"Falls wir uns nicht verstehen"

25. Mai 2019 11:27; Akt: 26.05.2019 11:52 Print

Lauda ließ Brühl nur mit Handgepäck nach Wien

von S. Klein - Die Welt trauert um Niki Lauda. Daniel Brühl spielte ihn 2013 im Film "Rush", schreibt nun einen rührenden Nachruf.

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Im Alter von 70 Jahren verstarb Österreichs Motorsport-Ikone Niki Lauda im Mai 2019. Seine Karriere in Bildern: Bevor er seine große F1-Laufbahn begann, startete er in der Formel 3 und der Formel 2, zusätzlich fuhr er Langstrecken-Rennen, um Geld für die Formel 1 zu verdienen. Beim Grand Prix von Österreich 1971 feierte Lauda sein Formel 1-Debüt, im March-Ford schied er aber aus. Lauda war für fünf Formel 1-Teams als Fahrer tätig: 1971-1972 March, 1973 B.R.M., 1974-1977 Ferrari, 1978-1979 Brabham und 1982-1984 McLaren. 1974 und 1975 wurde Lauda mit Ferrari Formel-1-Champion, 1984 mit McLaren. Nach seinem Feuerunfall 1976 am Nürburgring gab ihm ein Priester die letzte Ölung. Lauda überlebte, holte ein Jahr später seinen zweiten WM-Titel. 1979 trat er zurück, 1982 gab er sein Comeback, 1984 holte er den dritten WM-Titel. Beim Feuer-Crash am Nürburgring saß Lauda minutenlang im brennenden Ferrari, im Klinikum Mannheim retteten Ärzte sein Leben. 1979 ging Lauda unter die Airline-Betreiber und gründete seine Fluglinie Lauda-Air. 1991 kam es zu einer der größten Katastrophen der österreichischen Geschichte: In Thailand stürzte eine Lauda Air-Maschine ab, 223 Menschen starben. 2003 stieg Lauda wieder ins Airline-Business ein und gründete FlyNiki, das er 2011 komplett verkaufte. Lauda hatte aus seinen beiden Ehen jeweils zwei Kinder, sein Sohn Mathias (36) ist selbst auch Rennfahrer und fährt Langstreckenrennen. Das bewegte Leben Laudas mit dem Crash am Nürburgring wurde im Film "Rush" verewigt. Aufgrund der starken Medikamentendosis nach seinem Unfall am Nürburgring ließ die Nierenfunktion bei Lauda nach. 1997 spendete ihm sein Bruder Florian und 2005 seine Partnerin Birgit eine neue Niere. In Spielberg stieg Lauda beim Legenden-Rennen 2015 noch einmal in seinen Weltmeister-McLaren von 1984. Niki Lauda war stets auch ein gern gesehener Gast bei diversen Charity-Events. Hier machte er mit seinem Freund Bernie Ecclestone die Streif in Kitzbühel unsicher. Lauda war immer wieder für einen flotten Spruch gut: "Völliger Schwachinn" und "vollkommen logisch" sind mittlerweile Kult. Lauda fuhr auch in den vergangenen Jahren immer noch Legenden-Rennen, hier im Ferrari in Monaco. Beim Fernsehsender RTL war Lauda 21 Jahre lang als Experte tätig. Im November 2017 gab er seinen TV-Rücktritt bekannt. Hier interviewte er Sebastian Vettel. Zuletzt war Lauda als Vorstandsvorsitzender des Mercedes Formel-1-Teams tätig. Im Jänner 2016 übernahm Lauda mit seiner NL Holding GmbH die Amira Air und taufte sie in Laudamotion um. Die Formel-1-Legende war also erneut unter die Airliner gegangen. Am 2. August 2018 der Schock! Niki Lauda musste im Wiener AKH eine neue Lunge transplantiert werden. Er schwebte lange in Lebensgefahr. Sein altes Leben musste Lauda aufgeben, zu den vielen verbotenen Dingen zählten auch Fliegen und Stress. Zweieinhalb Monate nach der Transplantation durfte Lauda das Wiener AKH am 24. Oktober 2018 wieder verlassen. Niki Lauda wurde 70 Jahre alt. In der Nacht auf den 21. Mai 2019 verstarb die F1-Legende an den Folgen seiner Lungentransplantation des Vorjahres. Er hatte den Eingriff nie ganz überwunden.

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2013 verzauberte "Rush" Kinoliebhaber aus aller Welt. Vor allem in Österreich fesselte der Hollywood-Streifen seine Besucher an die Kinositze. Man muss kein Formel-1-Freak sein, um den Film zu mögen.

Drehbuch-Autor Peter Morgan zeigte das außergewöhnliche Leben von Niki Lauda in einer 123-minütigen Hommage, die von Regisseur Ron Howard bildgewaltig in Szene gesetzt, durch ihre Schauspieler zum Leben erweckt wurde, dabei immer authentisch blieb.

Brühl schreibt Nachruf

Daniel Brühl spielte die österreichische Ikone Niki Lauda meisterhaft. Jenen Mann, der in der Nacht auf Dienstag im Alter von 70 Jahren im Kreise seiner Familie entschlafen ist. Der Wiener hatte sich nie von seiner Lungentransplantation im Vorjahr erholt.

Authentisch – die Beschreibung für den Film ist nicht zufällig gewählt. Authentizität ist, was "Rush - Alles für den Sieg" auszeichnet. Sie ist die wichtigste Ingredienz, will man das Leben von Niki Lauda wahrheitsgetreu abbilden. Der dreifache Formel-1-Weltmeister stach nämlich vor allem durch eines heraus: "Unbarmherzige Direktheit und Ehrlichkeit". So beschreibt ihn Brühl.

Er muss es wissen. Brühl verkörperte Lauda auf der Leinwand und hatte zuvor unzählige Stunden mit der Sport-Legende verbracht, ihn regelrecht studiert. Nun schwärmt er von Lauda in höchsten Tönen. In einem Nachruf der besonderen Art. Für die renommierte "Süddeutsche Zeitung" schrieb der Schauspieler einen Gastbeitrag. Darin gibt er preis, wie sehr ihm der Tod Laudas zu schaffen macht. Er spricht über die Zusammenarbeit, wie ihm Lauda half.

Lauda rief um 6 Uhr an

Brühl erzählt vom ersten Kontakt. Er hatte sich einen direkten Draht zu Lauda gewünscht, um seine Rolle zu verinnerlichen. Lauda machte den ersten Schritt: "Irgendwann klingelte, zu einer Zeit, die nicht meine war, also um sechs Uhr morgens, das Telefon. Auf dem Display meines Handys schien eine Nummer auf, der die '+43' vorgestellt war, die Vorwahl Österreichs."

Lauda habe ihn zu sich nach Wien eingeladen. "Aber nur mit Handgepäck. 'Für den Fall, dass wir uns nicht verstehen.'" Sie verstanden sich. Sie verbrachten viel Zeit miteinander. Brühl habe ihn jederzeit anrufen dürfen, Lauda sei stets hilfsbereit gewesen. Laudas Liebesbeweis: "Als er sagte: 'Geh Klamotten kaufen. Kannst länger bleiben.'"

Im Schneckentempo durch Wien

Brühl schildert die erste gemeinsame Fahrt: "Er fuhr so langsam durch Wien, dass es mich fast rasend machte." Wer "Rush" gesehen hat, kann eins und eins zusammenzählen. Im Film lernt Lauda seine erste Frau Marlene kennen, fährt mit ihr auf einer schmalen italienischen Landstraße. Besser gesagt: er schleicht über die hügelige Landschaft. "Warum sollte ich unnötig mein Leben riskieren", erklärt der damalige Rennfahrer. Brühls Nachruf lässt erahnen, dass ihm die Idee für diese Szene selbst gekommen war, während der Fahrt in Laudas Mercedes.

Brühl nennt Lauda "inspirierend", seine Direktheit sei "bewundernswert". Laudas Mangel an Eitelkeit faszinierte ihn. Man merkt, dass der Schauspieler seine Wertschätzung nicht spielt. Besonders schön ist die Schlusspassage: "Dass er den Film mochte und sich in den Szenen wiederfand, nachdem ich für die Dauer eines Spielfilms Niki Lauda sein durfte, das wird mir immer und ewig sehr viel bedeuten."

Rush - Alles für den Sieg


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xx am 26.05.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Xx

    Herr Brühl war genial als Niki Lauda!!!!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Xx am 26.05.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Herr Brühl war genial als Niki Lauda!!!!