Suchtgefahr bei Juul größer als bei Zigaretten

In den USA boomen E-Zigaretten der Marke Juul bei Jugendlichen. Kein Wunder: 60 Prozent derjenigen, die sie einmal probiert haben, nutzen sie weiter.
Sie sehen aus wie etwas zu groß geratene USB-Sticks und erfreuen sich in ihrem Herkunftsland USA enormer Beliebtheit: die E-Zigaretten von Juul, mit denen eine nikotinhaltige Flüssigkeit in leicht austauschbaren Kapseln, sogenannten Pods, verdampft wird. Und obwohl Juul in Europa offiziell erst in Großbritannien erhältlich ist, hat die neuartige E-Zigarette auch hierzulande bereits Schlagzeilengemacht, denn ihren größten Erfolg feiert sie ausgerechnet bei Jugendlichen.

Eine neue Studie zeigt nun, dass Teenager, die Juul ausprobieren, eher regelmäßige Konsumenten werden als diejenigen, die andere E-Zigaretten oder herkömmliche Zigaretten probieren. Befragt wurden 437 kalifornische Highschool-Schüler.

Größeres Risiko für eine Nikotinabhängigkeit

16 Prozent der Befragten, also 68 Personen, gaben an, schon einmal Juul ausprobiert zu haben. Fast 60 Prozent von ihnen haben das Produkt in den 30 Tagen vor der Befragung weiter genutzt, wie die Forscher im Fachjournal "Jama Network Open"berichten. Dagegen haben von 133 Schülern, die andere E-Zigaretten versuchten, nur 30 Prozent weitergedampft. 106 hatten bereits herkömmliche Zigaretten ausprobiert. Von ihnen hatten 28 Prozent im Monat vor der Befragung geraucht.

Der Psychologe Thomas Eissenberg, Co-Autor eines Kommentarszur Studie, erklärt, dass die Resultate bedeuten könnten, "dass kapselbasierte E-Zigaretten bei dieser anfälligen Gruppe ein noch größeres Risiko für eine Nikotinabhängigkeit darstellen als andere Nikotin- oder Tabakprodukte".

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