Neue Statistik: 55 Corona-Tote "auferstanden"?

Im Vergleich zu gestern sind die Corona-Toten beim Gesundheitsministerium plötzlich weniger geworden. Wie geht das? Alle Infos hier.
Das Gesundheitsministerium verrät in seinem neu überarbeiteten Dashboard jetzt noch mehr Daten als vorher. Bei einer Zahl werden die genauen Beobachter allerdings stutzig: Der Anzahl der Todesfälle. Sie ist weniger geworden.

Unterschiedliche Zahlen

Die Zahl der Corona-Toten wird jeden Tag von zwei Stellen veröffentlicht: Vom Innen- und auch vom Gesundheitsministerium. Am Donnerstag passten diese beiden Zahlen erstmals nicht zusammen.

Das Innenministerium (BMI) schrieb in seiner täglichen Presseaussendung von 393 Toten, das Gesundheitsministerium gab "nur" 338 an. Ein Oster-Wunder? Sind 55 Personen wieder auferstanden?

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Mitnichten. Es liegt an der Zählweise. Das Gesundheitsministerium erfasst im Gegensatz zum BMI nur solche, die auch wirklich den Folgen des Virus erlegen sind.

Mit und an

Bisher war Österreich in der Todesstatistik sehr liberal (wir berichteten bereits hier) und zählte jeden dazu, der vor seinem Tod einen positiven Corona-Test hatte. Ob er wirklich an den Folgen des Virus - oder, salopp formuliert - an den Folgen eines Autounfalls gestorben ist, war egal. Eigentlich müsste man also sagen: "Mit" und nicht "am" Coronavirus verstorben.

Das Innenministerium macht das weiterhin so, das Gesundheitsministerium hat seine Zählweise umgestellt (und hinkt zudem etwas hinterher). Deshalb sind die Zahlen unterschiedlich.



Unterschiedliche Quellen

Wie kommt das zustande? Es liegt an den verschiedenen Zählweisen. Das Gesundheitsministerium greift seit Donnerstag auf das "Epidemiologische Meldesystem" zu. Dort werden nur jene erfasst, die auch tatsächlich an Covid-19 verstorben sind (oder von denen man das annehmen kann). Dort erfasste Todesfälle sind zudem vorher dem Amtsarzt gemeldet worden.

Das Innenministerium nimmt seine Daten hingegen aus den morgendlichen Videokonferenzen der Landessanitätsdirektionen. Diese melden Todesfälle auch schon, wenn sie noch nicht beim Amtsarzt sind. Auch die Todesursache ist hier egal - erfasst wird, wer vorher einen positiven Corona-Test hatte. Deshalb ist das Dashboard des Gesundheitsministeriums auch ein bisschen "langsamer".

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