Umziehen in Wien: 5 Kniffe für den Wohnungswechsel

Übersiedeln nach oder in Wien ist zwar alltäglich, man muss es sich jedoch nicht anstrengender machen, als es sowieso ist.
Übersiedeln nach oder in Wien ist zwar alltäglich, man muss es sich jedoch nicht anstrengender machen, als es sowieso ist.Bild: unsplash.com/HiveBoxx
Wien ist beliebt, Wien ist trendig, Wien ist eine Stadt mit Herz. Aber wer hier herzieht oder auch innerhalb der Stadt die Wohnung wechselt, sollte das nicht blind tun.
Was hat Wien mit Graz gemeinsam, außer, dass beides österreichische Städte sind? Ganz einfach: Seit 2004 ist Wiens Bevölkerung um die Bevölkerungszahl von Graz angewachsen, also gut und gerne 290.000 Einwohner. Jahr für Jahr kommen ungefähr 15.000 Menschen neu in die Stadt, ähnlich viele wechseln innerhalb der Stadtgrenzen ihre Wohnung.

Nun wissen viele, dass Umsiedeln per se schon anstrengend und oft sehr stressig ist. Das potenziert sich, wenn zumindest der Ziel- und womöglich auch der Ausgangsort diejenige Stadt ist, in der ein ganzes Fünftel aller Österreicher leben. Für alle, die demnächst vor diesem Projekt stehen, zeigt der folgende Artikel fünf wichtige Tipps, mit denen es leichter wird.

1. Profis engagieren

Es gibt unzählige Ratgeber, die darstellen, wie man mit tatkräftiger Unterstützung durch Freunde und Familienmitglieder die Wohnung wechseln kann. Sie alle ignorieren jedoch, dass das Bewegen eines kompletten Lebens schon auf rein physischer Ebene eine ziemliche Plackerei ist.

Was für den allein lebenden Single leicht zu stemmen ist, wird schon bei Paaren schwieriger und bei Familien sind Muskelkater, zerschrammte Möbel, vielleicht sogar Hexenschüsse oder Leistenbrüche praktisch vorprogrammiert.

Zumindest für das reine Schleppen der Möbel und Kartons sowie den Transport sollte man deshalb eine Umzugsfirma in Wien engagieren. Wenn solche Profis wenigstens den körperlichen Teil übernehmen, wird es deutlich(!) entspannter und trotzdem nur unwesentlich teurer – zudem haben Profis die notwendige Erfahrung, mit der man Schäden am kostbaren Hausstand vermeidet.

2. Eine Halteverbotszone beantragen

1,91 Millionen Einwohner hat Wien. Zumindest gefühlt hat mehr als die Hälfte davon ein Auto, das entweder durch die Straßen rollt oder an deren Rändern steht.

Dabei ist es gleich, in welchen Bezirk man zieht, man kann nicht darauf vertrauen, dass es vor dem neuen Domizil oder auch nur in der Nähe einen Parkplatz geben wird, auf dem der Möbelwagen stehen kann, ohne dass er dort belangt wird.

Pflicht ist deshalb, sich zuvor bei der Stadt um eine kurzfristige Halteverbotszone zu bemühen. Wenn der Grund dafür eine Übersiedlung ist, ist das kein Problem. Die einzige Bedingung: Der Antrag muss mindestens fünf Werktage vor der Aufstellung eingereicht werden.

In der Praxis empfiehlt es sich, sicherheitshalber lieber so früh wie möglich anzufragen – immerhin besteht das realistische Risiko, dass just an dem Tag jemand anderes ebenfalls hier übersiedelt.

3. Nur neue Kartons nehmen

Schon gewusst? Für das Übersiedeln einer Familie mit durchschnittlich großem Hausstand kann man 25 Kartons pro Person einkalkulieren, in die alles verpackt wird. Für viele sind derartige Mengen Grund genug für einen trügerischen Spargedanken.

Befeuert wird der dadurch, dass es im Netz zu jedem Zeitpunkt Hunderte gibt, die ihre benutzten Umzugskartons loswerden möchten. Und wo man vielleicht 70, 80 oder gar 100 braucht, klingt das sehr verführerisch. Dazu vielleicht noch ein paar Kartons aus dem Supermarkt und es kann für wenige Euros losgehen.

