Neuer Austria-Trainer

14. März 2019 07:07; Akt: 14.03.2019 08:19 Print

Ibertsberger im Talk: Einst so gut wie Ronaldo!

von Alex Klein - Italiens "Gazzetta" sah ihn einst so gut wie Brasiliens Ronaldo, jetzt trainiert er die Austria. Wir haben uns mit Robert Ibertsberger unterhalten.

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Wie geht es der Wiener Austria nach der Horror-Saison im Vorjahr? Sind die "Veilchen" nach Platz sieben wieder am Weg nach oben und herrscht in Favoriten weiter Mittelmaß und Frust? "Heute" fasst die bisherige Saison mit den besten Bildern zusammen. Viel Spaß beim Durchklicken! Cheftrainer Thomas Letsch hatte bereits beim Trainingsstart alle Hände voll zu tun. 15 Spieler, unter ihnen lang verdiente Leistungsträger wie Raphael Holzhauser oder Robert Almer, verließen den Verein, während... ...insgesamt 13 neue Profis zur Kampfmannschaft der "Veilchen" stießen. Neben Coach Letsch grinsen hier die Neo-Austrianer Alon Turgeman, Maximilian Sax, Thomas Ebener, Christian Schoissengeyr, James Jeggo und Königstransfer Uros Matic in die Kamera. Ebenfalls rechts im Bild: Ralf Muhr, der vom Akademieleiter zum Wohlfahrt-Nachfolger als Sportdirektor aufstieg. "Die Austria ist endlich z´Haus" - unter diesem Motto kehrten die Wiener noch vor Saisonstart nach zwei Jahren im "Happel-Exil" endlich wieder in ihre generalüberholte Generali Arena zurück. Als Gegner bei der Stadioneröffnung beehrte der deutsche Spitzenklub Borussia Dortmund die "Veilchen". Es ging sofort zur Sache, am Ende setzte es eine 0:1-Niederlage, von der... ...sich die Fans auf den neuen Tribünen allerdings nicht die Stimmung und Vorfreude auf die neue Saison verderben ließen. Mit dem Cupspiel beim Wiener Stadtligisten Austria XIII stand wenig später das erste Pflichtspiel auf dem Programm. Die Letsch-Elf gab sich dabei keine Blöße und zog mit einem souveränen 4:0-Sieg in die zweite Cup-Runde ein. Im ersten Liga-Spiel der Saison daheim gegen Wacker Innsbruck hatten die Austrianer schon wesentlich mehr zu kämpfen. Mit 0:1 gerieten die Hausherren in Rückstand, am Ende... Doch der erste Rückschlag folgte bereits in der zweiten Liga-Runde. Beim WAC mussten sich Matic und Co. mit 0:1 geschlagen geben. Auch in Runde drei setzte es eine Niederlage. Bei Meister Salzburg gab es mit einem 0:2 nichts zu holen. Dabei im Mittelpunkt: Ex-"Veilchen" Zlatko Junuzovic, der sehr zum Ärger mancher Austria-Fans nach seinem Bremen-Engagement im Sommer bei den "Bullen" anheuerte. Nach zwei Rückschlägen in Folge wurden sofort die üblen Erinnerungen an die Vorsaison wach. Doch dann kam die Admira in die Generali Arena und mit einem 4:0-Erfolg über die Südstädter konnten die "Veilchen" die erste Mini-Krise erfolgreich abwenden. Doch auswärts mussten die Wiener in Runde fünf den nächsten Dämpfer einstecken. Beim SKN St. Pölten reichte es nur zu einem 0:0-Unentschieden. "Wir hatten Torchancen, aber wenn der Ball nicht rein geht, muss man mit dem 0:0 leben, aber nicht zufrieden sein", analysierte Trainer Letsch. Gegen Mattersburg feierten die Violetten einen hart erarbeiteten 2:1-Heimsieg - drittes Spiel in Serie ohne Niederlage. Erster Höhepunkt: Im Derby feierte die Austria einen 1:0-Auswärtssieg gegen Rapid. Alex Grünwald erzielte das Goldtor. In der Tabelle kletterten die "Veilchen" auf Rang vier. Danach gab es für die Austria aber nicht so viel zu jubeln. Im Heimspiel gegen den LASK setzte es eine klare 0:3-Abfuhr. Gegen Aufsteiger Hartberg gab es auswärts zumindest einen 1:0-Erfolg. Dann aber die sportliche Talfahrt: Gegen Altach setzte es eine 0:2-Niederlage in Vorarlberg. Auch im Heimspiel gegen Sturm reichte es nicht zu einem Sieg - 1:1. Die nächste Punkteteilung gab es auswärts bei Innsbruck mit einem 0:0. Darauf folgte ein 2:3 im Heimspiel gegen Wolfsberg. In der Tabelle rutschten die Violetten auf Platz sechs ab. Die Fans äußerten daraufhin lautstark ihren Unmut, von der Tribüne tönte es "Letsch raus!" Einen Wechsel gab es zunächst auf der Führungsebene. Klub-Boss Wolfgang Katzian verkündete seinen Rückzug. Die Nachfolge tritt Frank Hensel an. Er kündigt an: "Wenn man vorangehen will, muss man investieren. Das haben wir in den letzten Jahren konsequent und intensiv getan und werden das auch in Zukunft tun." Weiters will er die Entwicklung auf der Tribüne vorantreiben: "Mein Ziel ist, dass wir offener und attraktiver für Familien und Frauen werden." In der nächsten Runde setzte es die nächste Pleite. Gegen Meister Salzburg hielten die Veilchen hinten lange ihren Laden dicht, ehe ihnen die Bullen doch noch zwei Tore einschenkten. Gegen den SKN St. Pölten gab es den zweiten Sieg in Folge. Die Veilchen konnten sich in der Generali Arena mit 2:0 durchsetzen. Dann wieder der nächste Dämpfer. Auswärts in Mattersburg musste man sich 2:1 geschlagen geben. Im Wiener-Derby zeigte die Austria ein völlig anderes Gesicht. Mit einem deutlichen 6:1 fegten die Veilchen den Stadtrivalen aus Hütteldorf vom Platz. Nach der Winterpause konnte die Austria nicht gleich dort weitermachen, wo sie aufgehört hatte. Der LASK spielte eine extrem starke Saison und konnte sich in Pasching mit 2:0 durchsetzten. Gegen Hartberg fand man zurück auf die Siegerstraße und gewann mit 4:2. Gegen Altach folgte dann eine weitere desolate Vorstellung, das Spiel ging mit 1:3 verloren. Trainer Thomas Letsch wurde nur einen Tag später entlassen.

