Wohnung zu klein – jetzt droht Wiener (!) Abschiebung

Die junge Familie mit Anwalt Mirsad Musliu
Die junge Familie mit Anwalt Mirsad MusliuClemens Pilz
Wenn Max D. weiter mit Ehefrau und Tochter (auch Österreicherin) leben will, muss er, so das Gericht, das Land verlassen. Wegen der Wohnungsgröße.

Leona D. (alle Namen geändert) versteht die Welt nicht mehr. Seit sechs Jahren ist sie mit dem Wiener Max D. verheiratet, vor drei Jahren kam Tochter Emma zur Welt. "Sie geht hier in den Kindergarten, spricht perfekt Deutsch. Auch ich habe Freunde und Arbeit gefunden und möchte den Rest meines Lebens in Österreich verbringen", sagt die 23-Jährige zu "Heute" (siehe Videointerview)

Leona D. über den Gerichtsentscheid:

Doch nun bekommt die vermeintliche Idylle Risse. Das Verwaltungsgericht verweigert der Frau den Aufenthaltstitel. Die Begründung mutet skurril an: "Wir wohnen in einer Wohnung, die meinem Schwiegervater gehört. Er überlässt sie uns gerne – sie soll mit 73,88 Quadratmetern aber zu klein sein, außerdem verdient mein Mann zu wenig."

"Österreicher aus Österreich ausgewiesen"

Als Baumaschinenfahrer bekommt der 25-Jährige netto 1.800 Euro (14 Mal im Jahr), sein Papa gewährt ihnen Wohnrecht. "Die Entscheidung ist rechtlich also absolut nicht nachvollziehbar", sagt Mirsad Musliu, der Anwalt der Familie. "Hier werden Österreicher de facto aus Österreich ausgewiesen – das kann nicht sein." Der Grund, so der Jurist: "Da das Kind österreichischer Staatsbürger ist, kann man die Mutter nicht abschieben, das würde dazu führen, dass die Tochter, die ja eine enge Bindung zur Mama hat, ebenfalls das Land verlassen müsste."

Und auch Max D., der ebenfalls in den Kosovo müsste, kann man eine enge Bindung zur Ehefrau wohl kaum absprechen. Wenn er diese beibehalten möchte, müsste er auch in den Kosovo ziehen ...

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account coi Time| Akt:
WienFloridsdorfAbschiebungGericht

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen