Ex-Coach legt nach

30. Oktober 2018 09:07; Akt: 30.10.2018 09:57 Print

Pacult: "Bickel nicht einen geholt, der Rapid hilft"

Peter Pacult legt nach seiner Rapid-Kritik nach. Der Ex-Coach knöpft sich Fredy Bickel vor, lässt kein gutes Haar am Sportdirektor.

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Wie tut sich Rapid in der Zwölferliga, welche Kicker sorgen für Furore, was treiben die Fans? "Heute" fasst die bisherige Saison in Bildern zusammen. Klicken Sie sich durch die Fotos! Neues Jahr, neues Glück? Rapid beendete das Vorjahr auf Rang drei, erreichte somit das erklärte Minimalziel. Allerdings stand danach ein Kaderumbruch ins Haus. Louis Schaub heuerte beim 1. FC Köln an. Joelinton kehrte nach Hoffenheim zurück, Mario Pavelic ging nach Rijeka. Beim Trainingsstart am 20. Juni konnten die Hütteldorfer aber auch schon zwei neue Namen präsentieren. Stürmer Andrija Pavlovic wurde von Kopenhagen losgeeist. Mit Manuel Martic kam zudem ein "Sechser" aus St. Pölten. In Oberösterreich schwitzten die Rapidler (im Bild Pavlovic) für die neue Saison. Auch Sportdirektor Fredy Bickel, der alle Hände voll zu tun hatte. Christoph Knasmüllner, der bei Barnsley nicht glücklich wurde, unterschrieb bei den Hütteldorfern. Der 26-Jährige soll als Regisseur eine zentrale Rolle einnehmen. Wenig später verließ Abwehrchef Lucas Galvao die Hütteldorfer. Der Brasilianer versucht sich in der zweiten deutschen Liga beim FC Ingolstadt. Mit der Ablöse (rund drei Millionen Euro) finanzierte Rapid gleich zwei Neue. Stürmer Deni Alar kam von Sturm Graz retour. Mateo Barac von Osijek wurde als Galvao-Nachfolger verpflichtet. Ein Testmatch gegen KS Samara gewannen die Hütteldorfer mit 1:0. Kelvin Arase erzielte das Goldtor. Gegen Slavia Prag setzte es jedoch eine 0:2-Pleite. Schlechte Nachrichten überbrachte Philipp Schobesberger. Der Flügelflitzer musste sich einer Hüft-Operation unterziehen. Eine lange Pause über mehrere Monate ist gewiss. Rapid reagierte auf den Ausfall und lieh den Rumänen Andrei Ivan vom russischen Klub Krasnodar aus. Dann der nächste Schock: Andrija Pavlovic (r.) zog sich in der Vorbereitung einen Muskelriss zu. Eine Operation blieb dem Serben erspart. Allerdings war auch ihm eine lange Zwangspause sicher. Dem nicht genug, suchte auch Giorgi Kvilitaia das Weite. Der verletzte Georgier entschied sich für einen Wechsel zu Gent. Zumindest finanziell für Rapid ein Gewinn. Am 14. Juli dann das erste Highlight. Rapid eröffnete mit einem Testkracher gegen den HSV die Heim-Saison. Das Spiel gegen den deutschen Absteiger ging knapp mit 1:2 verloren. Die nächste schlechte Nachricht ließ nicht lange auf sich warten. Christopher Dibon, der fast ein Jahr pausieren musste, erlitt einen Rückschlag und musste erneut kürzer treten. Das erste Pflichtspiel absolvierte Rapid mit Bravour. In der ersten Runde des ÖFB-Pokals feierten die Hütteldorfer gegen Kufstein einen klaren 5:0-Erfolg. Neuzugang Andrei Ivan bejubelt seinen Doppelpack mit einem Salto. Auch Deni Alar netzte zwei Mal. Es folgte die Präsentation des neuen Auswärts-Trikots. Unter anderem vor dem Lindwurm in Klagenfurt. Das Shirt ist in den Gründungsfarben Rot und Blau gehalten. Emotional wurde es am 22. Juli. Steffen Hofmann, der 540 Pflichtspiele für Rapid absolvierte, trat mit einem Abschiedsspiel endgültig ab. Hofmann und alte Weggefährten wie Jimmy Hoffer und Branko Boskovic besiegten eine B-Elf der aktuellen Mannschaft mit 4:2. Der "Fußballgott" erzielte für die Sieger alle vier Treffer. Rapid schlug noch einmal am Transfermarkt zu und holte den 20-jährigen Barcelona-Stürmer Jeremy Guillemenot. Das Talent aus der Schweiz war zuletzt an CE Sabadell (dritte spanische Liga) verliehen. Die Zwölferliga eröffnete Rapid mit einem glatten 3:0-Erfolg gegen die Admira. Den Schlusspunkt setzte Bolingoli. Es folgte daheim ein 1:1 gegen Altach. Coach Djuricin war nach der Partie sauer, dass wie im Vorjahr unnötig Punkte "verschenkt" werden. Es folgte die nächste Verletztenmeldung. Maxi Hofmann erlitt einen Muskelfaserriss in der rechten Wade - einige Wochen Zwangspause. Das Europacup-Comeback lief bei Slovan Bratislava nicht nach Wunsch. Nach einer 1:0-Führung hieß es am Ende 1:2, Deni Alar vergab einen Elfmeter in der Schlussphase. Nach dem mageren Europacup-Auftritt kam Rapid auch in der Liga nicht in Schwung. Gegen den WAC gab es nur ein 0:0, nur einen Torschuss von Veton Berisha bekamen die Fans zu sehen. Der Befreiungsschlag gegen Slovan Bratislava. Im Allianz Stadion gab es ein 4:0 und damit den Aufstieg ins Europa-League-Playoff. Man of the Match: Christoph Knasmüllner mit seinem Triplepack. Der nächste Rückschlag folgte in Pasching. Die Grün-Weißen steckten eine 1:2-Niederlage gegen den LASK ein und rutschten in der Tabelle sogar auf Rang 7 zurück. "Ich kann nicht immer einen Sieg fordern", verblüffte Coach Djuricin die Fans mit seiner Analyse. Im Europa-League-Playoff ein Erfolgserlebnis: Im Hinspiel gegen Steaua Bukarest gab es zu Hause ein 3:1. Dann in der Liga der nächste Sieg: 2:1 gegen Wacker Innsbruck. Im Rückspiel gegen Steaua Bukarest gab es auswärts ein 1:2. Trotzdem reichte es für den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase. Im Bundesliga-Gastspiel bei Sturm reichte es nur zu einem 1:1. Generell blieben in der Liga die Ergebnisse aus. Im Derby setzte es eine 0:!-Pleite gegen die Austria - Rückfall auf Tabellenrang sieben. Doppelt bitter: Einige Fans hatten sich (mal wieder) nicht im Griff, stürmten nach dem Schlusspfiff auf den Rasen. Für Trainer Goran Djuricin wurde es langsam eng, auch wenn es von der Klubspitze Rückendeckung gab. Ex-Meistermacher Peter Pacult brachte sich via "Sky" als möglicher Nachfolger ins Spiel. In der Europa League zeigte Rapid ein anderes Gesicht, gewann zum Auftakt gegen Spartak Moskau mit 2:0. In der Liga folgte jedoch der nächste Rückschritt. Das Spitzenspiel gegen Salzburg ging mit 1:2 verloren. Pikant: Djuricin trat mit einer "B-Elf" an, schonte einige Stammspieler für den Cup-Fight gegen Mattersburg. Eine Taktik, die nur bedingt aufging. Rapid lieferte ein schwaches Spiel ab, setzte sich erst im Elfer-Schießen gegen Mattersburg durch. Das nächste "Schicksalsspiel" verlor Rapid. Gegen St. Pölten musste man sich daheim mit 0:2 geschlagen geben. Nach neun Liga-Runden hielt Rapid bei neun Punkten - Rang sieben. Logische Konsequenz: Goran Djuricin (l.) wurde als Trainer entlassen. Ein Nachfolger war schnell gefunden. Didi Kühbauer kehrte zu seinem "Herzensklub" zurück. Das Debüt auf der Trainerbank feierte Kühbauer in der Europa League auswärts gegen die Glasgow Rangers. Vor 50.000 Fans setzte es eine 1:3-Pleite. In der Liga mühte man sich zu einem 1:0-Erfolg über Mattersburg. Wichtig für die Stimmung im Umfeld des Vereins. Goldtorschütze: Christoph Knasmüllner (l.) mit seinem ersten Meisterschafts-Treffer. Danach ging es in die Länderspielpause. Dann kam