beitrag zum Klimawandel bestrafen lassen.

Sollte die Justiz die Klage annehmen, wäre es das erste Mal, dass sich Konzernlenker und Anteilseigner persönlich strafrechtlich in Klimafragen verantworten müssen. Unter den klagenden Einzelpersonen ist auch ein Belgier. Er hat bei den Überschwemmungen im Sommer 2021 eine Freundin verloren.

"Zynische Entscheidungen für hohe Gewinne"

"Die Manager und Aktionäre von TotalEnergies wissen, dass der Klimawandel tötet, aber sie haben die zynische Entscheidung getroffen, die Öl- und Gasproduktion aus einem einzigen Grund zu steigern: um möglichst hohe Gewinne zu machen", betonten die Kläger am Dienstag in Paris.

Das Unternehmen ließ eine Anfrage nach einer Reaktion zunächst unbeantwortet. "Wir sind entschlossen, Klima-Kriminellen das Handwerk zu legen", sagte Claire Nouvian, Chefin der Umweltorganisation Bloom, die die Klage koordiniert, gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP).

Die Kläger verweisen auf eine Aussage von Unternehmenschef Patrick Pouyanné vom vergangenen August: "Ich bin entschlossen, meine Öl- und Gasinvestitionen fortzusetzen, weil die Nachfrage steigt. Ich respektiere die Meinung von Wissenschaftlern, aber es gibt das wirkliche Leben", hatte Pouyanné demnach gesagt.

Auch Investoren Ziel der Klage

Die Kläger werfen TotalEnergies zudem die Gefährdung der Artenvielfalt, die Gefährdung anderer Menschen und Untätigkeit angesichts eines Unglücks vor. Im Visier sind das Management von TotalEnergies, darunter Pouyanné, aber auch deren Aktionäre wie die US-Investmentgesellschaft BlackRock und die nowegische Norges Bank, berichtete die AFP.

"TotalEnergies ist sich der Auswirkungen seiner Aktivitäten seit mindestens 1971 bewusst", betonen die Kläger. Das Unternehmen habe dennoch eine "klimaskeptische Linie" verfolgt, um seine Investitionen in fossile Energieträger zu schützen. Obwohl die Internationale Energieagentur empfohlen hat, ab 2021 alle Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe einzustellen, um den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen, habe TotalEnergies weiterhin Öl- und Gasfelder rund um den Globus erschlossen.

TotalEnergies war bereits mehrfach Ziel von Klimaklagen geworden, von denen einige abgewiesen wurden. Das Unternehmen ist nach Einschätzung der Kläger für etwa ein Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Nach eigener Aussage will es bis 2050 Klimaneutralität erreichen. Dabei sind die Berechnungsmethoden allerdings umstritten.

Das Gericht hat nun drei Monate Zeit, um zu entscheiden, ob Ermittlungen aufgenommen werden, die in einen Prozess münden könnten.

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    • Umweltschützer haben den französischen Energieriesen TotalEnergies wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung vor dem Hintergrund der Klimakrise verklagt
    • Die Klage richtet sich gegen die Unternehmensführung und die Aktionäre, die beschuldigt werden, den Klimawandel voranzutreiben
    • Sollte die Justiz die Klage annehmen, wäre es das erste Mal, dass sich Konzernlenker und Anteilseigner persönlich strafrechtlich in Klimafragen verantworten müssen
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