Vizekanzler heißt auf Jugo "Hajnc-Kristijan Strahe"

Den Balkan verbindet natürlich vor allem die Sprache. Und die hat eine Eigenheit, die es sonst nirgends gibt.
"Deutsche Sprache, schwere Sprache", heißt es so schön. Doch im Vergleich zu "Jugo" ist sie ein Kinderspiel. Das habe ich erst in der Universität realisiert. Denn dort wurde mir plötzlich klar, dass wir am Balkan sechs Fälle haben statt der bereits im Kopf verankerten vier.

Das sorgte dafür, dass ich mit einem Mal verstand, wie schlecht ich eigentlich meine Muttersprache beherrsche. Mein ganzes Jugo-Leben war sozusagen ein einziger Fallfehler. Es gab wohl in der Vergangenheit kaum einen Satz, den ich korrekt formuliert hätte. Zu meiner Verteidigung: Ich wusste es nicht besser. Denn meine Mutter hat es wohl einfach so hingenommen. So wie ich ihr holpriges Deutsch mit der Zeit einfach akzeptiert habe.



Über diesen Blog

Hallo und herzlich willkommen zu "Hajde", dem Balkan-Blog auf "Heute.at"! Unser Blogger ist zwischen Sarma und Wiener Schnitzeln aufgewachsen. Wie das so ist? Er verrät´s euch in seinen Kolumnen. Übrigens: "Hajde" bedeutet auf Deutsch so viel wie "Los geht´s!"

Und was ist für euch typisch Balkan? Eure Inputs sind willkommen unter balkanblog@heute.at
In einer Sache macht man es sich am Balkan aber doch einfach. Und zwar mit der Rechtschreibung. In keiner Region wird die Phrase "man schreibt es so, wie man es sagt" mehr gelebt als im ehemaligen Jugoslawien. Und ein Land sticht hier besonders raus: Serbien.

CommentCreated with Sketch.10 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. In Serbien haben internationale Patente und Markenrechte keine Bedeutung. Ein paar Beispiele gefällig? Das größte soziale Netzwerk der Welt heißt in Serbien nicht Facebook, sondern "Fejsbuk". Ob es Zuckerberg passt oder nicht. Auch Google macht in den Köpfen der Serben wenig Sinn. Denn man spricht es doch "Gugl" aus. Und deshalb schreibt man es auch so. Eigentlich logisch.



Die Kreativität macht dabei nicht bei den Firmennamen Halt. Denn auch internationale Promis werden ohne Ausnahme umgetauft, sobald sie in irgendeiner Zeitung oder Zeitschrift auftauchen. Eine gewisse "Miley Cyrus" kennt man dort nicht. Aber dafür ist der US-Popstar "Majli Sajrus" Groß und Klein bekannt.

Und auch Österreicher landen regelmäßig in den serbischen Schlagzeilen. Von beinahe allen Titelseiten lächelten einem eine Zeit lang die Chefs der ÖVP und FPÖ zu. Besser bekannt als "Sebastian Kurc" und "Hajnc-Kristijan Štrahe". Auch als "Kristof Valc" seinen Oscar bekam, war er auf einigen Klatsch-Seiten vertreten.

Schade nur, dass unsere "Kristina Štirmer" am Balkan wenig Anklang findet. Wahrscheinlich, weil man ihre Songs "Ih lebe" und "Milijonen Lihter" dort nicht wirklich versteht.

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