es knüppeldick. In der Liga kassierte Rapid eine völlig verdiente 0:3-Pleite gegen Aufsteiger Hartberg. Wenige Tage später ließ man sich in der Europa League von Villarreal abschießen - 0:5. Die Stimmung war erneut im Keller. Präsident Krammer und Sportdirektor Bickel nahmen die Spieler in die Pflicht und stellten ihnen die Rute ins Fenster. Gegen die Admira zeigte die Standpauke Wirkung. Rapid gewann gegen den Tabellen-Letzten locker mit 2:0. Und auch im Cup durfte man ein Erfolgserlebnis feiern.Rapid schlug im Achtelfinale den WAC auswärts mit 3:0. Pavlovic traf im Doppelpack - seine ersten Pflichtspieltore. Doch der nächste Rückschlag folgte bereits in der nächsten Bundesliga-Runde. Im "Ländle" bei Altach kamen die Hütteldorfer nicht über ein 2:2-Remis hinaus. Ein alles andere als zufrieden stellendes Ergebnis... ...ganz im Gegensatz zum 0:0-Remis in der Europa League gegen Villarreal. Einen Punkt gegen ein spanisches Team holt man schließlich nicht alle Tage. In der 14. Runde der Bundesliga setzte es aber erneut einen herben Dämpfer. Beim WAC stand der Rekordmeister mit 1:3 am verlorenen Posten. Ratlosigkeit machte sich in Hütteldorf (einmal mehr) breit. Gegen den LASK sollten vor Heimpublikum wieder drei Punkte her - doch auch daraus wurde nichts! Mit James Holland schoss ausgerechnet ein Ex-Austrianer die Linzer in Hütteldorf zum 1:0-Auswärtssieg. Die bittere Rapid-Realität nach 15 Runden: Nur Tabellenplatz acht, fünf Punkte Rückstand auf Rang sechs, der noch die Quali für das Meister-Play-off bedeuten würde. Die jährliche Rapid-Hauptversammlung stand somit unter keinem guten Stern. Die ohnehin schlechte Stimmung erreichte ihren Tiefpunkt, als Präsident Michael Krammer erklärte, 2019 nicht zur Wiederwahl anzutreten - aus persönlichen Gründen. Im Detail: Er hat es seiner vor eineinhalb Jahren an Krebs erkrankten Frau so versprochen. Erfreulich: Auf der Mitgliederversammlung wurden endlich die Pläne für das neue Trainingszentrum präsentiert. Es entsteht in unmittelbarer Nähe zum Happel-Stadion und soll 2021 eröffnet werden. Das nächste Pflichtspiel führte Rapid nach Moskau. Im fünften von sechs Europa-League-Gruppenspielen waren die Hütteldorfer zum Punkten verdammt. Sie gewannen nach 0:1-Rückstand mit 2:1. Das Siegestor erzielte Philipp Schobesberger in der Nachspielzeit. War das die Wende? Es folgte in der Bundesliga ein 1:0-Auswärtssieg gegen Wacker Innsbruck. Das Goldtor gelang dem oft kritisierten Norweger Veton Berisha, der in der 92. Minute traf. Rapid war damit zwar nach wie vor Achter, aber "nur" noch drei Zähler hinter Rang sechs. Im Advent veröffentlichte Rapid-Pfarrer Christoph Pelczar das Buch "Glaube. Liebe. Rapid." Er sammelte darin die Gedanken etlicher Spieler und Funktionäre zum Thema Religion. Gebetet wurde für einen Sieg gegen Sturm Graz. Doch er gelang nicht. Der Schlager endete mit einer kampfbetonten Nullnummer. Eines der Probleme: Der Rasen im Allianz Stadion. "Wenn man den Platz einfach nicht im Griff hat, dann verstehe ich das nicht. Dann muss man halt auch einmal ein bisschen ins Budget reinfahren und eine gescheite Wiesen herstellen. Weil da kann ich auch in der Landesliga spielen, da habe ich den gleichen Platz. Das sind keine professionellen Bedingungen", ärgerte sich Torhüter Richard Strebinger. Am 10. Dezember wurde die Zukunft von Sportdirektor Fredy Bickel geklärt. Der Schweizer bekam ein Angebot für eine Vertragsverlängerung unterbreitet.

