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Wiener Mutter muss Blut verkaufen, um Heizung zu zahlen

Die Mama eines 12-Jährigen zittert um ihre Wohnung. Sie kann sich ihre Heizkosten kaum leisten, nun verkauft sie sogar ihr Blutplasma.

Marlene Postl
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Eine Wienerin weiß nicht, wie sie sich die erhöhten Heizkosten leisten soll. 
Eine Wienerin weiß nicht, wie sie sich die erhöhten Heizkosten leisten soll. 
privat / Fotolia

Die Preisexplosion bei Strom und Gas trifft besonders einkommensschwache Familien hart. So auch eine Wienerin, die nicht nur sich, sondern auch einen 12-jährigen Buben versorgen muss. Ihre Heizrechnung soll sich ab März auf 405 Euro monatlich mehr als verdoppeln. Mit ihrem mageren Gehalt von 1.200 Euro schafft die Wienerin es kaum, die zusätzlichen Kosten zu stemmen. Sie zittert um ihre und die Existenz ihres Kindes. 

Trotz Vollzeitjob nicht genug zum Überleben

Obwohl die 43-Jährige Vollzeit in der Gastronomie arbeitet, reicht ihr Gehalt nicht zum Überleben aus. Momentan kommen Mama und Sohn nur über die Runden, weil der Ex-Partner der Wienerin ihnen finanziell unter die Arme greift. Ohne die Unterstützung des Kindesvaters wäre die Wienerin nach eigener Einschätzung wohl bereits in die Obdachlosigkeit abgerutscht.

Dabei tut sie alles, um Geld zu verdienen – die Mutter nimmt neben ihrem anstrengenden Job sogar regelmäßige Plasmaspenden für ein paar Euro extra auf sich. Ihr Ex-Mann gibt ihr für den gemeinsamen Sohn so viel er kann, doch auch er geriet durch die Corona-Pandemie in Not, als er seinen Job verlor.

Umzug in kleinere Wohnung nicht leistbar

Bei der Trennung überließ ihr Ex-Mann der 43-Jährigen die Familienwohnung. Sie schafft es kaum, den großzügigen Altbau zu erhalten. In eine kleinere Wohnung umziehen kann sie allerdings auch nicht ohne Weiteres.

Ihr Ex-Partner erzählt im "Heute"-Talk: "Um eine neue Wohnung anzumieten, bräuchte sie mindestens sechs Monatsmieten in bar. Drei Monatsmieten Kaution, zwei Provision, die erste Miete sowie einen entsprechenden Einkommensnachweis. Bei einem Gehalt von 1.200 Euro ist das nicht machbar. Ich habe meine Exfrau so weit unterstützt wie es ging, aber jetzt ist auch mein Erspartes aufgebraucht."

Kein Anspruch auf Heizkostenzuschuss

Die Geschichte der Wienerin ist kein Einzelschicksal – viele Haushalte ächzen unter steigenden Preisen. Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) kündigte Anfang Jänner einen Zuschuss wegen der steigenden Energiekosten an. Auch von Seiten des Bundes wurde ein Entlastungspaket von insgesamt rund 1,7 Milliarden Euro versprochen. Hier soll es sich allerdings um Einmalzahlungen handeln.

Inwiefern ein Zuschuss von 150 Euro irgendetwas an der Situation der 43-Jährigen ändern soll, ist fraglich. Sie lebt nach wie vor in Armut. Würde die Wienerin Mindestsicherung beziehen, hätte sie hier zumindest Anspruch auf eine doppelte Auszahlung, also 300 Euro. Das tut sie allerdings nicht. Damit hat sie in der Bundeshauptstadt – im Gegensatz zu anderen Bundesländern – keinen Anspruch auf einen Heizkostenzuschuss

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