Rosberg hat Mitleid mit Leclerc

14. April 2019 10:26; Akt: 14.04.2019 10:50 Print

"Unfair!" Ärger bei Ferrari nach erneuter Stallorder

Bei Ferrari herrscht nach dem Grand Prix von China mal wieder dicke Luft. Schuld ist abermals eine fragwürdige Stallregie zum Nachteil von Charles Leclerc.

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Von Jochen Rindt bis Christian Klien, von Niki Lauda bis Gerhard Berger. 14 Österreicher sind in den 1000 Formel-1-Grand Prix in der "Königsklasse" an den Start gegangen. Hier alle im Überblick. Jochen Rindt war Österreichs erster Held in der Formel 1. Er bestritt zwischen 1965 und 1970 insgesamt 60 Rennen, feierte sechs Grand-Prix-Siege und wurde 1970 auf Lotus-Ford Weltmeister. Das erlebte er allerdings nicht mehr. Rindt verstarb am 5. September im Training zum Großen Preis von Italien in Monza. Auch der jetzige Red-Bull-Motorsportdirektor Helmut Marko blickt auf eine Formel-1-Karriere zurück. 1971 und 1972 bestritt er neun Rennen für BRM, blieb aber ohne WM-Punkte. Niki Lauda ist Österreichs größte Formel-1-Ikone. Von 1971 bis 1985 bestritt er 171 Rennen, feierte 25 Grand-Prix-Siege und krönte sich 1975, 1977 und 1984 zum Weltmeister. Unvergessen ist sein Comeback nach dem Feuerunfall beim Grand Prix von Deutschland auf dem Nürburgring 1976. Auch Dieter Quester (links) hat es in den Kreis der österreichischen Formel-1-Piloten geschafft. Er fuhr 1974 ein Rennen für Surtees-Ford, blieb ohne Punkte. Zwei Rennen in der Motorsport-"Königsklasse" bestritt Helmut Koinigg. 1974 für Surtees-Ford, blieb ohne WM-Punkte. Er verunglückte im selben Jahr in Watkins Glen tödlich. Harald Ertl bestritt in den Saisonen 1976 bis 1978 insgesamt 19 Rennen in der Formel 1, blieb dabei ohne WM-Punkt. Er kam 1982 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Bekanntheit erlangte Ertl als einer der vier Lebensretter von Formel-1-Ikone Niki Lauda bei dessen Feuerunfall. Hans Binder bestritt in den Saisonen 1977 und 1978 insgesamt 13 Grand Prix für Surtees, Ensign-Ford und ATS-Ford, blieb dabei aber ohne WM-Punkt. Jo Gartner fuhr in der Formel-1-Saison 1984 acht Rennen, blieb aber offiziell ohne WM-Punkte, weil er für seinen fünften Platz beim Grand Prix von Italien als Gaststarter keine Punkte erhielt. Er verunglückte bei den 24 Stunden von Le Mans im Jahr 1986 tödlich. Karl Wendlinger bestritt zwischen 1991 und 1995 41 Rennen in der Motorsport-"Königsklasse", fuhr dabei 14 WM-Punkte ein. Gleich drei Mal landete Wendlinger auf dem vierten Platz. Unvergessen sein schwerer Unfall im Freien Training zum Großen Preis von Monaco 1994. Wendlinger krachte in der Hafenschikane in die Streckenbegrenzung, zog sich eine Hirnprellung und eine Knieverletzung zu. Er lag wochenlang im Koma. Roland Ratzenberger bestritt in der Saison 1994 nur ein einziges Rennen für Simtec-Ford, wurde Elfter. Im Qualifying zum Grand Prix von San Marino in Imola verunglückte Ratzenberger in der Villeneuve-Kurve tödlich. Genauso wie Ayrton Senna. Gerhard Berger ist Österreichs letzter Grand-Prix-Sieger in der Formel 1. Der Tiroler feierte in 210 Rennen zwischen 1984 und 1997 zehn Rennsiege, holte 48 Podestplätze und fuhr 385 WM-Punkte ein. In den Jahren 1988 und 1994 war er WM-Zweiter. Alexander Wurz ist der letzte Österreicher, der auf ein Formel-1-Stockerl fuhr. Der heutige ORF-Experte bestritt zwischen 1997 und 2007 insgesamt 69 Grand Prix für Benneton, McLaren Mercedes und Williams. Wurz holte 45 WM-Punkte und drei dritte Plätze. Zuletzt 2007 auf Williams in Kanada. Patrick Friesacher startete in der Saison 2005 in elf Rennen für Minardi, holte dabei insgesamt drei Punkte in der Weltmeisterschaft. Christian Klien ist der bislang letzte Österreicher, der an einem Formel-1-Grand Prix teilgenommen hat. Er bestritt zwischen 2004 und 2006 46 Rennen für Jaguar und Red Bull, sowie 2010 drei Starts für Hispania Racing. In seiner Karriere holte er 14 WM-Punkte. Den letzten Start bestritt Klien beim Saisonfinale 2010 in Abu Dhabi.

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Einzig Ferrari sorgte mal wieder für Aufregung. Am Start ließ Überflieger Charles Leclerc seinen Teamkollegen Sebastian Vettel hinter sich, verfolgte als Dritter das Mercedes-Duo an der Spitze. Allerdings nur bis zur 11. Runde: Dann musste der 21-jährige Monegasse auf Anweisung der Scuderia den Deutschen passieren lassen.