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Nach dem 0:3 in Hartberg und dem 0:5 bei Villarreal meldete sich Ex-Coach Peter Pacult zu Wort. Er zerlegte Rapid als TV-Experte: "Die Mannschaft muss sich einmal beim Wirt zusammensetzen, zwei Bier trinken und Klartext miteinander reden. So geht das nicht, das ist eine Ministrantentruppe!"

Am Wochenende gelang den Hütteldorfern gegen die Admira der Befreiungsschlag. Rapid gewann 2:0, verschaffte sich in der Krise etwas Luft. Pacult hielt das nicht von einer neuerlichen Kritik am Ex-Klub ab.

Am Montag war der 59-Jährige zu Gast bei "Sport und Talk im Hangar 7" auf "Servus TV". Pacult sprach erneut Klartext: "Bickel hat nicht einen Spieler gebracht, der Rapid wirklich weiterhilft."

"Dieser Kader kann nicht funktionieren. Du hast keine erfahrenen Spieler und auch keine, die Woche für Woche mit dem Druck umgehen können. Es ist nunmal ein Unterschied, bei Verein XY oder bei Rapid zu spielen."

"Mir fehlt die Hierarchie in der Mannschaft. So etwas ist in einem Teamsport tödlich."

Es gehe nicht nur um Qualität, sondern um Charaktere, die richtige Kaderzusammenstellung, pflichtetete ihm Michael Hatz bei. Der 47-Jährige war einer der "Typen", die Rapid inzwischen zu fehlen scheinen. Er Spielte von 1990 bis 1996 bei den Grün-Weißen, kehrte nach dem Italien-Abenteuer zur Jahrtausendwende zurück.

Pacult stört nicht nur der Kader, er kritisierte beim jüngsten Auftritt auch die Trainer-Politik des Klubs: "Wenn du in zwei Jahren vier Trainer verbrennst, kann keine Kontinuität hineinkommen."

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dean am 30.10.2018 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Pacult hat wie immer recht!

    Man kann über Peter Pacult denken was man will, aber die Themen die er hier anspricht stimmen 1.000 prozentig. Hier ist das Topmanagement zu hinterfragen - dann klappts auch wieder mit Rapid!

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  • fuhrinat am 30.10.2018 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rapid

    Da hat er vollkommen recht

  • Worker am 30.10.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportdirektor

    Das Rennen hat natürlich im Hintergrund schon begonnen wer wird der Mann nach Bickel . Pacult will an Job bei Rapid drum macht er auf Angriff ganz klar ob das aufgeht ? mit seinen Ego ! wer er nächste Fehlgriff .

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Worker am 30.10.2018 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportdirektor

    Das Rennen hat natürlich im Hintergrund schon begonnen wer wird der Mann nach Bickel . Pacult will an Job bei Rapid drum macht er auf Angriff ganz klar ob das aufgeht ? mit seinen Ego ! wer er nächste Fehlgriff .

  • fuhrinat am 30.10.2018 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rapid

    Da hat er vollkommen recht

  • Dean am 30.10.2018 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Pacult hat wie immer recht!

    Man kann über Peter Pacult denken was man will, aber die Themen die er hier anspricht stimmen 1.000 prozentig. Hier ist das Topmanagement zu hinterfragen - dann klappts auch wieder mit Rapid!

    • Claudia82 am 30.10.2018 14:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dean

      Wie wahr wie wahr!!!!

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