Erinnerungen an Legende

22. Mai 2019 16:32; Akt: 22.05.2019 16:32 Print

Wie Mercedes und Co. in Monaco Lauda würdigen

Auf der legendärsten Rennstrecke wird der Legende Niki Lauda gedacht. Dort, wo der am Montag entschlafene Wiener selbst für Schlagzeilen sorgte.

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Im Alter von 70 Jahren verstarb Österreichs Motorsport-Ikone Niki Lauda im Mai 2019. Seine Karriere in Bildern: Bevor er seine große F1-Laufbahn begann, startete er in der Formel 3 und der Formel 2, zusätzlich fuhr er Langstrecken-Rennen, um Geld für die Formel 1 zu verdienen. Beim Grand Prix von Österreich 1971 feierte Lauda sein Formel 1-Debüt, im March-Ford schied er aber aus. Lauda war für fünf Formel 1-Teams als Fahrer tätig: 1971-1972 March, 1973 B.R.M., 1974-1977 Ferrari, 1978-1979 Brabham und 1982-1984 McLaren. 1974 und 1975 wurde Lauda mit Ferrari Formel-1-Champion, 1984 mit McLaren. Nach seinem Feuerunfall 1976 am Nürburgring gab ihm ein Priester die letzte Ölung. Lauda überlebte, holte ein Jahr später seinen zweiten WM-Titel. 1979 trat er zurück, 1982 gab er sein Comeback, 1984 holte er den dritten WM-Titel. Beim Feuer-Crash am Nürburgring saß Lauda minutenlang im brennenden Ferrari, im Klinikum Mannheim retteten Ärzte sein Leben. 1979 ging Lauda unter die Airline-Betreiber und gründete seine Fluglinie Lauda-Air. 1991 kam es zu einer der größten Katastrophen der österreichischen Geschichte: In Thailand stürzte eine Lauda Air-Maschine ab, 223 Menschen starben. 2003 stieg Lauda wieder ins Airline-Business ein und gründete FlyNiki, das er 2011 komplett verkaufte. Lauda hatte aus seinen beiden Ehen jeweils zwei Kinder, sein Sohn Mathias (36) ist selbst auch Rennfahrer und fährt Langstreckenrennen. Das bewegte Leben Laudas mit dem Crash am Nürburgring wurde im Film "Rush" verewigt. Aufgrund der starken Medikamentendosis nach seinem Unfall am Nürburgring ließ die Nierenfunktion bei Lauda nach. 1997 spendete ihm sein Bruder Florian und 2005 seine Partnerin Birgit eine neue Niere. In Spielberg stieg Lauda beim Legenden-Rennen 2015 noch einmal in seinen Weltmeister-McLaren von 1984. Niki Lauda war stets auch ein gern gesehener Gast bei diversen Charity-Events. Hier machte er mit seinem Freund Bernie Ecclestone die Streif in Kitzbühel unsicher. Lauda war immer wieder für einen flotten Spruch gut: "Völliger Schwachinn" und "vollkommen logisch" sind mittlerweile Kult. Lauda fuhr auch in den vergangenen Jahren immer noch Legenden-Rennen, hier im Ferrari in Monaco. Beim Fernsehsender RTL war Lauda 21 Jahre lang als Experte tätig. Im November 2017 gab er seinen TV-Rücktritt bekannt. Hier interviewte er Sebastian Vettel. Zuletzt war Lauda als Vorstandsvorsitzender des Mercedes Formel-1-Teams tätig. Im Jänner 2016 übernahm Lauda mit seiner NL Holding GmbH die Amira Air und taufte sie in Laudamotion um. Die Formel-1-Legende war also erneut unter die Airliner gegangen. Am 2. August 2018 der Schock! Niki Lauda musste im Wiener AKH eine neue Lunge transplantiert werden. Er schwebte lange in Lebensgefahr. Sein altes Leben musste Lauda aufgeben, zu den vielen verbotenen Dingen zählten auch Fliegen und Stress. Zweieinhalb Monate nach der Transplantation durfte Lauda das Wiener AKH am 24. Oktober 2018 wieder verlassen. Niki Lauda wurde 70 Jahre alt. In der Nacht auf den 21. Mai 2019 verstarb die F1-Legende an den Folgen seiner Lungentransplantation des Vorjahres. Er hatte den Eingriff nie ganz überwunden.

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Mit Niki Lauda hat die Formel 1 am Montag eine wahre Legende verloren. Nur zwei Tage später kehrt die Motorsport-"Königsklasse" an einen legendären Austragungsort zurück: den Stadtkurs von Monaco. Am Mittwoch trafen Piloten und Teams an der Cote d´Azur ein. Auch da war Lauda das Thema Nummer eins.

Im Fürstentum wird nun auch offiziell dem dreifachen Weltmeister gedacht. Der Rennsport-Klassiker steht ganz im Zeichen Laudas. So haben Fahrer, Teams und Veranstalter schon besondere Ehrungen angekündigt.

Ferrari, Mercedes gedenken

Allen voran die Teams, für die der Wiener höchst erfolgreich tätig war. Ferrari wird mit einer Speziallackierung an die beiden Lauda-WM-Titel (1975, 1977) erinnern. Es werde ein "sichtbares Zeichen auf den Autos" geben, heißt es von der Scuderia.

Auch Mercedes gedenkt dem 70-jährig Verstorbenen auf den "Silberpfeilen". Neben einer speziellen Lackierung werden auch alle Teammitglieder ein Trauerflor tragen. Und das bereits ab den Freien Trainings. Bis zuletzt war Lauda als Aufsichtsratsvorsitzender beim Weltmeister-Team tätig.

Sollte Lewis Hamilton seiner Favoritenrolle gerecht werden, wird er den Sieg wohl seinem Mentor widmen. Lauda-Freund und Mercedes-Motorsport-Boss Toto Wolff hat währenddessen eine für Mittwoch angekündigte Pressekonferenz kurzfristig abgesagt. Er trauert besonders stark.

Noch unklar ist, was sich McLaren überlegt. Mit dem britischen Rennstall holte Lauda 1984 seinen letzten Titel.

Veranstalter würdigen Lauda

Auch die Veranstalter haben bereits angekündigt, Lauda zu würdigen, hatte er doch zwei Mal (1975, 1976) beim Klassiker an der Cote d´Azur triumphiert. Das Programm solle umgestellt werden, hieß es, ohne ins Detail zu gehen.

Der legendäre Handkuss

Lauda selbst hinterließ im Fürstentum nicht nur wegen seiner beiden Siege besonders große Spuren. Nach seinem Triumph 1975 ging eine einfache Geste um die Welt: ein Handkuss.

Der Wiener hatte nach seinem Sieg bei der Siegerehrung durch Fürst Rainier dessen Frau, Fürstin Gracia Patricia, besser bekannt als Grace Kelly, mit einem Handkuss begrüßt. Die Bilder solrgten weltweit für Schlagzeilen, was Lauda nicht nachvollziehen konnte. "Meine Erziehung zu Hause war immer so, dass man eben einer Frau die Hand küsst. Und besonders ihr, Grace Kelly, der Monarchin der Monegassen. Für mich war das klar", erzählte Lauda damals.


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