"Ich war gerade dabei, davonzuziehen", beschwerte sich Leclerc am Boxenfunk. "Und jetzt was?!", fragte der Ferrari-Jungstar weiter nach. Die trotzige Antwort aus der Box: "Wir machen einfach unsere Arbeit. Bleib' konzentriert!" Doch Leclerc war sauer: "Ich verliere gerade ziemlich viel Zeit. Keine Ahnung, ob ihr das wissen wollt."

In der Folge konnte sich Vettel nicht von Leclerc absetzen, das angeordnete Überholmanöver verpuffte somit ohne die erwünschte Wirkung.

Rosberg: "Ein bisschen unfair für Leclerc"

"Ich kann es nachvollziehen", erklärte "Sky"-Experte Nico Rosberg die Anweisung aus der Box. "Aber jetzt zeigt sich, dass es gar nicht so viel bringt. Das ist natürlich ein bisschen unfair für Leclerc."

Eines ist sicher: Bei Ferrari wird es wieder einmal emotionale Diskussionen anstelle eines Sieges geben...


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • F1-Insider am 14.04.2019 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferrari-Eigentor

    Ferrari schießt sich ein Eigentor, als der Deutsche an Leclerc vorbeigewunken wird. Dem jungen Monegassen gehört die Zukunft, Loser Vettel ist ein Fahrer mit Ablaufdatum, der nur noch Fehler macht.

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  • Michael Franke am 14.04.2019 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stallorder Leclerc

    Vettel seine 4 Titel resultieren einzig auf einen absolut überlegenen Red Bull seiner Zeit. Wenn er kein überlegenes Auto inkl. Pole hat bringt er nicht wirklich Leistung. 2018 hatte er alle Chancen gehabt, keine genutzt.... hoffe Leclerc hat heute viel daraus gelernt und ein paar Verstappen Gene, dann wird es noch spannend.

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  • Dotcom am 14.04.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    charles ist noch jung

    und schon in allzu kurzer zeit wird auch er seinen 1. gp gewinnen. hat die chance ja bereits gehabt, nur techn. probleme haben das verhindert und ein für ihn gut eingesetztes safety car hat ihm noch den 3. platz gesichert. vettel war wegen fahrfehlers unter ferner liefen. kann nur hoffen, dass die ferraristi endlich vom hohen ross herunterkommen und vettel nicht weiterhin mit allen mitteln pushen.

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Seitenblick am 15.04.2019 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verständnisproblem

    So wie es aussieht ist Leclerc der Schnellere und Seb am absteigenden Ast. Ferrari ist nicht gut beraten den Schnelleren einzubremsen und den Langsamen vorausfahren zu lassen. Irgendwie ist das kein Rennstall.

  • derwiener am 14.04.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    f1 ist nicht mehr f1

    das hat mit motorsport nichts mehr zu tun! früher gabs nocht echte rennfahrer, die selber alles in der hand gehabt haben. heute wird von aussen alles nur noch computergesteuert! das einzige was die fahrer noch können muss ist in die kamera lachen .....

  • Dotcom am 14.04.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    charles ist noch jung

    und schon in allzu kurzer zeit wird auch er seinen 1. gp gewinnen. hat die chance ja bereits gehabt, nur techn. probleme haben das verhindert und ein für ihn gut eingesetztes safety car hat ihm noch den 3. platz gesichert. vettel war wegen fahrfehlers unter ferner liefen. kann nur hoffen, dass die ferraristi endlich vom hohen ross herunterkommen und vettel nicht weiterhin mit allen mitteln pushen.

  • user am 14.04.2019 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vettel

    erst hat er vettel aufgehalten bis vettels reifen kaputt waren und dann wollte er davonfahren und ist nichteinmal rangekommen! loblieder auf was? vettel war besser!

    • stimmtnicht am 14.04.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      wo hast du da hingeschaut ?

      leclerc konnte vettel wegfahren, war um einiges schneller. durfte er leider aufgrund mafiöser ferrarimethoden nicht. war bei schumacher und baricello nicht anders. schumi war 1-er fahrer und wurde mit allen mitteln gepusht. baricello, um nichts schlechter durfte als steigbügelhalter für schumi fungieren.

    • 60er am 16.04.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      Wo hst DU! da hingeschaut?

      Leclerc war bisher schneller als Vettel, aber in diesem Fall war es wohl umgekehrt. Wenn Leclerc "davonfahren" hätte können, warum hat er es nicht getan? Als er lt. seiner Aussage "davonziehen" wollte kam Vettel immer nährer. Leclerc hatte 11 Runden Zeit, davonzuziehen. Interessant, dass er es gerade dann wollte, als er die Order bekam. Nicht alles von Leclerc ist super und nicht alles von Vettel ist schlecht.

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  • F1-Insider am 14.04.2019 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ferrari-Eigentor

    Ferrari schießt sich ein Eigentor, als der Deutsche an Leclerc vorbeigewunken wird. Dem jungen Monegassen gehört die Zukunft, Loser Vettel ist ein Fahrer mit Ablaufdatum, der nur noch Fehler macht.

    • horvath friedrich am 16.04.2019 12:15 Report Diesen Beitrag melden

      71 er

      Schade das nicht drei Fahrzeuge zum Einsatz kommen,dort sollte Vettel fahren dann müsste dieser Zahlen für die Leistung was dieser zeigt! Forza Ferrari

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