OÖ-Tierrettung schließt ab sofort ihre Pforten

Wilhelm Schnebel und sein Team haben die Tierrettung vorübergehend geschlossen.
Wilhelm Schnebel und sein Team haben die Tierrettung vorübergehend geschlossen.Bild: W.M.
Diese Meldung trifft vor allem Tierfreunde hart! Auf Facebook teilte die OÖ-Tierrettung mit, aufgrund fehlender Unterstützung nicht mehr auszufahren.
Bis zu 50 Mal am Tag läutet das Handy von Obmann Willy Schnebel. Ob ein verletzter Schwan, ein entlaufener Hund oder eine ausgebüxte Schlange – der Linzer und sein Team sind stets zur Stelle.

"Ich habe meistens nur drei bis vier Stunden Schlaf in der Nacht. Oft müssen wir viele Kilometer zu einem verletzten Tier fahren", so Schnebel zu "Heute".

Doch nach vielen Jahren unermüdlichen Einsatzes für Hund, Katz und Co. folgte nun die Schocknachricht für alle Tierfreunde.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Wie der Verein auf seiner Facebook-Seite nun bekannt gab, schließt die Tierrettung ab sofort ihre Pforten.

Fehlende Unterstützung



Wie Schnebel in einer ausführlichen Erklärung mitteilt, vermisst der Tierfreund die nötige Unterstützung der Stadt, der Politik sowie der Mitbürger.

In seinem Statement nennt Schnebel auch einige Beispiele. So fahre die Tierrettung oft viele Kilometer zu einem entlaufenen Hund, um vor Ort von dem Finder zu erfahren, der Hund sei schon wieder bei seinem Besitzer. "Auf den Kosten bleiben wir dann sitzen. Außerdem hätten wir in der Zwischenzeit wo anders ein Tier retten können", ist Schnebel sauer.



Zudem hagelt es für die ehrenamtlichen Tierschützer oft üble Beschimpfungen, weil sie sich nicht sofort um jedes noch so kleine Tier kümmern. Laut Schnebel meldete sich erst kürzlich eine Dame um 1.30 Uhr in der Nacht. Sie habe gemeint, ein Igel würde sich nicht mehr zusammenrollen und die Tierrettung solle ihn sofort abholen und zum Tierarzt bringen.

"Als wir ablehnten, bekamen wir auf Facebook eine schlechte Bewertung und mussten uns wieder einmal rechtfertigen", schildert Schnebel. Und selbst habe die Anruferin den Igel nicht versorgen wollen. Er sei ja voll mit Flöhen, habe sie gesagt. "Und den Igel hätten wir auch am nächsten Tag in der Früh versorgen können", so Schnebel weiter.

Ebenfalls ein Dorn im Auge ist dem Obmann die lange Wartezeit für eine Blaulicht-Bewilligung auf dem Einsatzauto der Tierretter. Dabei wäre genau dieses bei den zahlreichen Einsätzen so wichtig.

Auch mit Anzeigen wegen Falschparkens und verhängter Radarstrafen während der Einsatzfahrten machen den Tierschützern zu schaffen. "Es kommt deshalb auch immer wieder zu kostspieligen Gerichtsverfahren", so Schnebel.

Wie die Tierrettung auf Facebook mitteilt, ist den Mitgliedern diese Entscheidung über das Aus nicht leicht gefallen. "Ein Tropfen füllt einen Eimer nicht, jedoch viele Tropfen schon und dann genügt ein Tropfen, der den Eimer zum Überlaufen bringt", lautet der Abschluss-Satz in dem Statement.

Im Sinne der vielen Tiere bleibt nur zu hoffen, dass sich doch noch eine Lösung findet und die Tierretter wieder ausfahren...





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