Österreich

Familie klagt: "Unser Baby muss im Schimmel schlafen"

Eine Salzburger Familie zählt zu den 201.000 armutsgefährdeten Österreichern. Sie müssen mit ihrem Säugling in einem schimmeligen Zimmer schlafen.

Sandra Kartik
Die Teuerungen bringen eine Familie aus Salzburg an ihre finanzielle Grenze.
Die Teuerungen bringen eine Familie aus Salzburg an ihre finanzielle Grenze.
iStock (Symbol)

Die explodierenden Energiekosten machen uns das tägliche Leben immer noch schwer. Der kalte Frühlingsbeginn lässt das Abdrehen der Heizung bei vielen noch nicht zu. Ein Salzburger Paar mit mehreren Kindern – das jüngste ist erst fünf Monate alt – ist davon stark betroffen. Der Grund: Ihre Wohnung ist leider extrem feucht. Einen Umzug können sie sich jedoch derzeit nicht leisten.

"Vom Strom war ich nicht so belastet, aber bei der Heizung konnte ich nicht sparen", erzählt der Familienvater. Denn: "Wir haben seit Oktober ein Baby. Im Schlafzimmer schimmelt es, wir müssen deshalb besonders viel heizen, weil unser Kleines dort schläft." Die finanziell stark belasteten Salzburger werden nun im Rahmen des "Projekts Existenzsicherung" von der Volkshilfe unterstützt. Armutsbetroffene Kinder bekommen dabei ein Jahr lang 100 Euro pro Monat.

Heizen gegen Schimmel

In Österreich war im Vorjahr jedes 5. Kind armutsgefährdet ("Heute" berichtete). "Die hohen Preise für das Lebensnotwendige, insbesondere für Energie, Lebensmittel und Wohnen belasten Menschen bis in die Mittelschicht", weiß Volkshilfe-Direktor Erich Fenninger. Die allgegenwärtigen Teuerungen dominieren inzwischen jedes Gespräch, das Sozialarbeiter mit Betroffenen führen.

"Momentan überlege ich, ob ich meinen Kindern essen machen oder heizen soll"

So ist auch ein alleinerziehender Papa von zwei Kindern stark von den Preisanstiegen betroffen. Seine Familie wird seit kurzem ebenfalls vom "Projekt Existenzsicherung" unterstützt. "Momentan überlege ich, ob ich meinen Kindern essen machen oder heizen soll“, ist er verzweifelt.

Kinder müssen Hausaufgaben am Boden machen

Verzicht auf Bedürfnisse des Alltags ist für immer mehr Österreicher zur Notwendigkeit geworden. Laut aktueller Statistik sind 1,5 Millionen im Land von Armut und Ausgrenzung bedroht. Eine Großfamilie aus Wien lebt mit ihren fünf Kindern auf schmalen 78 Quadratmetern. Eine größere Wohnung können sich die Eltern einfach nicht leisten.

"Wir haben aus Platzgründen kein eigenes Schlafzimmer. Wir Eltern schlafen auf der Couch, damit die Kinder das Bett haben können." Neben der beengten Schlaf-Situation ist für die älteren Geschwister auch ein anderes Problem stark spürbar: "Die Kinder müssen ihre Hausaufgaben auf dem Boden machen, denn für Schreibtische ist ebenfalls kein Platz.“ Die Volkshilfe fordert deshalb dringend eine Grundsicherung für Kinder und Energie.

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