Ein guter Rat: Nicht zugreifen. Umzugskartons sind zwar sehr stabil – ungleich zu den meist für geringere Belastungen ausgelegten Supermarkt-Kartons. Aber:

1. Man kann nicht abschätzen, ob bei der letzten Übersiedlung die Gewichtsgrenzen eingehalten wurden – das passiert schnell, wenn man nicht richtig packt.

2. Gebrauchte Kartons werden vielfach ungeeignet zwischengelagert – etwa im feuchten Keller. Das reduziert unsichtbar ihre Tragkraft.

Mit etwas Pech erweisen sich die günstigen Gebrauchten als ziemlich teuer, wenn sie im unpassendsten Moment aufplatzen und ihr Inhalt auf dem Boden landet. Auch mit großem Umwelt-Herz ist es besser, auf brandneue Kartons zu setzen. Nur da kann man sich darauf verlassen, dass sie das halten, was sie versprechen.

4. Farbe anständig trocknen lassen

Übersiedeln ist in Wien zeitlich oft eng getaktet. Zwischen dem Auszug der vorherigen Mieter und dem eigenen Einzug liegen oft nur wenige Tage. Genau die sind aber in Verbindung mit modernen Innenraumfarben oft kritisch.

Klar ist, dass die meisten die neue Wohnung natürlich nach ihrem eigenen Gusto ausmalen möchten, es ist ja rechtlich problemlos möglich. Bloß kommt hier moderne Wandfarbe ins Spiel: Im Gegensatz zu früheren Mixturen fühlt die sich heute oft schon eine Stunde nach dem Anstrich staubtrocken an – sie ist es jedoch noch nicht.

Stellt man nun direkt Schränke und Couches dicht davor, blockiert man mitunter das Verdunsten des Wassers – und produziert damit hinter den Möbeln ein veritables Schimmel-Risiko. Zwischen dem Ausmalen und dem Aufstellen der Möbel sollten mindestens 24, besser 48, Stunden verstreichen; erst dann ist die Farbe wirklich durchgetrocknet.

Wichtig: Das Trocknen nicht durch eine hochgedrehte Heizung oder geöffnete Fenster forcieren. Dann trocknet die Oberfläche der Farbschicht zu schnell, blockiert das Austrocknen des Rests und das Prozedere dauert noch länger.

5. Leibliches zuletzt und zuerst

Es gibt unterschiedliche Philosophien, was man in welcher Reihenfolge transportieren sollte. Beim Thema Speis und Trank gilt jedoch eine eiserne Vorgehensweise:

1. Kühlschränke und Kühltruhen sollten zuerst in die neue Wohnung wandern. Sie müssen, je nach Modell, zwischen 12 und 24 Stunden stehen, bevor man sie wieder einschalten kann.

2. Das letzte Gerät, das man aus der alten Wohnung abtransportieren sollte, ist die Kaffeemaschine. Und benötigt der Umzugstrupp nur eine Fahrt, sollte diese Maschine samt Zubehör auch als erstes wieder entladen werden – nach einem langen Tag wird der heiße Koffein-Muntermacher allen Beteiligten gut tun; erst recht, wenn das Wetter nicht mitspielt.

3. Der clevere Übersiedler nutzt als Überbrückung eine gut mit Eiswürfeln und Getränken gefüllte Kühlbox – das gefrorene Nass in Würfelform gibt es an vielen Tankstellen säckeweise für wenige Euro.

4. Alles, was vor, während und nach dem Umzug verspeist werden soll, sollte man am Vorabend vorbereiten. Im Umzugsstress abzuspülen oder auf das Abkühlen des Herdes zu warten, macht die Sache nur anstrengend.

Dazu auch noch ein letzter guter Rat: Es gibt kaum einen besseren Grund, nach getaner Arbeit das nächstgelegene Restaurant anzusteuern. Noch am Umzugstag einzukaufen und zu kochen, sollte sich niemand antun – und belegte Semmeln wird es an dem Tag schon genügend gegeben haben.



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