Tragische Nachricht

23. Mai 2019 21:25; Akt: 23.05.2019 21:25 Print

Aufnahme enthüllt: Toter Sala wollte nicht zu Cardiff

Die Flugzeug-Tragödie rund um den argentinischen Fußballer Emiliano Sala erschütterte die Fußballwelt. Nun wurde bekannt: er wollte nicht wechseln.

Bildstrecke im Grossformat »
Emiliano Sala verschwand im Jänner 2019 einen Tag nach seinem Transfer auf dem Weg zum neuen Klub Cardiff vom Radar. Er stürzte über dem Ärmelkanal mit dem Kleinflugzeug ab, noch fehlt jede Spur. Leider ist er nicht der erste Sport-Star, der in eine Absturz-Tragödie verwickelt war. Vor dem Stadion des Premier-League-Klubs Leicester City stürzt ein Helikopter ab. An Bord der Maschine sitzt Präsident Vichai Srivaddhanaprabha. Nach dem Unglück legen Fans Blumen und Schals vor dem Stadion ab. Bei dem Absturz kommen insgesamt fünf Menschen ums Leben. Auch die Spieler - am Bild Ex-ÖFB-Kapitän Christian Fuchs und Jamie Vardy - standen unter Schock. 28. November 2016: Bei einem Flugzeugabsturz in Kolumbien, kurz vor der Landung am Flughafen José Maria Córdova, sterben 71 von 77 Flugzeuginsassen, darunter fast die gesamte Mannschaft des brasilianischen Erstligisten Chapecoense, die auf dem Weg zum Finalspiel der Copa Sudamericana war. Alle Teammitglieder der russischen KHL-Eishockey-Mannschaft Lokomotive Jaroslawl sterben bei einem Flugzeugabsturz in Russland. Der Unfall fordert 44 Menschenleben. Der Schotte Colin McRae, Rallye-Weltmeister 1995, verunglückte 2007 mit seinem privaten Helikopter auf seinem Privatanwesen. Drei weitere Personen ließen ihr Leben, darunter McRaes fünfjähriger Sohn. Der damalige Formel-1-Pilot David Coulthard überlebte 2000 den Absturz eines von ihm angemieteten Learjets. Bei der Notlandung auf dem Flughafen von Nizza fing die Maschine Feuer. Coulthard, seine Lebensgefährtin und sein Fitness-Coach überlebten, die beiden Piloten starben. Nur drei Tage später startete Coulthard beim Großen Preis von Spanien. Golf-Profi Payne Stewart starb bei einem Flugzeugabsturz in South Dakota. Der zweimalige US-Open-Sieger wurde 42 Jahre alt. Im Vorfeld des Frühjahrsrennens auf dem Bristol Motor Speedway kam Alan Kulwicki, der Nascar-Champion von 1992, auf dem Rückweg von einer Sponsoring-Veranstaltung, bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Blountville, Tennessee, ums Leben. Uli Hoeneß, der heutige Präsident des FC Bayern München, überlebte den Absturz einer zweimotorigen Maschine. Der damals 30-Jährige war mit drei Freunden auf dem Weg nach Hannover zu einem Länderspiel gegen Portugal. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Graham Hill stürzt am Steuer seiner eigenen Piper PA-23 beim Anflug auf den Flughafen Elstree über der Ortschaft Arkley in Nordlondon ab. Mit ihm sterben fünf weitere Mitglieder des Embassy-Hill-Formel-1-Teams. Eine einmotorige Cessna stürzte bei einer Notlandung in der Nähe von Newton, Iowa ab. Unter den drei Toten war auch Box-Weltmeister Rocky Marciano. Er war einer der erfolgreichsten Boxer aller Zeiten. Die Fußballmannschaft des englischen Klubs Manchester United stürzte auf dem Rückflug von einem Europacupspiel bei Roter Stern Belgrad kurz nach der Zwischenlandung in München mit einer Chartermaschine ab. 23 Menschen starben, unter ihnen acht Kicker. 15 Insassen überlebten, dazu zählten auch Legende Bobby Charlton und Trainer Sir Matt Busby.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am 21. Jänner verunglückte Emiliano Sala bei einem Flugzeugabsturz. Der Fußballer war auf dem Rückweg von Nantes nach Cardiff. Erst zwei Tage zuvor war der Argentinier vom Ligue-1-Klub zum Premier-League-Verein gewechselt.

Der Flieger verschwand während der Ärmelkanal-Überquerung spurlos. Erst zwei Wochen später konnte das Wrack entdeckt und daraufhin geborgen werden.

Sala wollte gar nicht gehen

Nun enthüllte die französische L´Equipe in einer vielbeachteten Dokumentation erschütternde Details: Der Fan-Liebling in Nantes wollte den französischen Klub gar nicht verlassen. Er musste gehen, weil Klub-Boss Waldemar Kita mit ihm Geld machen wollte.

Dem französischen Magazin war eine Sprachnachricht Salas vom 6. Jänner aus dessen Umfeld zugespielt worden. Darin äußerte der Argentinier seinen Unmut über den Transfer.

"Sportlich nicht interessant"

"Es gibt heute ein Angebot von Cardiff. Sie haben verhandelt, um eine Menge Geld zu bekommen. Sie wollen, dass ich auf jeden Fall gehe", erzählte Sala darin. "Sicher ist es ein guter Vertrag, aber sportlich ist es nicht interessant für mich", so Sala weiter.

"Aber sie versuchen, mit allen Mitteln, dass ich gehe. Kita will, dass ich gehe. Er hat mich gar nicht gefragt. Er interessiert sich nur für das Geld", kritisierte Sala den Klub-Boss. Der erklärte in der Dokumentation, dass auch "Emiliano selbst wechseln wollte. Ich habe mich für ihn gefreut."

Sala wechselte schließlich am 19. Jänner, kam noch einmal nach Frankreich zurück, um letzte Dinge zu klären. Und kam während des Rückflugs ums Leben. Seither ist ein Streit um die 17-Millionen-Ablöse entbrannt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(wem)

Themen
Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.