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Robert Ibertsberger hat die Austria von Thomas Letsch übernommen. Im "Heute"-Talk erzählt er über seine Ziele mit den Violetten und hat auch paar kuriose Geschichten aus seiner Zeit als Spieler auf Lager.

"Heute": Sie wurden vom Co-Trainer zum vorübergehenden Chefcoach der Austria bestellt. Was ist nun für Sie anders?
Robert Ibertsberger: "Ich trage jetzt die Verantwortung. Das spürt man natürlich sofort. Die Schultern werden schwerer, die Last ist größer."

Thomas Letsch holte Sie in sein Trainerteam. Am Montag wurde er als Tabellendritter gefeuert. Kurios?
"Trainer wurden schon als Erste gefeuert. Die Entlassung von Letsch war nachvollziehbar – die Leistungen, speziell gegen Altach, waren inferior. Aber das gesamte Trainerteam war mitverantwortlich, da fühlt man sich nicht gut. Auch nicht, als es hieß, dass ich übernehme."

Was ändern Sie jetzt?
"Ich habe eine andere, direktere Art im Umgang mit Spielern. Auch in der Coaching-Zone bin ich anders unterwegs – vielleicht hilft das."

Woran fehlt es in Ihrer Mannschaft?
"Knackpunkt war das Cup-Aus beim GAK. Da ging viel Selbstvertrauen verloren. Wir trauten uns nicht mehr, unser Spiel aufzuziehen, Bälle zu fordern. Wir müssen wieder Leidenschaft zeigen, mehr Chancen kreieren. Wunderdinge dürfen wir aber keine erwarten."

Ihr Spieler Maximilian Sax meinte, dass niemand außer Salzburg und LASK die Meistergruppe verdient hat. Hat er Recht?
"Ja. Jeder würgt sich dorthin, wo er hin will. Aber: Wir können schon am Sonntag bei Sturm zeigen, dass wir zurecht in den Top 6 sind. Leicht wird es aber nicht, die Grazer kämpfen um alles."

Als Spieler galten Sie vor mehr als 20 Jahren als kommender Star, die italienische "Gazzetta dello Sport" kürte Sie zum besten Talent hinter Brasiliens Legende Ronaldo...
"...kurz darauf erlitt ich meine erste schwere Knieverletzung."

Ausgerechnet im Spiel gegen die Austria, nach einem Foul von Rene Glatzer – der jetzt die Akademie der Veilchen leitet.
"Er kam damals zu mir nach Hause, entschuldigte sich. Damit war das erledigt. Ich kam zurück, hatte noch eine schöne Zeit."

Sie sind gelernter Installateur. Wie kam es zu dieser Berufswahl?
"Ich wollte nicht mehr zur Schule, spielte schon in der 2. Liga bei Puch. Die Lehre ließ sich toll mit Fußball kombinieren. Und wenn ich heute einen Rohrbruch habe, richte ich ihn selbst her. Handwerk ist Handwerk, das verlernt man nie – wie Radfahren."


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