Wutausbruch von Bürgermeisterin am Finanzamt Tulln

Ortschefin Josefa Geiger lag im Clinch mit dem Finanzamt Tulln.
Ortschefin Josefa Geiger lag im Clinch mit dem Finanzamt Tulln.Google Maps, Marktgemeinde Sieghartskirchen
Für offene Münder sorgte am Montag der Auftritt einer Bürgermeisterin am Tullner Finanzamt. „Heute“ hat die Details zum Clinch von Josefa Geiger.

Zu Hause in Sieghartskirchen (NÖ) kennt Bürgermeisterin Josefa Geiger jeder, in der nur rund 15 Kilometer entfernten „großen, weiten Welt“, in der Bezirkshauptstadt Tulln, offenbar nicht.

"Kein Parteienverkehr"

Nach einem Termin in der Donaumetropole machte Ortschefin Josefa Geiger am Montag um 14.30 Uhr noch einen spontanen Besuch am Finanzamt. Doch dort herrschte gespenstische Stille, erst eine Mitarbeiterin, die vom Klo kam, meinte: „Was wollen Sie hier? Wir haben keinen Parteienverkehr mehr.“

"Ortschefin randalierte fast"

Daraufhin soll die VP-Politikerin die Chefin verlangt haben, die Teamleiterin kam und die Lage drohte zu eskalieren. „Die Ortschefin randalierte fast, drohte mit Ministern und Landeshauptfrau Mikl-Leitner“, so ein Beobachter. Und die Ortschefin soll die Teamleiterin als "personifiziertes Böse" bezeichnet haben. Schließlich bekam die Politikerin, ob des Friedens willen, doch die erwünschte Auskunft.

Termin nur nach Vereinbarung

Johannes Pasquali, Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen: „Wir hatten bis gestern, 30. Juni, die Regelung (Anm.: wegen Corona), dass es Termine nur nach Vereinbarung gibt. Wir versuchen bzw. versuchten in jener Zeit aber auch flexibel zu sein und Menschen, die plötzlich ohne Termin vor Ort sind, zu betreuen." Pasquali hielt fest, dass auf bestmögliches Bürgerservice und ein höfliches Auftreten der Mitarbeiter" Wert gelegt werde. "Wir gehen dieser Angelegenheit daher nach."

"War irre wütend"

Josefa Geiger beschönigte auf Nachfrage überhaupt nichts: „Ich war irre wütend, wollte nur einen Bodenwert (Anm.: eine Auskunft, die eine Anwältin von der Bürgermeisterin braucht), hatte es zehn Tage davor erfolglos telefonisch versucht, war  in der Endlosschleife. Und dann schlägt mir diese Dame am Finanzamt die Türe vor der Nase zu. Ich war in der Höhe, sagte auch, dass sie gerne nach Sieghartskirchen auf Schulung kommen sollen. Ich glaube aber auch, dass sie mich nicht erkannten."

"Behörden sollen arbeiten"

Die Ortschefin sieht sich selbst vom alten Schlag: "Ich erwarte mir einfach, dass die Behörden für die Bürger arbeiten. Wenn ich etwa wieder einmal um 22 Uhr angerufen werde, dass am Riederberg der Kanal stinkt, dann rücke ich aus." Josefa Geiger wirft auch ein, dass sie sich bis zu diesem Vorfall stets gut aufgehoben gefühlt hat, am Finanzamt Tulln. Zum "personifizierten Bösen" meinte die Ortschefin: "Ich habe sicherlich keine Nettigkeiten verteilt, wer mich kennt, weiß jedoch, dass ich solche Wörter wie personifiziertes Böses nicht verwende."

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NiederösterreichTulln an der Donau

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